Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Politische Gespräche in Kuwait Kuwait

07.10.2015 - Artikel

Beim Besuch von Außenminister Steinmeier standen bilaterale und regionale Themen im Fokus. Im Gespräch mit Kronprinz Scheich Nawaf gab es große Übereinstimmung in der Bewertung aktueller Krisen.

Bei seinem Besuch in Kuwait Stadt standen für Außenminister Frank-Walter Steinmeier und seine kuwaitischen Ansprechpartner vor allem bilaterale und regionale Themen im Fokus. Im Gespräch mit Kronprinz Scheich Nawaf Al-Ahmad Al-Sabah gab es große Übereinstimmungen in der Bewertung der aktuellen Krisen.

Regionale Krisen im Fokus

Begrüßung von Steinmeier und Sabah
Der kuwaitische Vize-Premier und Außenminister Sabah begrüßt Außenminister Steinmeier.© Photothek/Imo

Von den deutsch-indischen Regierungskonsultationen ging es für den deutschen Außenminister am Montag Nachmittag (05.10.) weiter zu einem Besuch in das Emirat Kuwait. Zuletzt hatte Steinmeier seinen kuwaitischen Amtskollegen und Vize-Premierminister, Scheich Sabah Al-Khalid Al-Sabah, im Mai 2014 in Berlin empfangen.

Ziel des Besuchs war vor allem der Austausch zu den auch für Deutschland drängenden Konflikten in der Region von Syrien über Irak und Jemen bis nach Libyen. Dabei standen die aktuellen intensiven diplomatischen Bemühungen im Fokus. Kuwait nimmt in der internationalen Zusammenarbeit wie auch innerhalb des Golfkooperationsrat oft eine vermittelnde Rolle ein. Zudem ist das Land als Nachbar von Saudi-Arabien und Iran ein wertvoller Gesprächspartner innerhalb der Region.

Im Gespräch des deutschen Außenministers mit Kronprinz Nawaf am Dienstagmorgen (06.10.) gab es große Übereinstimmung in der Bewertung der aktuellen Krisen. Im Anschluss tauschte sich Steinmeier auch mit seinem Amtskollegen Sabah aus.

Kuwait: Großes humanitäres Engagement

Mit dem kuwaitischen Kronprinzen Nawaf
Mit dem kuwaitischen Kronprinzen Nawaf© Photothek/Imo

Mit Blick auf den Syrien-Konflikt betonte der deutsche Außenminister bei einer gemeinsamen Pressebegegnung, dass beide Länder in humanitären Fragen eine Führungsrolle übernommen hätten, und zollte dem kuwaitischen Engagement seine Anerkennung. Kuwait hat seit Beginn des Konflikts bereits drei Geberkonferenzen ausgerichtet, um innerhalb der internationalen Gemeinschaft Mittel für die Hilfsorganisationen aufzubringen. Und auch Deutschland engagiert sich für die Versorgung syrischer Flüchtlinge: So haben auf Initiative von Außenminister Steinmeier Vertreter der G7 und weiterer Staaten in der vergangenen Woche in New York vereinbart, weitere 1,8 Milliarden Dollar an Flüchtlingshilfe bereitzustellen.

Über das humanitäre Engagement hinaus bekräftigte Steinmeier, dass es für den Einstieg in eine politische Lösung elementar sei, dass wichtige Partner der Region und die internationale Gemeinschaft gemeinsame Interessen ausmachten: „Und einen Einstieg in eine Lösung werden wir nur finden, wenn wichtige internationale Partner näher zusammenkommen als sie zurzeit zusammen sind“. Auch dürften, so Steinmeier, unterschiedliche Sichtweisen „Kompromissen, die wir jetzt brauchen, nicht im Wege stehen“. Steinmeier hoffe, dass die in der VN-Woche begonnenen Gespräche zwischen den USA und Russland ein Einstieg seien, „die Unterschiede der Vergangenheit zu überwinden“. Zudem hoffe er, so Steinmeier, „dass hier in der Region, der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Iran nicht dauerhaft Lösungsansätzen für Syrien im Wege steht“.

Pluralismus als Quelle von Stärke und Stabilität

Bei seinem Besuch in Kuwait traf Außenminister Steinmeier außerden den kuwaitischen Parlamentspräsidenten und Sprecher der Nationalversammlung, Marzouk Al-Ghanim, sowie Wirtschaftsvertreter. In einem Interview mit der kuwaitischen Nachrichtenagentur KUNA betonte Steinmeier, dass das Emirat angesichts seiner politischen Entwicklungen eine Inspiration für die Region darstellen könne: Das Land beweise, dass politischer und religiöser Pluralismus, die Fähigkeit unterschiedliche Sichtweisen auszuhalten und die Bereitschaft zu Kompromissen kein Zeichen von Schwäche sind, sondern ganz im Gegenteil eine Quelle von Stärke und Stabilität seien.

Zum Weiterlesen

Interview mit der kuwaitischen Nachrichtenagentur KUNA: „Kuwait's political experience could be an inspiration for the region.“ (Interview in englischer Sprache)

Bilaterale Beziehungen zwischen Kuwait und Deutschland

Kuwaits Außenminister zu Besuch in Berlin

Verwandte Inhalte

Schlagworte

nach oben