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Kultur- und Bildungspolitik Kroatien

Artikel

Stand: März 2018

Grundlinien der Kulturpolitik

Das Kulturleben in Kroatien ist lebendig und vielfältig. Film- und Musikfestivals und Theateraufführungen prägen das Leben überall im Lande. Kroatische Städte verfügen über ausgezeichnete Museen. Dabei gilt das Interesse auch zeitgenössischer Kultur. Es gibt eine eigenständige Pop- und Jazzszene. Das Kulturleben wird von staatlicher Seite unterstützt und gefördert. Daneben wird aber auch das kulturelle Erbe gepflegt: Kroatien vereinigt auf kleinem Raum eine Vielzahl von höchst unterschiedlichen traditionellen Kulturräumen. Istrien und Dalmatien sind norditalienisch geprägt. In Zagreb und anderen Städten Nord- und Ostkroatiens ist das Erbe der Österreichisch-Ungarischen Monarchie noch deutlich sichtbar: Slawonien ist eine typisch ostmitteleuropäisch geprägte Kulturlandschaft mit einer kleinen deutschen Minderheit donauschwäbischen Ursprungs. Im Nordosten sind ungarische, an der Grenze zu Bosnien und Herzegowina südslawische Einflüsse spürbar. Diesem kulturellen Reichtum entspricht eine Vielzahl von häufig lokalen Initiativen, die sich dem Erhalt und der Pflege der kulturellen Traditionen verschrieben haben. Das kroatische Kulturministerium unternimmt zahlreiche Anstrengungen, um die nationalen materiellen und immateriellen Kulturgüter im Rahmen des UNESCO-Welterbes zu schützen.

Bildungssystem

Die Schulpflicht beträgt acht Jahre. Danach kann der Schulbesuch (Jahrgangsstufen 9 bis 12) in Mittelschulen oder in Fachschulen fortgesetzt werden. Die kroatische Regierung hat zum Schuljahr 2009/10 ein Zentralabitur eingeführt. An mittlerweile 45 Schulen kann das Deutsche Sprachdiplom (DSD I und DSD II) erworben werden. Im Rahmen der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ kooperiert das Goethe-Institut in Kroatien mit acht ausgewählten Mittelschulen. Insgesamt gibt es in Kroatien 54 Partnerschulen der Bundesrepublik Deutschland.

Seit 2009 nimmt Kroatien am Studentenaustauschprogramm Erasmus teil. Es gibt zahlreiche Deutschlernende an Schulen und Hochschulen , an Schulen lernen ca. 165.000 Schülerinnen und Schüler Deutsch als erste oder zweite Fremdsprache.

Größere Universitäten gibt es in Zagreb, Rijeka, Pula, Osijek, Zadar, Split und in Dubrovnik. Daneben gibt es zahlreiche Fachhochschulen sowie private Universitäten und Colleges. Die Zahl der Studenten liegt bei circa 160.000 (2016/17). In vielen Bereichen existieren gute internationale wissenschaftliche Kontakte. Allerdings sind die Arbeits- und Forschungsbedingung sowie die Bezahlung in westeuropäischen Ländern für Akademiker besser als in Kroatien, so dass viele kroatische Wissenschaftler im Ausland leben und forschen.

Medien

Derzeit existieren jeweils fünf überregionale und regionale Tageszeitungen sowie 50 überregionale und regionale Wochenzeitschriften in Kroatien. Neben der öffentlich-rechtlichen nationalen Rundfunk- und Fernsehanstalt  (HRT)gibt es  fünf private überregionale, 19 regionale und lokale Fernsehsender sowie 3 überregionale und 131 regionale und lokale private Radiosender. Digitales Fernsehen und Radio mit in- und ausländischen Programmen gehört zum kroatischen Alltag, ebenso eine Vielzahl an Nachrichtenportalen.

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