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Kroatien: Beziehungen zu Deutschland Kroatien

20.06.2019 - Artikel

Politische Beziehungen

Die sehr engen Beziehungen zwischen Deutschland und Kroatien werden insbesondere geprägt von circa 390.000 kroatischen Staatsbürgerinnen und –bürgern (Statistisches Bundesamt), die in Deutschland leben, sowie vielen Kroatinnen und Kroaten, die zeitweise in Deutschland lebten und wieder nach Kroatien zurückgekehrt sind. Zudem besuchen jedes Jahr über 2,6 Millionen deutsche Touristen Kroatien. Auch in wirtschaftlicher, wissenschaftlicher und technischer Hinsicht bestehen enge Verbindungen zwischen beiden Ländern. Der am 7. März 2019 von beiden Außenministern unterzeichnete bilaterale Aktionsplan stärkt die Beziehungen zwischen Deutschland und Kroatien weiter.

Wechselseitige Besuche auf politischer Ebene finden regelmäßig statt. Zuletzt führte Bundeskanzlerin Merkel am 18. Mai 2019 in Zagreb Gespräche mit dem kroatischen Ministerpräsidenten Plenković. Bundespräsident Steinmeier war vom 20. bis 22. März 2019 zu einem offiziellen Besuch in Kroatien. Zusätzlich nutzen Deutschland und Kroatien zahlreiche multilaterale Treffen, zum Beispiel in den politischen Gremien der Europäischen Union, für einen engen Austausch.

Die Gemischten Kommissionen Bayerns und Baden-Württembergs mit Kroatien treffen sich regelmäßig. Wechselseitige Besuche von Mitgliedern des Bundestags, von Ministerpräsidenten und Mitgliedern der Landtage bzw. von kroatischen Parlamentsabgeordneten sowie regelmäßige Kontakte von Fachbeamten, Unternehmensvertretern, Wissenschaftlern, Studenten und interessierten Bürgern führen zu einem regen Austausch auf allen Ebenen. Mit deutscher Hilfe wurden in der Vergangenheit auch humanitäre Maßnahmen durchgeführt: dazu zählen die Reparatur kriegszerstörter Häuser, der Wiederaufbau und die Modernisierung der Infrastruktur sowie die Räumung von Minen.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Friedrich-Ebert-Stiftung sowie die Hanns-Seidel-Stiftung sind jeweils mit Büros in Zagreb präsent. Weitere deutsche politische Stiftungen beziehen Kroatien in ihre Projektarbeit mit ein.

Wirtschaftsbeziehungen

Deutschland ist Kroatiens größter Handelspartner, gefolgt von Italien, Slowenien und Ungarn; bei den ausländischen Direktinvestitionen nimmt Deutschland nach den Niederlanden und Österreich den dritten Platz ein. Neben größeren deutschen Investitionen unter anderem durch DAX-Konzerne haben zahlreiche mittelständische deutsche Unternehmen Tochterfirmen in Kroatien gegründet. Deutsche Urlauber stellen mit über 2,6 Millionen Touristen das zahlenmäßig größte Kontingent an Besuchern Kroatiens.

Ein Abkommen über den gegenseitigen Schutz von Investitionen trat im August 2000 in Kraft, ein Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung im Dezember 2006.

Seit 2003 ist in Kroatien eine Deutsch-Kroatische Industrie- und Handelskammer mit circa 420 registrierten Unternehmen tätig. Germany Trade and Invest ist mit einem Büro ebenfalls in Zagreb vertreten.

Kulturelle Beziehungen

Grundlage der bilateralen kulturellen Kooperation ist das deutsch-kroatische Kulturabkommen vom 26. August 1994, das seit dem 23. Januar 1998 in Kraft ist. Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind die Mobilitätsförderung im Bereich der Wissenschaft und der Hochschulen sowie der Erhalt beziehungsweise weitere Ausbau der starken Stellung der deutschen Sprache im kroatischen Bildungswesen (fast 30 Prozent aller kroatischen Schüler lernen Deutsch als erste oder zweite Fremdsprache). In Kroatien sind das Goethe-Institut, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA-Koordinator für das Deutsche Sprachdiplom und acht weitere Programmlehrer an kroatischen Gymnasien) tätig. Die Deutsche Internationale Schule in Zagreb (DISZ) besteht seit dem Jahr 2004. Sie führt vom Kindergarten bis zum Abitur und kooperiert im „Eurocampus“ eng mit der Französischen Schule Zagreb.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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