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Wirtschaft Litauen

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Stand: Oktober 2018

Der Staatshaushalt 2018 bleibt auf Stabilitätskurs: Der Haushalt (zentral und Kommunen) ohne Sozialversicherungen sieht Einnahmen (inkl. EU-Fördermitteln von 2,34 Mrd. Euro) in Höhe von 10,92 Mrd. Euro (+9% ggü. 2017) und Ausgaben von 11,38 Mrd. EURO (+7,7% gegenüber 2017 vor. Die konsequente Politik der bisherigen Regierungen zahlt sich 2018 aus: Erstmals seit der Unabhängigkeit wird – alle staatlichen Träger inkl. Sozialversicherungen einbezogen –  mit einem Haushaltsüberschuss in Höhe von 0,6 %/BIP gerechnet.

Die Verschuldung liegt relativ konstant bei 40 % des BIP. Litauen gehört in der EU zu den weniger verschuldeten Staaten. Die Auslandsverschuldung beläuft sich auf ca. 70 % der Gesamtschulden.

2017 lag die Inflation bei 3,8 %, 2016 bei 0,7 % (2014: 0,2 %; 2015: -0,7 %). Der durchschnittliche Monatslohn steigt kontinuierlich an und beträgt Ende 2017 885 Euro. Der monatliche Mindestlohn liegt bei 400 Euro.

Die Arbeitslosenquote sinkt kontinuierlich und lag Ende 2017 bei ca. 7 %. Gleiches gilt für die Jugendarbeitslosigkeit (13,1 %). Angesichts deutlich höherer Löhne in anderen EU-Staaten hält dennoch der Trend zur Emigration an. Die Arbeitslosigkeit wird 2018 voraussichtlich 6,5 % betragen und soll bis 2020 auf 5,4 % sinken.

Seit 01.01.2015 ist Litauen Mitgliedsland der Eurozone. Die Zustimmung der Bevölkerung zum Euro liegt bei über 70 %. Die Preisentwicklung zeigt ein gemischtes Bild: Während sich Dienstleistungen verteuert haben, sind einige Lebensmittelpreise leicht gesunken.

2016 gingen der Export um 1,3% und der Import um 2,2% zurück, 2017 ist ein Anstieg zu verzeichnen (Import +16,5%, Export +16,9%). Der Gesamtexport betrug 2017 26,4 Mrd. Euro, der Gesamtimport 28,8 Mrd. Euro, der Handelsbilanz-Saldo war negativ mit -2,4 Mrd. Euro. Russland bleibt trotz des Einfuhrverbots für Agrarprodukte aus Litauen mit Anteilen von 14,9% an Ausfuhr und 13,0 % an Einfuhr führender Handelspartner Litauens (2014 noch jeweils 20,8% und 21,6%), gefolgt von Lettland, Polen, Deutschland und USA. Litauen ist um die Erschließung neuer Märkte für Milch- und Fleischprodukte in Asien und Nahost bemüht. Die kumulierten ausländischen Direktinvestitionen liegen derzeit (Ende 2017) bei 14,7Mrd. Euro, pro Kopf 5215 Euro. Die meisten Investitionen kommen aus Schweden (24%), gefolgt von den Niederlanden (13,4%), Deutschland (7,9%), Cypern 6,9 und Polen (6%).

Aus strategischen Gründen ist die Verminderung der Abhängigkeit vom Russland-Gas-Lieferanten Gazprom für Litauen prioritär. Durch die Inbetriebnahme des Flüssiggasterminals in Klaipėda 2014 konnten mit Gazprom 20% günstigere Lieferpreise erzielt werden. Die Inbetriebnahme der Stromverbindungen nach Schweden und Polen im Dezember 2015 hat die Unabhängigkeit von Russland Energielieferungen weiter vergrößert. Eine Gaspipeline nach Polen (Fertigstellung bis 2021) ist geplant.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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