Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Erster Besuch eines kubanischen Außenministers seit der Wiedervereinigung Kuba

10.05.2016 - Artikel

Steinmeier empfing seinen Amtskollegen Rdoriguez in Berlin und drückte seine Freunde darüber aus, die Zusammenarbeit nach Jahren des Stillstands voranbringen zu können.

Mit Bruno Rodriguez Parrilla ist am Dienstag (10.05.) zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung ein kubanischer Außenminister zu einem offiziellen Besuch in Berlin gewesen. Frank-Walter Steinmeier begrüßte ihn im Auswärtigen Amt und drückte nach dem Gespräch seine Freude darüber aus, die Zusammenarbeit mit Kuba nach Jahren des Stillstands voranbringen zu können.

Die beiden Außenminister beim Gespräch auf dem Dach des Auswärtigen Amtes
Die beiden Außenminister beim Gespräch auf dem Dach des Auswärtigen Amtes© Photothek / Trutschel

Reste des Kalten Krieges überwinden

Es war die zweite historische Begegnung der beiden Außenminister innerhalb von zehn Monaten. Erst im Juli 2015 war Steinmeier als erster bundesdeutscher Außenminister in die kubanische Hauptstadt Havanna gereist, nun folgte der Gegenbesuch von Rodriguez. Diese Wiederannäherung findet vor dem Hintergrund statt, dass zwischen Kuba und den USA nach Jahrzehten der politischen Eiszeit zuletzt Tauwetter herrschte. Steinmeier nannte dies ein „wahrhaft epochales Ereignis“ und begrüßte, dass hier nun endlich der letzte Rest des Kalten Krieges überwunden werden könne.

Die Wiederbelebung der bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Kuba hat derweil schon konkrete Formen angenommen. Eine Grundsatzvereinbarung hat den Rahmen für politische Konsultationen gesteckt. Beide Länder sind darin übereingekommen, ein Büro der deutschen Wirtschaft in der kubanischen Hauptstadt zu eröffnen. Und ein Kulturabkommen soll den Weg dafür ebnen, dass deutsche Kulturmittler vor Ort ihre Arbeit aufnehmen können. Außenminister Steinmeier äußerte sich nach dem Gespräch zuversichtlich, dass die entsprechenden Abkommen „noch in diesem Jahr“ unterzeichnet werden können.

Dialog auch zu schwierigen Themen

Steinmeier und Rodriguez bei der Pressekonferenz nach dem Gespräch
Steinmeier und Rodriguez bei der Pressekonferenz nach dem Gespräch© Photothek / Trutschel

Er freue sich, so Steinmeier, dass damit die partnerschaftliche Zusammenarbeit vorangebracht werden könne. Deutschland wolle dabei auch den kubanischen Weg der Öffnung unterstützen. Denn das politische, wirtschaftliche und kulturelle Interesse an Kuba sei hierzulande groß und nehme weiter zu. Der Austausch bezieht auch Themen mit ein, bei denen unterschiedliche Auffassungen bestehen, wie etwa den politischen Bürgerrechten. Hieran ist Deutschland auch über den politischen Dialog zwischen der Europäischen Union und der kubanischen Regierung beteiligt. Außenminister Rodriguez würdigte den Verlauf dieser Gespräche als positiv und konstruktiv.

Der kubanische Außenminister sieht großes Potenzial, gerade auch für die Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern. Kuba verfolge derzeit sehr langfristige Entwicklungsziele mit einem Horizont bis zum Jahr 2030. Auch als kleines Land habe es einige sehr interessante Wettbewerbsvorteile zu bieten. Er nehme sowohl gegenüber Deutschland als auch der Europäischen Union gegenseitiges Interesse an vertiefter Zusammenarbeit wahr.

Hoffnung auf Frieden in Kolumbien

Neben den bilateralen Fragen war auch die Lage in Lateinamerika Gesprächsthema. Denn Kuba spiele eine wichtige Rolle in der Region, sagte Steinmeier nach dem Gespräch. Er hob die Vermittlerrolle des Landes im kolumbianischen Friedensprozess hervor. Dort stehen Regierung und die Guerillas der FARC kurz vor dem Abschluss eines Friedensvertrages, der einen Jahrzehnte währenden Bürgerkrieg beenden könnte. Er sei guter Hoffnung, so Steinmeier, dass ein Abschluss noch in diesem Jahr gelinge. Dies wäre ein wichtiger Beitrag zu einer friedlichen Zukunft Kolumbiens und beispielhaft für die Region.

Zum Weiterlesen

Besuch von Außenminister Steinmeier in Havanna

Länderinformationen Kuba

Verwandte Inhalte

Schlagworte

nach oben