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Außenpolitik Kroatien

Artikel

Stand: April 2018

Grundlinien der Außenpolitik

Seit dem 1. Juli 2013 ist Kroatien Mitglied der Europäischen Union (EU) und hat damit sein über Jahre wichtigstes außenpolitisches Ziel erreicht. Auf dem Weg dahin trat am 1. Februar 2005 ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit der EU in Kraft, am 3. Oktober 2005 begannen die Beitrittsverhandlungen, nachdem der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (IStGHJ) die uneingeschränkte Zusammenarbeit Kroatiens mit dem IStGHJ bestätigt hatte. Nach Abschluss der Beitrittsverhandlungen am 30. Juni 2011 wurde am 9. Dezember 2011 der Beitrittsvertrag von den Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Mitgliedstaaten und Kroatiens unterzeichnet. Am 22. Januar 2012 stimmte die kroatische Bevölkerung mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen in einem Referendum für die Ratifizierung des Beitrittsvertrages zur Europäischen Union. Am 9. März 2012 wurde dieser einstimmig durch das kroatische Parlament, den Sabor, ratifiziert.

Seit dem 1. April 2009 ist Kroatien Mitglied der NATO. Im Sicherheitsbereich beteiligt sich Kroatien an Friedens- und besonderen politischen Missionen der NATO, der EU sowie der Vereinten Nationen (einschließlich Afghanistan).

Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten

Mit den Nachbarländern besteht eine intensive Zusammenarbeit durch politische Kontakte auf allen Ebenen und zahlreiche bilaterale Verträge. Eine weitere Verbesserung der Beziehungen zu all seinen Nachbarländern, insbesondere den anderen Nachfolgestaaten Jugoslawiens, wird immer wieder als Ziel kroatischer Politik genannt. So haben sich die Beziehungen zu Bosnien und Herzegowina und Serbien im Alltag weitgehend normalisiert, allerdings werden immer wieder offene bilaterale Fragen thematisiert. Das Verhältnis zu Montenegro ist frei von tief greifenden Spannungen. Zwischen Kroatien und Slowenien bestehen politisch, wirtschaftlich und kulturell enge Beziehungen, die allerdings vom Streit um den genauen Verlauf der Land- und insbesondere der Seegrenze zwischen beiden Staaten und einigen weiteren offenen bilateralen Fragen belastet sind

2010 initiierten die Regierungschefs Kroatiens und Sloweniens den sogenannten „Brdo-Brijuni-Prozess“ zur regionalen Verständigung der Länder des ehemaligen Jugoslawiens und des Westlichen Balkans untereinander sowie zur Unterstützung der EU-Perspektive. Dieser wurde 2013 und 2014 auf Ebene der Staatschefs neu belebt. Der letzte Gipfel fand am 3. Juni 2017 in Brdo/Slowenien statt.

Innerhalb der Region wirkt Kroatien an Kooperationsforen wie der "Quadrilateralen" (mit Ungarn, Slowenien und Italien), der Adriatisch-Ionischen Initiative und der Zentraleuropäischen Initiative mit. Kroatien ist Gastgeberland des Regionalen Zentrums für Sicherheitskooperation RACVIAC und Mitglied in der Nachfolgeorganisation des Stabilitätspakts für Südosteuropa, dem im Februar 2008 gegründeten Regionalen Kooperationsrat (RCC).

Als jüngstes EU-Mitglied bietet Kroatien seinen Nachbarländern an, sie mittels Erfahrungsaustausch auf deren Weg in die Europäische Union zu unterstützen.

Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.


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