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Litauen: Wirtschaft Litauen

04.04.2019 - Artikel

Der Staatshaushalt 2019 bleibt auf Stabilitätskurs: Der Haushalt (zentral und Kommunen) ohne Sozialversicherungen sieht Einnahmen (inkl. EU-Fördermitteln von 1,9 Mrd. Euro) in Höhe von 12,49 Mrd. Euro (+12,5% ggü. 2018) und Ausgaben von 13,58 Mrd. EURO (+16% gegenüber 2018) vor. Die konsequente Politik der bisherigen Regierungen zahlt sich 2019 aus: Das zweite Mal seit der Unabhängigkeit wird – alle staatlichen Träger inkl. Sozialversicherungen einbezogen –  mit einem Haushaltsüberschuss in Höhe von 0,4 %/BIP gerechnet.

Die Verschuldung liegt relativ konstant bei ca. 40 % des BIP. Litauen gehört in der EU zu den weniger verschuldeten Staaten. Die Auslandsverschuldung beläuft sich auf ca. 70 % der Gesamtschulden.

2018 lag die Inflation bei 2,52 %, 2017 bei 3,9 %,2016: 0,7 %. Der durchschnittliche Monatslohn steigt kontinuierlich an und betrug Ende 2018 940 Euro. Der monatliche Mindestlohn liegt seit 01.01.2019 bei 555 Euro.

Die Arbeitslosenquote sinkt kontinuierlich und lag Ende 2018 bei  6,3 %. Gleiches gilt für die Jugendarbeitslosigkeit (11,6 %). Angesichts deutlich höherer Löhne in anderen EU-Staaten hält dennoch der Trend zur Emigration an. Die Arbeitslosigkeit soll bis 2021 auf 5,9 % sinken.

Seit 01.01.2015 ist Litauen Mitgliedsland der Eurozone. Die Zustimmung der Bevölkerung zum Euro liegt bei über 70 %. Die Preisentwicklung zeigt ein gemischtes Bild: Während sich Dienstleistungen verteuert haben, sind einige Lebensmittelpreise leicht gesunken.

Der Gesamtexport betrug 2018 28,3 Mrd. Euro (+7,3 % gegenüber 2017), der Gesamtimport 30,9 Mrd. Euro (+8,5 % gegenüber 2017), der Handelsbilanz-Saldo war negativ mit -2,6 Mrd. Euro. Russland bleibt trotz des Einfuhrverbots für Agrarprodukte aus Litauen mit Anteilen von 14% an Ausfuhr und 14,8 % an Einfuhr führender Handelspartner Litauens (2014 noch jeweils 20,8% und 21,6%), gefolgt von Lettland, Polen, Deutschland und USA. Litauen ist um die Erschließung neuer Märkte für Milch- und Fleischprodukte in Asien und Nahost bemüht. Die kumulierten ausländischen Direktinvestitionen liegen derzeit (Ende 2018) bei 15,5 Mrd. Euro, pro Kopf 5544 Euro. Die meisten Investitionen kommen aus Schweden (3,6 Mio. Euro), gefolgt von den Niederlanden (2,13 Mio. Euro), Cypern (1,18 Mio. Euro), Deutschland (1,16 Mio. Euro) und Estland (1,16 Mio. Euro).

Aus strategischen Gründen ist die Verminderung der Abhängigkeit vom Russland-Gas-Lieferanten Gazprom für Litauen prioritär. Durch die Inbetriebnahme des Flüssiggasterminals in Klaipėda 2014 konnten mit Gazprom 20% günstigere Lieferpreise erzielt werden. Die Inbetriebnahme der Stromverbindungen nach Schweden und Polen im Dezember 2015 hat die Unabhängigkeit von Russland Energielieferungen weiter vergrößert. Eine Gaspipeline nach Polen (Fertigstellung bis 2021) ist geplant.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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