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Kuba: Wirtschaft Kuba

05.03.2019 - Artikel

Wirtschaftslage

Kubas planwirtschaftlich organisiertes Wirtschaftssystem gilt als wenig leistungsfähig und befindet sich in einem tiefgreifenden Wandlungsprozess. Das umfassende Wirtschaftsembargo der USA, das verschärft werden soll, sowie Umweltkatastrophen (etwa Hurrikan „Irma“ 2017, Tornado 2019) erschweren die wirtschaftliche Entwicklung. Trotz 50% unbebauter landwirtschaftlicher Flächen muss Kuba jährlich Nahrungsmittel im Wert von 2 Mrd. USD einführen. Angesichts sehr geringer Löhne im staatlichen Sektor von ca. 31 USD hat ein Großteil der überdies stark alternden kubanischen Bevölkerung Mühe, die Grundbedürfnisse zu befriedigen. Es gibt eine zunehmende wirtschaftliche Ungleichheit in der Bevölkerung, die unter anderem  durch eine doppelte Währung verursacht ist.

Die Regierung bemüht sich seit einigen Jahren um die Modernisierung und Effizienzsteigerung des sozialistischen Wirtschaftssystems sowie um Importsubstitution. In der neuen Verfassung wird erstmals das Privateigentum garantiert und die Notwendigkeit von Auslandsinvestitionen für die Entwicklung des Landes festgeschrieben.

2010 hatte die Regierung Maßnahmen beschlossen, mit denen Kleinunternehmer die Möglichkeit privatwirtschaftlicher Betätigung, etwa im Tourismus und Transportwesen, bei Beherbergung und Gastwirtschaften, erhielten. Inzwischen gibt es etwa 600.000 Selbständige. Ihre Tätigkeit wurde im Sommer 2018 durch umfassende neue Vorschriften stark reglementiert und teilweise eingeschränkt.  

Das Bruttoinlandsprodukt ist nach offiziellen Angaben im Jahr 2018 um 1 % gestiegen, weit unter dem für nachhaltige Entwicklung notwendigen 5-6 %. Infolge der Reduzierung der Erdöllieferungen zu Vorzugspreisen durch Venezuela hat Kuba zunehmende Probleme im Energiebereich sowie beim Ausgleich der Handelsbilanz. Kuba hat große Liquiditätsprobleme. In den vergangenen Jahren wurden die Auslandsschulden weitgehend umgeschuldet. Kuba versucht, die Abhängigkeit von Importen zu reduzieren, die eigene Landwirtschaft zu stärken  und baut insbesondere auf den Ausbau des Tourismussektors. Daneben soll das Investitionsgesetz von 2014 ausländische Investitionen anlocken, z.B. durch Ansiedlung ausländischer Unternehmen  in der Sonderwirtschaftszone des Hafens Mariel. 
Kuba ist zwar Mitglied der Welthandelsorganisation (WHO), aber kein Mitglied des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank oder der Interamerikanischen Entwicklungsbank. Kuba favorisiert eine engere Kooperation der lateinamerikanischen Staaten untereinander im Rahmen der 'Alianza Bolivariana para las Américas' (ALBA) und der im Dezember 2011 gegründeten CELAC (Gemeinschaft der Lateinamerikanischen und Karibischen Staaten). 2017 ist Kuba erstmals einer regionalen Entwicklungsbank beigetreten, der zentralamerikanischen Bank der wirtschaftlichen Integration (BCIE).

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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Straßenszene in Cienfuegos
Straßenszene in Cienfuegos © picture alliance/DUMONT Bildarchiv

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