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Stand: November 2018

Nordkorea ist international isoliert und eines der am meisten abgeschotteten Länder der Erde. Seine wichtigsten Leitprinzipien sind die Autarkie und die 'Militär zuerst'-Politik.

Formal wurde nach dem Koreakrieg 1950-1953 nie ein Friedensvertrag mit Südkorea geschlossen. Die Abgrenzung richtet sich denn auch vornehmlich gegen den südlichen Nachbarn sowie die dort stationierten amerikanischen Truppen.

Nordkorea bezeichnet sich in seiner Verfassung als Atommacht; nach nordkoreanischer Überzeugung sind Atomwaffen der effektivste Weg zur Sicherung der nationalen Souveränität. Das Zentralkomitee der Arbeitspartei hat am 31. März 2013 zusätzlich als nationales Entwicklungsparadigma die Festlegung der sogenannten Parallellinie beschlossen, wonach die Fortentwicklung des Atomprogramms auch den ungestörten wirtschaftlichen Aufbau garantiert. Am 20.04.2018 wurde auf einer Sondersitzung des Zentralkomitees die alleinige Konzentration auf die Wirtschaftsentwicklung angekündigt,

Die internationale Staatengemeinschaft ist bestrebt, Nordkorea zu einer Aufgabe seines Nuklearprogramms zu bewegen. Wichtigstes Forum dafür waren seit 2003 die sogenannten Sechsparteiengespräche, an denen neben den beiden Koreas die USA, China, Russland und Japan teilnahmen.

Nach dem Machtübergang auf Kim Jong Un 2012 verliess Nordkorea die Sechsparteiengespräche und trieb die Entwicklung seiner Nuklearwaffentechnologie und des Programms ballistischer Raketen mit Nachdruck voran. Der Rhythmus der einzelnen Waffentests beschleunigte sich in den Jahren 2016 und 2017 deutlich. Beim letzten Nuklearwaffentest am 3. September 2017 handelte es sich nordkoreanischen Angaben zufolge erstmalig um eine Wasserstoffbombe.

Als Reaktion auf das nordkoreanische Vorgehen verhängte der VN-Sicherheitsrat in rascher Folge eine Reihe zusätzlicher Sanktionen, die insbesondere die Möglichkeiten des Landes zur Beschaffung von Devisen und Technologie einschränken sollten.

Auch in den innerkoreanischen Beziehungen führte diese Entwicklung zunächst zu einem neuen Tiefpunkt. Südkorea suspendierte die Zusammenarbeit zwischen Nord und Süd auf allen Gebieten und verfügte im Februar 2016 die vorläufige Stilllegung der gemeinsam betriebenen Sonderwirtschaftszone in Kaesong. Der Norden reagierte mit einer Schließung der Zone, Ausweisung aller südkoreanischen Arbeitskräfte und Beschlagnahme der darin befindlichen Vermögenswerte südkoreanischer Unternehmen.

Der Verschärfung des Klimas bis zum Jahr 2017 folgte im Jahr 2018 eine rasche Anzahl von Ereignissen, die zumindest in atmosphärischer Hinsicht eine Verbesserung bewirkten. Nach einer in versöhnlichem Ton gehaltenen Neujahrsansprache von Kim Jong Un nahmen beide koreanische Teilstaaten mit einer gemeinsamen Mannschaft an den Olympischen Winterspielen und den Paralympics im Februar und März 2018 in Pyongchang (Südkorea) teil. Ferner trafen der chinesische und der südkoreanische Staatspräsident jeweils dreimal mit Kim Jong Un zu Gesprächen zusammen, und am 12. Juni 2018 kam es zu einer Begegnung Kim Jong Uns mit US-Präsident Trump. In der Folge kam es zu einer Anzahl einzelner Maßnahmen beider Seiten, so z.B. der Einstellung der gemeinsamen Großmanöver der USA und Südkoreas, der (nicht verifizierbaren) Sprengung des Nuklearwaffentestgeländes von Punggye-Ri und die Übergabe sterblicher Überreste von im Koreakrieg gefallenen US-Soldaten durch Nordkorea.

Eine Vereinbarung über die vollständige, nachprüfbare und irreversible Abschaffung des nordkoreanischen Programms für Nuklearwaffen und ballistische Raketen, die die entscheidende Voraussetzung für eine Normalisierung des Verhältnisses zu Nordkorea darstellt, konnte dagegen bisher nicht erreicht werden.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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