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Wirtschaft Liberia

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Stand: Juni 2018

Wirtschaftslage

Liberia ist reich an natürlichen Ressourcen. Allein die Eisenerzvorkommen werden auf 2 bis 5 Milliarden Tonnen geschätzt. Vor der Küste wurden Erdölvorkommen entdeckt, deren Förderbarkeit und kommerzieller Wert noch geprüft werden.

Es gibt gute Voraussetzungen für nachhaltige Landwirtschaft, die 34,2 Prozent des BIP erbringt (2016).

Wichtigste Exportgüter sind Rohstoffe, vor allem Eisenerz und Rohkautschuk, aber auch Palmöl und Holz sowie Gold und Diamanten.

Daneben ist das liberianische Schifffahrtsregister eine wichtige Devisenquelle. Auch zahlreiche deutsche Schiffe fahren unter liberianischer Flagge.

Die wichtigsten makroökonomischen Kennzahlen waren in den Jahren vor Ausbruch der Ebola-Epidemie gut. Liberia hatte hohe Wachstumsraten bei nur moderater Staatsverschuldung - nach Erlass von rund 4,6 Milliarden US-Dollar Auslandsschulden. Seit 2015 sind – insbesondere in Folge der Ebola-Epidemie und des Einbruchs der Weltmarktpreise für Eisenerz, Rohkautschuk und Palmöl – deutliche Wachstumseinbußen zu verzeichnen. Viele ausländische Unternehmen reduzierten ihr internationales Personal oder zogen es ganz ab. Größere geplante Neuinvestitionen wurden verschoben.

Viele Produzenten können derzeit nicht kostendeckend in Liberia fördern. Die mit den genannten Entwicklungen einhergehenden Steuerausfälle verschärfen die Budgetprobleme der Regierung. Im Jahr 2016 betrug das reale Wachstum des BIP -1,6 Prozent, im Jahr 2017 betrug es 2,5 Prozent. Für 2018 prognostiziert der IWF ein BIP-Wachstum von 3,2 Prozent.

Die Arbeitslosigkeit, insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit, bleibt weiterhin sehr hoch. Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung dürften unterbeschäftigt bzw. im informellen Sektor tätig sein, bestätigte Zahlen hierzu gibt es jedoch nicht. Die Inflation lag 2017 bei etwa 12,3 Prozent, ausgelöst durch den weltweiten Anstieg der Nahrungsmittelpreise und den fallenden Kurs des liberianischen Dollars.

Umweltpolitik

Liberia besitzt mit rund 45 Prozent der Gesamtfläche des Landes den größten noch verbleibenden Primärwald in Westafrika. Der Regenwald ist durch zunehmende Abholzung gefährdet - auch, weil er für die Bevölkerung nach wie vor eine wesentliche Quelle für Nahrung und Beschäftigung darstellt. Mit der EU gibt es seit 2011 ein „Voluntary Partnership Agreement„ zur Zertifizierung von Holzexporten. Die einschlägigen Gesetze werden aber nicht immer eingehalten.

Mit Unterstützung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit soll deshalb der Sapo-Nationalpark im Südosten des Landes besser geschützt und außerdem ein natürlicher Korridor durch den Grebo-Forst bis zum Taï-Nationalpark im Südwesten von Côte d'Ivoire gebildet werden.

Gravierende Probleme stellen die Müll- und Abwasserbeseitigung und Trinkwasserversorgung dar. Weniger als 60 Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu sauberem Wasser und weniger als 40 Prozent zu sanitären Einrichtungen.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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