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Stand: Januar 2018

Nordkorea ist international isoliert und eines der am meisten abgeschotteten Länder der Erde. Seine wichtigsten Leitprinzipien sind die Autarkie und die 'Militär zuerst'-Politik.

Formal wurde nach dem Koreakrieg 1950-1953 nie ein Friedensvertrag mit Südkorea geschlossen. Die Abgrenzung richtet sich denn auch vornehmlich gegen den südlichen Nachbarn sowie die dort stationierten amerikanischen Truppen.

Nordkorea bezeichnet sich in seiner Verfassung als Atommacht; nach nordkoreanischer Überzeugung sind Atomwaffen der effektivste Weg zur Sicherung der nationalen Souveränität. Das Zentralkomitee der Arbeitspartei hat am 31. März 2013 zusätzlich als nationales Entwicklungsparadigma die Festlegung der sogenannten Parallellinie beschlossen, wonach die Fortentwicklung des Atomprogramms auch den ungestörten wirtschaftlichen Aufbau garantiert.

Die internationale Staatengemeinschaft ist bestrebt, Nordkorea zu einer Aufgabe seines Nuklearprogramms zu bewegen. Wichtigstes Forum dafür waren seit 2003 die sogenannten Sechsparteiengespräche, an denen neben den beiden Koreas die USA, China, Russland und Japan teilnahmen.

Nach dem Machtübergang auf Kim Jong Un 2012 hatte es zunächst positive Signale gegeben. So sagte Nordkorea im März 2012 als Gegenleistung für Lebensmittellieferungen aus den USA ein Nuklearmoratorium zu. Die Durchführung eines unter der VN-Resolution 1874 verbotenen und letztlich misslungenen Raketenstarts im April 2012 machte diese Hoffnungen jedoch wieder zunichte. Mit dem erneuten – diesmal erfolgreichen – Raketenstart am 12. Dezember 2012 und dem Test einer Atombombe am 12. Februar 2013 sank die Wahrscheinlichkeit einer Rückkehr an den Verhandlungstisch jedoch weiter, zumal Nordkorea in Reaktion auf die Verschärfung der VN-Sanktionen in Resolution 2087 zunächst verkündete, nicht mehr an 6-Parteien-Gesprächen teilnehmen zu wollen.

Am 6. Januar 2016 führte Nordkorea seinen vierten Atomtest durch, bei dem angeblich eine Wasserstoffbombe gezündet wurde. Am 7. Februar 2016 folgte der Start einer Langstreckenrakete, mit der ein Satellit in eine Erdumlaufbahn gebracht wurde, und am 9. September 2016 ein fünfter Atomtest. Im Juli 2017 startete Nordkorea zwei Raketen, die es zum ersten Mal als ballistische Interkontinentalraketen (ICBM) bezeichnete, und führte am 3. September 2017 seinen sechsten Atomtest durch. Am 29. November 2017 folgte ein weiterer ICBM-Start, den die nordkoreanische Führung als „Vollendung der staatlichen Atomwaffe“ bezeichnete. In allen Fällen liegt ein Verstoß gegen das Völkerrecht vor, worauf der VN-Sicherheitsrat mit einer Reihe von Resolutionen neue Sanktionen verhängte.

In den innerkoreanischen Beziehungen führten diese Ereignisse zunächst zu einem neuen Tiefpunkt. Südkorea suspendierte die Zusammenarbeit zwischen Nord und Süd auf allen Gebieten und verfügte im Februar 2016 die vorläufige Stilllegung der gemeinsam betriebenen Sonderwirtschaftszone in Kaesong. Der Norden reagierte mit einer Schließung der Zone, Ausweisung aller südkoreanischen Arbeitskräfte und Beschlagnahme der darin befindlichen Vermögenswerte südkoreanischer Unternehmen. Nach der in versöhnlichem Ton gehaltenen Neujahrsansprache von Kim Jong Un kam es im Januar 2018 zu den ersten Gesprächen zwischen  Nord- und Südkorea seit über zwei Jahren. Dabei wurde eine Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Winterspielen und den Paralympics im Februar und März 2018 in Pyongchang (Südkorea) vereinbart. Bisher ist noch unklar, ob die Gespräche auf weitere Themen ausgedehnt werden.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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