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Außenpolitik Kongo (Republik Kongo)

Artikel

Stand: Juni 2018

Grundlagen der Außenpolitik

Präsident Sassou Nguesso ist einer der dienstältesten Staatschefs in Afrika. Er ist - mit einer mehrjährigen Unterbrechung nach seiner Abwahl in den ersten demokratischen und freien Wahlen Anfang der 90er Jahren - seit 1979 im Amt

Die Republik Kongo gehört der Gruppe der zehn afrikanischen Staaten (C-10) an, die den Staaten der Afrikanischen Union einen Vorschlag zur Reform des VN-Sicherheitsrats unterbreiten soll.

Präsident Sassou Nguesso war in verschiedenen Konflikten des Kontinents als Vermittler in der Zentralafrikanischen Republik als Garant des Abkommens von Libreville (11. Januar 2013), in den Streitigkeiten zwischen Sudan und Südsudan, im Kivukonflikt (zwischen Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo) sowie als Unterstützer der Militärintervention in Mali durch Bereitstellung von Transportkapazitäten für die Interventionstruppen Tschads. Außerdem ist er Vorsitzender des Hohen AU-Ausschusses für Libyen. Die Republik Kongo ist ebenso bei der Lösung der akuten Krise in der Demokratischen Republik Kongo aktiv engagiert.

Neben der Hinwendung zu Staaten, deren Unternehmer an der Nutzung der natürlichen Ressourcen, vor allem Erdöl und Holz, interessiert sind, ist die afrikanische Solidarität im Rahmen der Afrikanischen Union (Panafrikanismus) und der Regionalorganisationen wie CEMAC und CEEAC Kernbestandteil der kongolesischen Außenpolitik.

Bilaterale Beziehungen zu anderen Staaten

Die politischen Beziehungen zu Frankreich als frühere Kolonialmacht und privilegierter Wirtschaftspartner sind traditionell eng. Häufige gegenseitige Besuche von Politikern und hochrangigen Beamten unterstreichen die Besonderheit der Beziehungen. Der französische Erdölkonzern "Total" verfügt über etwa die Hälfte der Bohrlizenzen vor der Küste der Republik Kongo.

Aus Europa sind neben der Delegation der Europäischen Union und Deutschland auch Frankreich und Italien mit Botschaften in Brazzaville vertreten. Die Länder verfolgen wegen ihrer Erdölförderfirmen (Total bzw. ENI) ein besonderes wirtschaftliches Interesse in der Republik Kongo.

Russland und die Volksrepublik China unterhalten ebenfalls Botschaften. Insbesondere China ist im Bereich der wirtschaftlichen Zusammenarbeit - als Hauptakteur und -financier von Infrastrukturprojekten - aktiv. Auch zur Türkei und Brasilien pflegt die Republik Kongo gute Beziehungen.

Die Beziehungen zum Nachbarstaat Demokratische Republik Kongo unterliegen starken Schwankungen. Im Frühjahr 2011 kam es zur Krise, als die Demokratische Republik Kongo Brazzaville die Mitverantwortung für einen missglückten Putschversuch gegen Präsident Kabila zuwies. Ein Besuch von Präsident Sassou Nguesso beim Amtskollegen Kabila am 15. April 2011 beruhigte schließlich die Gemüter. 2014 kam es zur Massenausweisung von mindestens 110.000 illegal in der Republik Kongo lebenden Kinshasa-Kongolesen. Seit Ausbruch der akuten (Wahl-)Krise in der Nachbarrepublik vermittelt Staatspräsident Sassou Nguesso in dem Konflikt.

Mit dem benachbarten Gabun sind infolge verwandtschaftlicher Beziehungen der Staatschefs, häufiger Besuche Sassou Nguessos in Libreville und Stammesverwandtschaften die Beziehungen eng. Der damalige gabunische Staatspräsident Bongo hatte entscheidenden Einfluss auf das Zustandekommen des Waffenstillstandsabkommens vom 29.12.1999, mit dem der Bürgerkrieg beendet wurde, und auf die Führung des nationalen Dialogs mit dem Abschluss einer Konvention für Frieden und Wiederaufbau im April 2001, mit dem die Voraussetzungen für eine vorsichtige demokratische Entwicklung im Kongo geschaffen wurden.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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