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Liechtenstein: Kultur und Bildung Liechtenstein

06.03.2019 - Artikel


Bildungssystem

Die allgemeine Struktur des Bildungs- und Erziehungswesens ist geprägt von den pädagogischen Traditionen und Schulsystemen der deutschsprachigen Nachbarländer Österreich und Schweiz, wobei die schweizerischen Anteile überwiegen. Mit Ausgaben von jährlich rund 13.000 Franken pro Schüler/Student liegt Liechtenstein neben der Schweiz im europäischen Spitzenbereich bei den Bildungsausgaben.

In Liechtenstein gibt es 22 öffentliche und 3 private Schulen. Die öffentlichen Schulen unterteilen sich in 11 Gemeindeschulen (2 Jahre Kindergarten und 5 Jahre Primarschule) und 11 Sekundarschulen. Die dreigliedrige Sekundarstufe besteht aus 3 Oberschulen, 5 Realschulen und einem Gymnasium. Zusätzlich wird ein freiwilliges 10. Schuljahr angeboten.

Englisch ist erste Fremdsprache ab der dritten Primarklasse, erste Fremdsprache in der Sekundarstufe und Pflichtfach bis zum Abschluss der 9. Stufe. Daneben werden Französisch, Italienisch und Spanisch in der Sekundarstufe als Pflicht-/Wahlpflicht- oder Wahlfächer angeboten (Französisch ist Pflichtfach in Realschule und Gymnasium auf der 7. und 8. Stufe). Die Regierung strebt die Einführung der Fremdsprache Englisch bereits ab der 1. Primarschulstufe an. Das Gymnasium Liechtenstein bietet die bilinguale Matura (Deutsch/Englisch) an.

Eine Berufsmaturitätsschule eröffnet den Weg zu einem Hochschulstudium in Liechtenstein oder Österreich oder zu Fachhochschulen in der Schweiz.  Die duale Berufsausbildung hat einen sehr hohen Stellenwert. Die Berufsschulen werden vorwiegend in benachbarten schweizerischen Kantonen besucht.

Im seit 1992 bestehenden eingeschränkten tertiären Bereich gibt es die Universität Liechtenstein (Studienrichtungen Architektur, BWL und Wirtschaftsinformatik), die Private Universität im Fürstentum Liechtenstein für Humanwissenschaften (Fachrichtungen Psychologie und Neurowissenschaften/hauptsächlich Doktoranden), die Internationale Akademie für Philosophie sowie schließlich das Liechtenstein-Institut (auf Liechtenstein bezogene Forschung und Lehre in Geschichte, Rechts- und Politik- sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaft).

Die Ausbildungen zum Lehrberuf werden vorwiegend in schweizerischen Pädagogischen Hochschulen und Universitäten absolviert.

Liechtenstein ist aktiver Partner im Bologna-Prozess. Durch bilaterale Abkommen mit der Schweiz und Österreich sind der freie Zugang zu den dortigen Universitäten und die Gleichstellung Studierender aus jenen Ländern mit liechtensteinischen Studierenden gesichert. Zu Deutschland besteht eine solche Vereinbarung mit der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen. Die überwiegende Zahl der Studierenden mit Wohnsitz in Liechtenstein besucht schweizerische und österreichische Universitäten; ein geringer Anteil studiert in Deutschland.

In Liechtensteiner Betrieben werden jährlich rund 1.200 Lehrlinge ausgebildet, weitere circa 50 in der Schweiz. Die schulische Berufsbildung erfolgt fast ausschließlich in der Schweiz. Die dort gültigen Berufsbilder, Ausbildungs- und Prüfungsregelungen gelten für Liechtenstein entsprechend.

Wissenschaft, Kunst und Literatur

Liechtenstein sieht Kultur als Staatsaufgabe an und will mit aktiver Kulturpolitik nationale Identität und Staatsbewusstsein prägen. In diesem Sinne wurde zum 01.01.2013 das Amt für Kultur geschaffen, das  sich mit der kulturellen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Liechtensteins befasst. Das Amt besteht aus den Abteilungen Archäologie, Denkmalpflege, Landesarchiv und Kulturschaffen. Wegen seiner geographischen Lage an einer der wichtigsten Nord-Süd-Routen und seiner geringen Größe war und ist Liechtenstein kein in sich abgeschlossener Kulturraum. Liechtenstein verfügt im Austausch mit den umliegenden Regionen der Schweiz, Österreichs und Deutschlands über ein reges und vielfältiges kulturelles Leben. Es hat in den letzten Jahren beachtliche Anstrengungen unternommen, sein kulturelles Angebot zu erweitern (u.a. Einrichtung der Kunstschule im Jahr 2002, Renovierung des Landesmuseums 2003). Herausragend ist das im November 2000 in Vaduz eröffnete Kunstmuseum. Die Kulturstiftung Liechtenstein verfügte zur Förderung von Kultursparten und –projekten im Jahr 2017 über ein Budget von ca. 2,3Mio CHF. Förderschwerpunkt ist mit 36% die Musik, danach folgen Darstellende Kunst (14 %), Bildende Kunst (13%), Volkskultur/Landeskunde (11 %), Kunstraum Engländerbau (10 %), Literatur (9 %), Audiovisuelle Medien (5 %) und Interdisziplinäre Projekte (2 %).

Medien, Soziale Medien

In Liechtenstein gibt es eine Wochen- und zwei Tageszeitungen. Das auflagenstärkste Blatt ist das der Vaterländischen Union nahestehende „Liechtensteiner Vaterland“ (Normalauflage 9.000 und eine wöchentliche Großeauflage von 20.500 Exemplaren). Das „Liechtensteiner Volksblatt“ (Naheverhältnis zur Fortschrittlichen Bürgerpartei FBP) hat eine Normalauflage von 6.200 und eine wöchentliche Großauflage von 21.000 Exemplaren. In demselben Verlag wie das „Vaterland“ erscheint auch die „Liechtensteiner Woche“ („Liewo“) jeweils am Sonntag, ein kostenlos verteiltes Anzeigenblatt (Auflage 46.800).

Liechtenstein verfügt mit „Radio Liechtenstein“ über einen eigenen, seit 2003 als öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt organisierten Radiosender. Daneben versorgt der im schweizerischen Buchs ansässige Sender „Radio Ri“ die gesamte Region im Rheintal, außerdem gibt es lokale Sender der Gemeinden.

Der „Landeskanal“, Liechtensteins öffentlich-rechtlicher Fernsehsender, wird vom Presse- und Informationsamt Liechtensteins betrieben. 1 FL TV ist der einzige private Fernsehsender.

Hinweis: Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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