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Kroatien: Außenpolitik Kroatien

03.09.2019 - Artikel

Grundlinien der Außenpolitik

Seit dem 1. Juli 2013 ist Kroatien Mitglied der Europäischen Union (EU). Aktuelle europapolitische Ziele der kroatischen Regierung sind eine baldmögliche Schengen-Vollmitgliedschaft, der Euro-Beitritt sowie die Vorbereitung der ersten kroatischen EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2020.

Nach den EU-Beitrittsverhandlungen von 2005 bis 2011 stimmte die kroatische Bevölkerung mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen am 22. Januar 2012 in einem Referendum für den EU-Beitritt.

Seit dem 1. April 2009 ist Kroatien Mitglied der NATO. Im Sicherheitsbereich beteiligt sich Kroatien an Friedens- und besonderen politischen Missionen der NATO, der EU sowie der Vereinten Nationen, unter anderem in Afghanistan.

Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten

Mit den Nachbarländern besteht eine intensive Zusammenarbeit durch politische Kontakte auf allen Ebenen und zahlreiche bilaterale Verträge. Eine weitere Verbesserung der Beziehungen zu seinen Nachbarländern, insbesondere den anderen Nachfolgestaaten Jugoslawiens, wird immer wieder als Ziel kroatischer Politik genannt. So haben sich die Beziehungen zu Bosnien und Herzegowina sowie Serbien im Alltag weitgehend normalisiert, allerdings werden immer wieder offene bilaterale Fragen thematisiert. Das Verhältnis zu Montenegro ist frei von tiefgreifenden Spannungen. Zwischen Kroatien und Slowenien bestehen politisch, wirtschaftlich und kulturell enge Beziehungen, die allerdings vom Streit um den genauen Verlauf der Land- und Seegrenze zwischen beiden Staaten sowie einigen weiteren offenen bilateralen Fragen belastet sind.

2010 initiierten die Regierungschefs Kroatiens und Sloweniens den sogenannten „Brdo-Brijuni-Prozess“ zur regionalen Verständigung der Länder des ehemaligen Jugoslawiens und des Westlichen Balkans sowie zur Unterstützung der EU-Perspektive. Dieser wurde 2013 und 2014 auf Ebene der Staatschefs neu belebt. Der letzte Gipfel fand am 8./9. Mai 2019 in Tirana, Albanien statt.

Innerhalb der Region wirkt Kroatien an Kooperationsforen wie der Adriatisch-Ionischen Initiative und der Zentraleuropäischen Initiative mit. Kroatien ist Gastgeberland des Regionalen Zentrums für Sicherheitskooperation RACVIAC und Mitglied in der Nachfolgeorganisation des Stabilitätspakts für Südosteuropa, dem im Februar 2008 gegründeten Regionalen Kooperationsrat (RCC). Kroatien nimmt auch am Berlin-Prozess, der mit der Westbalkan-Konferenz in Berlin 2014 gestartet wurde, teil.

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