Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Kosovarischer Außenminister zum Antrittsbesuch in Berlin Kosovo

02.03.2015 - Artikel

Außenminister Steinmeier traf am 2. März den kosovarischen stellvertretenden Premierminister und Außenminister Hashim Thaçi zu einem Gespräch im Auswärtigen Amt.

Knapp drei Monate nach seinem Amtsantritt kam der stellvertretende kosovarische Premierminister und Außenminister Hashim Thaçi am Montag (02.03.) zu seinem Antrittsbesuch ins Auswärtige Amt.

Antrittsbesuch in Berlin: Kosovos Außenminister Thaçi (l.).
Antrittsbesuch in Berlin: Kosovos Außenminister Thaçi (l.).© AA

"Wir haben schwierige Zeiten hinter uns," sagte Außenminister Steinmeier mit Blick auf das Ringen um Eigenstaatlichkeit und die Anerkennung von Kosovo als Staat. Deutschland sei in den vergangenen Jahren, so denke er, ein "verlässlicher Partner" für das Land gewesen.

Im Mittelpunkt des Gesprächs im Auswärtigen Amt stand neben aktuellen Fragen in den bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Kosovo auch die weitere Entwicklung Kosovos im regionalen Kontext. Ebenso sprachen Steinmeier und Thaçi über regionale und internationale Fragen.

Der kosovarische Außenminister dankte Deutschland für die "kontinuierliche Unterstützung" und betonte das weitere Engagement seiner Regierung, Reformen im politischen und wirtschaftlichen Bereich durchzuführen. Zur "vieldiskutierten Frage" einer zuletzt großen Ausreisewelle aus Kosovo zeigten sich beide Minister einig, dass diese dem Land schade.

Auswärtiges Amt stellt 1 Million Euro zusätzlich für Projekte im Kosovo bereit

Außenminister Steinmeier (r.) und sein kosovarischer Amtskollege Thaçi.
Außenminister Steinmeier (r.) und sein kosovarischer Amtskollege Thaçi.© AA

Außenminister Steinmeier sprach mit Blick auf die Ausreisewelle von einem "Aderlass" und betonte, wie wichtig weitere Anstrengungen seien, um den Menschen bessere Perspektiven in ihrer Heimat zu bieten. Er kündigte an, dass das Auswärtige Amt kurzfristig eine Million Euro zusätzlich für Projekte in Kosovo zur Verfügung stellt. Diese Mittel können ab März in Projekte zur Re-Integration von Rückkehrern sowie in die Förderung von Existenzgründern fließen.

Die kosovarische Regierung unternehme große Anstrengungen, die Bevölkerung aufzuklären, sagte Steinmeier und machte erneut klar, dass es unverantwortlich sei, wenn bei Menschen "unerfüllbare Hoffnungen" geweckt würden:

Wer nicht politisch verfolgt ist, für den führt ein Asylantrag in Deutschland oder einem anderen europäischen Staat eben nicht zu einem dauerhaften Aufenthalt, sondern zur Rückkehr nach Kosovo.

Annäherung der Region an die EU

Ebenso Thema im Gespräch der beiden Außenminister war der Normalisierungsprozess zwischen Kosovo und Serbien. Außenminister Steinmeier bekräftigte, dass der politische Dialog beiden Seiten nutze. Diesen Weg müsse man mit der "notwendigen Geduld und der Bereitschaft zu Realismus und Kompromissen gehen." Außenminister Thaçi betonte, dass Deutschland ein wichtiger Partner auf Kosovos Weg Richtung EU sei und nannte auch die Normalisierung zwischen Serbien und Kosovo "sehr wichtig" für die "gemeinsame Zukunft der Region" in der EU.

Mit Blick auf Bosnien und Herzegowina sprach Außenminister Steinmeier die Annäherung Bosniens und Herzegowinas an die Europäische Union an. Vor kurzem hatten Deutschland und Großbritannien gemeinsam eine Initiative gestartet, den ins Stocken geratenen Prozess der EU-Annäherung noch einmal in Gang zu bringen, "weil es insgesamt zur Stabilisierung des westlichen Balkans gut und hilfreich wäre, wenn da, wo politische Prozesse noch Störungen hervorrufen, wir diese Störungen soweit wie möglich abbauen."


Weitere Informationen:

Mehr zu den bilateralen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Kosovo

Mehr zum deutsch-britischen Engagement in Bosnien und Herzegowina

Verwandte Inhalte

Schlagworte

nach oben