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Außenpolitik Laos

Artikel

Stand: Oktober 2017

Bilaterale und multilaterale Beziehungen

Als einer der letzten kommunistisch verfassten Staaten der Welt unterhält die Demokratische Volksrepublik Laos heute – nach der wirtschaftlichen Neuorientierung der späten 80er Jahre – gute Beziehungen zur internationalen Staatengemeinschaft. Westliche Staaten, darunter Deutschland, haben sich lange auf die entwicklungspolitische Zusammenarbeit konzentriert. Die Europäische Union als größter Investor und zweitgrößter Handelspartner im ASEAN (Association of Southeast Asian Nations)-Raum baut mit Unterstützung ihrer Mitgliedstaaten ihre politische Präsenz in den ASEAN-Ländern, darunter Laos, aus. Die EU ist wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien mit Botschaftern vertreten. Die USA haben trotz nachwirkender Erinnerungen an den Indochina-Krieg eine beachtliche Präsenz aufgebaut, Australien ist als Pazifikstaat in Wirtschaft (Bergbau) und Bildung (Stipendien) besonders engagiert. Politisch und wirtschaftlich sehr aktiv sind auch Japan und Südkorea. Das historisch-politische Sonderverhältnis von Laos zum kommunistischen Nachbarn und Verbündeten Vietnam besteht fort. Der nördliche kommunistische Nachbar China übt mit Investitionen und Infrastrukturleistungen (u.a. Bau der ersten Eisenbahnlinie durch Laos) einen wachsenden Einfluss aus. Die Beziehungen zu den südlichen Nachbarstaaten Thailand und Kambodscha sind stabil, es bestehen allerdings offene Grenzfragen. Thailand ist ein wichtiger Wirtschaftspartner bei Handel und Investitionen, zudem sind rund 90.000 Laoten dort beschäftigt. Auf der gemeinsamen kommunistischen Ideologie beruhende Rücksichtnahme übt Laos gegenüber Nordkorea, auch wenn sich dies politisch und wirtschaftlich kaum auswirkt.

Wichtige bilaterale Geber in der Entwicklungszusammenarbeit sind Japan, Deutschland, Luxemburg, Frankreich, Korea, Singapur und Australien. Die wichtigsten multilateralen Geber sind die Asian Development Bank (ADB), die Weltbank und die Europäische Union. Mehrere Unterorganisationen der Vereinten Nationen sind in Laos tätig.

Dichtere Beziehungen zu westlichen Staaten haben u.a. zu einer offeneren Aussprache über Menschenrechtsfragen geführt, wobei grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten fortbestehen. Das Verschwinden des bekannten Zivilgesellschaftsvertreters Sombath Somphone, seit Dezember 2012 ungeklärt, sowie die hohen Haftstrafen für drei junge Internetaktivisten werfen einen Schatten auf die internationalen Beziehungen. Die EU und Australien führen einen regelmäßigen Menschenrechtsdialog.

Die von den Indochina-Kriegen belasteten Beziehungen zu den USA – im sog. Secret War bekämpften die USA von Basen in Laos den Vietkong und bombardierten den auf langen Strecken durch Laos verlaufenden Ho-Chi-Minh-Pfad, Munitionsreste fordern bis heute Schwerverletzte und Todesopfer – haben sich kontinuierlich verbessert. Im Juli 2010 fand das erste offizielle Treffen auf Außenminister-Ebene seit 1975 statt.  Präsident Obama besuchte das Land anlässlich des 28./29. ASEAN-Doppelgipfels vom 6.-8. September 2016 und brachte neue Unterstützungszusagen, darunter bei der Kampfmittelbeseitung (UXO-Clearance), mit. Der vormalige laotische Staatspräsident Choummaly Sayasone nahm im Februar 2016 am USA-ASEAN-Gipfel in Kalifornien teil.

Im November 2012 richtete Laos den 9. ASEM-Gipfel ("Asia-Europe-Meeting“) aus; Deutschland war durch Bundesaußenminister Guido Westerwelle vertreten. Beim 11. ASEM-Gipfel in Ulan Bator traf die deutsche Bundeskanzlerin am 14. Juli 2016 mit dem laotischen Premiermister Thongloun Sisoulith zusammen.

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