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Wirtschaft Kongo (Republik Kongo)

Artikel

Stand: Juni 2018

Kurzcharakterisierung der Wirtschaft

Die Republik Kongo konnte dank ihrer Ölvorkommen in den vergangenen Jahren hohe Wachstumszahlen verzeichnen (IWF: 2014: 6,0 Prozent). Die Republik Kongo ist viertgrößter Ölproduzent in Subsahara-Afrika und leidet unter dem Ölpreisverfall. Der IWF erwartet nach einem Negativwachstum in 2017 für 2018 ein Wachstum von höchstens 0,7 Prozent, sofern die Republik Kongo und der IWF rasch ein Hilfsprogramm vereinbaren. Im gegenteiligen Fall ist mit einem weiteren Negativwachstum zu rechnen.

Die Diversifizierung anderer Wirtschaftszweige insbesondere beim Bergbau und in der Landwirtschaft kommt aufgrund des schlechten Investitionsklimas kaum voran. Aufgrund von Zahlungsausfällen stagniert der Ausbau der Infrastruktur. Der IWF und die Weltbank haben die Diversifizierung zur Priorität erklärt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in den beiden größten Städten Brazzaville und Pointe Noire. Die Republik Kongo muss ca. 70 Prozent ihrer Lebensmittel einführen, wofür zunehmend die Devisen fehlen.

Zwar konnte das Land im Jahr 2010 von einem vollständigen Schuldenerlass durch den Pariser Club profitieren, trotzdem beträgt die Verschuldung der Republik nach Berechnungen des IWF inzwischen über 110% des BIP und ist damit „untragbar“ geworden.

Die Republik Kongo ist Mitglied der Zentralafrikanischen Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft (CEMAC), der Wirtschaftsgemeinschaft Zentralafrikanischer Staaten (CEEAC) sowie der Organisation zur Harmonisierung des Handelsrechts in Afrika (OHADA). Die Landeswährung Franc CFA ist mit einem festen Wechselkurs an den Euro gekoppelt.

Die Republik Kongo liegt auf Rang 135 von 188 des Human Development Index (HDI) des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP, 2017). Etwa 32 Prozent der Bevölkerung leben in absoluter Armut mit weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag.

Wichtigste Wirtschaftszweige

Die kongolesische Wirtschaft wird stark vom primären Sektor geprägt. Die Ölproduktion macht circa 75 Prozent der Wirtschaftsleistung und 92 Prozent des Exports aus (gefolgt von Holz mit 2,9 Prozent); die wichtigsten Exportpartner sind die Volksrepublik China (52 Prozent), Frankreich, Italien und die Türkei. Der dominanteste Erdölproduzent, der französische Konzern Total, verfügt über 50 Prozent der Ölbohrlizenzen. Daneben ist der italienische Konzern ENI stark im Land vertreten.

Die Landwirtschaft hat ein kaum genutztes Potenzial, das stärker als bisher zur Diversifizierung der Volkswirtschaft beitragen könnte. Der Agrarsektor ist der wichtigste Arbeitgeber auf dem Land, Landwirtschaft wird jedoch zumeist nur als Subsistenzwirtschaft betrieben. Nach der Auflösung ehemals dominierender staatlicher Unternehmen wegen Unrentabilität auf Forderung der Bretton-Woods-Institutionen werden nur 2 Prozent der bebaubaren Fläche des Landes kultiviert. Der Sektor ist praktisch nicht mechanisiert, Familien beschränken sich auf die Produktion von Grundnahrungsmitteln (Maniok, Reis, Mais) und Kleintierhaltung für den Eigenbedarf. Während in der Vergangenheit Plantagen Obst, Kaffee, Kakao, Zuckerrohr und Palmöl für den Export produzierten, muss Kongo heute jedes Jahr Lebensmittel importieren.

Investitionsklima

Der dringend benötigten Diversifizierung der Wirtschaftsstruktur steht insbesondere das schlechte Investitionsklima im Wege. Der "Doing Business Report" der Weltbank von 2017 sieht die Republik Kongo auf Platz 179 von 189, mit besonders schlechten Werten in den Kategorien Unternehmensgründung, Steuereintreibung, grenzüberschreitender Handel und rechtliche Durchsetzbarkeit von Verträgen.

Bürokratieabbau und Korruptionsbekämpfung sind wichtige Ziele, auf die vor allem die Weltbank und der Internationale Währungsfonds im Rahmen einer 2011 ausgehandelten erweiterten Kreditfazilität einzuwirken versuchen.

Im Corruption Perceptions Index 2017 von Transparency International belegt die Republik Kongo Rang 161 von 180.

Infrastrukturschwächen (Elektrizität und Transport) und Fachkräftemangel sind weitere Investitionshemmnisse.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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