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"Musée de la Résidence" Kongo (Demokratische Republik Kongo)

30.10.2014 - Artikel

Wie die Residenz des deutschen Botschafters in Brazzaville vorübergehend zum "Ausweichquartier" für das kongolesische Nationalmuseum wurde.

Der Direktor des Nationalmuseums und zwei seiner Mitarbeiter
Der Direktor des Nationalmuseums und zwei seiner Mitarbeiter© AA

Die kongolesische Hauptstadt Brazzaville hat ein neues "Kunstmuseum" bekommen, das "Museum in der Residenz": Da das Nationalmuseum durch mehrere Bürgerkriege stark zerstört wurde, ist die vor einigen Monaten neu eröffnete Residenz des deutschen Botschafters vorübergehend zum Ausweichquartier geworden.

Das Nationalmuseum der Republik Kongo fristete seit den vielen Zerstörungen und Plünderungen der Bürgerkriege im Land im wahrsten Sinne des Wortes ein "Schattendasein": Die noch vorhandenen Kunstwerke, die vor Zerstörung und Plünderungen gerettet werden konnten, waren seit fast 20 Jahren in einem unterirdischen Depot des Museums verborgen. Raum für eine Präsentation der 35 Gemälde und 53 Keramikteller, die aus der Zeit nach der kongolesischen Unabhängigkeit Anfang der 60er Jahre stammen, hatte das Museum nicht mehr.

Kunstausstellung in der Residenz des Botschafters
Kunstausstellung in der Residenz des Botschafters© AA

Der deutsche Botschafter in Brazzaville, Thomas Strieder, entdeckte die Kunstschätze durch Zufall. Er war zu diesem Zeitpunkt selbst noch recht neu im Land: Eine deutsche Botschaft gibt es in Brazzaville erst seit 2012, auch die Residenz des Botschafters war erst vor kurzem eröffnet worden. Strieder stellte die noch unmöblierten Räume spontan für eine Ausstellung der Kunstwerke zur Verfügung.

Wiederbelebung vergessener Traditionen

Es handelt sich um Werke aus der traditionsreichen Malerschule von Poto-Poto sowie um Einzelstücke von Keramikarbeiten der "Ecole des Beaux Arts" in Brazzaville, die teilweise zum ersten Mal überhaupt der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die alte Tradition der Poto-Poto-Malerschule und der Keramikgestaltung war während der kongolesischen Bürgerkriege, aber auch während der lang andauernden marxistischen Herrschaft im Kongo in Vergessenheit geraten.

Kongolesische Kunstkeramik
Kongolesische Kunstkeramik© AA

Die Ausstellung in der deutschen Residenz ist für geführte Besuchergruppen offen und wird zahlreich besucht, unter anderem von Schulklassen. Die französische Botschaft in Brazzaville hat die Ausstellung sogar zum Anlass genommen, ein deutsch-französisches Kooperationsprojekt zu initiieren, das die in Vergessenheit geratene Tradition der Kunstkeramik in Brazzaville wiederbeleben will.

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