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Wirtschaft Liechtenstein

Artikel

Stand: März 2018

Wirtschaftslage

Liechtenstein ist ein kleines Wirtschaftsgebiet (160 qkm), das seit 1923 in einer Währungs- und Zollunion eng mit der Schweiz verflochten ist. Im Gegensatz zur Schweiz ist das Land seit 1995 jedoch auch Mitglied im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und damit wirtschaftlich in die EU integriert.

2015 lag das Bruttoinlandsprodukt bei 6,1 Mrd. CHF (+-0,7 %% ggü. dem Vorjahr), das Bruttonationaleinkommen in 2015 (keine neueren Zahlen verfügbar) bei 5 Mrd. CHF (+2,2%), d.h. 134 000 CHF pro Kopf. Das Bruttonationaleinkommen stellt die Summe der innerhalb eines Jahres von allen Bewohnern eines Staates (Inländerkonzept) erwirtschafteten Einkommen, unabhängig davon, ob diese im Inland oder im Ausland erzielt wurden, dar. In Liechtenstein ist die Unterscheidung zwischen Bruttoinlandsprodukt (Einkommen, das auf dem Territorium eines Landes – Inlandskonzept - erwirtschaftet wurde) wichtig, da über die Hälfte aller in Liechtenstein Beschäftigten (53% in 2015) nicht dort wohnen. 2016 waren in Liechtenstein rund 37 475 Personen voll- oder teilzeitbeschäftigt und damit etwa 2% mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote betrug in 2016 im Schnitt 2,3 %. Die monetären Rahmenbedingungen sind wegen der Währungsunion durch die Schweiz bestimmt. Die Exporte Liechtensteins (Werte ohne Schweiz, mit der Liechtenstein in einer Zollunion verbunden ist) sind in  2016  um 4% angestiegen. Wichtigste Exportgüter sind Maschinen und medizinische Geräte (39%), Metalle (20%) und Fahrzeuge (12,5%). Nach einer Umfrage des Liechtensteinischen Amts für Statistik erfreuen sich Industrie und Gewerbe des Fürstentum Anfang 2017 einer guten Geschäftslage. Fast zwei Drittel der Unternehmen in Industrie und Gewerbe berichten in I/2017 von steigenden Erträgen und gut 40% melden steigende Auftragseingänge.

Wichtige Wirtschaftszweige

Liechtenstein ist nicht nur von seinen Finanzinstituten geprägt, sondern auch ein innovativer und exportorientierter Industriestandort. Im Jahr 2015 arbeiteten 38 %  der Beschäftigten in der Industrie, gut 60 % im Dienstleistungssektor (davon 16% Finanzdienstleistungen), nur 0,8 % (283) in der Landwirtschaft. Anteile an der Wertschöpfung (2014): Industrie 41 %, Finanzsektor 25 %, weiterer Dienstleistungssektor 27 % und Agrarsektor 7 %. Die 16 in Liechtenstein lizensierten Banken verwalten weltweit Vermögen im Wert von über 200 Mrd CHF, sind aber damit im internationalen Vergleich eher ein Nischenplayer (rund 1% des weltweit grenzüberschreitend verwalteten Vermögens).

Außenwirtschaft

Wichtigster Handelspartner nach der Schweiz (und vor Österreich) ist Deutschland. Der Liechtensteiner Entwicklungsdienst (LED) leistet Entwicklungshilfe, schwerpunktmäßig in Afrika und Zentralasien. Die Microfinance Initiative Liechtenstein (MIL) fördert daneben die Vergabe von Kleinkrediten in Entwicklungsländern.

Mitglied in Wirtschaftsgruppierungen

Liechtenstein ist Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR), der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) und der Welthandelsorganisation (WTO). Liechtenstein unterstützt daneben multilaterale Hilfsprojekte des Entwicklungsprogrammes der Vereinten Nationen (UNDP) sowie des Welternährungsprogramms (WFP). Das Land hat sich im März 2009 zum OECD-Standard in Steuersachen bekannt und schloss danach zahlreiche bilaterale Abkommen über den Informationsaustausch in Steuersachen ab, darunter auch mit Deutschland. Seit Oktober 2009 ist Liechtenstein Mitglied des Globalen Forums zur Transparenz und zum Informationsaustausch in Steuersachen. Liechtenstein gehört in Sachen  Automatisierter Informationsaustausch (AIA) zur Gruppe der „early Adopters“, die mit dem Austausch bereits 2017 beginnen.

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