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Wirtschaftspolitik Lettland

Artikel

Stand: April 2018

Grundlinien der Wirtschaftspolitik

Die lettische Wirtschaft hat die Wirtschafts- und Finanzkrise überwunden. Die Wirtschaftsleistung ist seit 2010 wieder stetig gewachsen. Im Dezember 2008 hatte Lettland von der internationalen Gebergemeinschaft ein Kreditpaket von insgesamt 7,5 Mrd. Euro erhalten. Im Gegenzug leitete Lettland einen harten Spar- und Reformkurs zur Haushaltskonsolidierung ein und konnte Ende 2012 die Kredite vorzeitig und aus eigener Kraft zurückzahlen. Lettland hat zudem zum 1. Januar 2014 erfolgreich den Euro eingeführt. Infolge dieser positiven Entwicklungen haben die großen Ratingagenturen Lettland in der letzten Zeit regelmäßig aufgewertet und sehen das Land wieder als stabil an.

Aktuelle wirtschaftliche Lage

Das Bruttoinlandsprodukt lag 2017 bei 26,9 Mrd. Euro, im Vergleich zum Vorjahr ein Wachstum um 5,1%. Die Inflationsrate im Jahresdurchschnitt 2016 betrug 0,1%, für 2017 wurden 2,9% erwartet. Die Arbeitslosenrate lag Ende 2009 noch bei über 20% und ist bis Februar 2018 auf 8% gesunken (Quelle: EU Kommission). Lettland wächst schneller, als die baltischen Nachbarn. Für 2018 werden 3,5–4,2% erwartet.

Im WTO Global Competitiveness Index 2017-2018 belegt Lettland Platz 54 von 137 Ländern.

Außenhandel

Aufgrund der Ukrainekrise hat sich die seit Jahren spürbare Erholung des Außenhandels verlangsamt. Über 70% des lettischen Außenhandels werden mit Ländern der Europäischen Union abgewickelt (80% des Imports, sowie 66,5% des Exports mit Partnern der EU-28).

Größter Außenhandelspartner ist Litauen. Deutschland war 2017 zweitwichtigster Lieferant nach Lettland (mit 11,26% der Gesamtimporte) und viertgrößter Abnehmer lettischer Exporte (7,31%). Andere wichtige Handelspartner Lettlands sind Russland, Estland, Schweden, Polen und Finnland.

Deutsche Unternehmen exportieren vor allem Fahrzeuge und Ersatzteile, Maschinen, Ausrüstungen und Elektrogeräte, Chemieerzeugnisse sowie Lebensmittel nach Lettland. Deutschland bezieht aus Lettland hauptsächlich Holz und Holzprodukte (darunter Möbel), Metallwaren, Glasfasererzeugnisse und Aluminiumlegierungen.

Energiewirtschaft

Im April 2017 wurde der Gasmarkt liberalisiert. Latvijas Gaze wird umstrukturiert und agiert nun als Anbieter, das Gasnetz wurde in das Unternehmen Conexus ausgegliedert. Durch die Liberalisierung sinkt der Gaspreis, dies wird sich aber nur wenig auswirken, da der Gasverbrauch in Lettland insgesamt rückläufig ist.

Umwelt

Der Erhalt der biologischen Vielfalt, der Ausbau einer nachhaltigen Wasserwirtschaft, die breitere Verwendung erneuerbarer Energien, die Steigerung der Energieeffizienz bei Gebäuden und in den Haushalten zählen zu Prioritäten der lettischen Umweltpolitik.

In der Regel finden umweltpolitische Maßnahmen dann breite Unterstützung in der Bevölkerung, wenn sie sie sich finanziell nicht belastend auf den Einzelnen auswirken. Erneuerbare Energien haben in Lettland einen Anteil am Primärenergieverbrauch von knapp 39%.

Lettland ist zu 44,1% von Waldflächen bedeckt und bietet mit bedeutenden Naturschutzgebieten und einer außergewöhnlich hohen Zahl von registrierten Tier- und Pflanzenarten (rund 27.700) ein attraktives Ziel für den Öko- und Landtourismus. Es ist Lettland gelungen, die erheblichen Küstenwasserverschmutzungen, die auf die zwischenzeitlich weitgehend still gelegten Industriebetriebe aus der Sowjetzeit zurückgehen, zu beheben.

Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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