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Wirtschaftspolitik Kongo (Demokratische Republik Kongo)

Artikel

Stand: April 2018

Wirtschaftsstruktur

Trotz seiner wertvollen natürlichen Ressourcen (Bodenschätze, Holz, Wasserkraft, fruchtbare Böden) ist die DR Kongo ein armes Land. Es ist geprägt vom Bergbau, von landwirtschaftlicher Subsistenzwirtschaft und Kleinhandel. Die Landwirtschaft macht etwa 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Die DR Kongo ist sehr schwach industrialisiert.

Die Rohstoffindustrie ist ein bedeutender Wirtschaftszweig, besonders der Bergbausektor (Kupfer, Kobalt, Gold, Diamanten, Coltan, Kasserit, seltene Erden).

Weite Teile der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Schätzungen der Weltbank zufolge leben 77 Prozent der kongolesischen Bevölkerung von weniger als 2 US-Dollar pro Tag. Im "Human Development Index" der Vereinten Nationen belegte die DR Kongo im Jahr 2016 Platz 176 von 199 betrachteten Ländern.

2012 wurde ein internationaler Schuldenerlass für die Demokratische Republik Kongo abgeschlossen. DR Kongo über 1 Milliarde Euro Schulden erlassen.

Internationale Verflechtung

Die DR Kongo als fragiler Postkonfliktstaat steht vor schwierigen strukturpolitischen Herausforderungen bei der Gestaltung eines an sich attraktiven Wirtschaftsraumes. Hauptprobleme neben Instabilität und Korruption sind mangelnde Infrastruktur – mangelhafte Stromversorgung, schlecht ausgebautes Straßennetz, teure interne Flugverbindungen – und die schwache Kaufkraft der Bevölkerung: Weniger als 10 Prozent sind in regulären Beschäftigungsverhältnissen. Außerdem erschwert die wenig unternehmerfreundliche Wirtschafts- und Finanzverwaltung die Neugründung von Unternehmen.

Die Verbesserung der politischen wie wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist Voraussetzung für die Realisierung eines zentralen Anliegen der Regierung, nämlich ein besseres Wirtschafts- und Investitionsklima. . Im "Doing-business"-Bericht 2018 der Weltbank rangiert die Demokratische Republik Kongo weiterhin auf Platz 182 von 190 betrachteten Ländern. Im Korruptionswahrnehmungsindex 2017 der Organisation "Transparency International" belegt die Demokratische Republik Kongo unter 180Ländern Platz 161.

Aktuelle Wirtschaftslage

Die Prognose des IWF für das Wirtschaftswachstum 2018 liegt bei 3 Prozent und liegt damit unter der Bevölkerungswachstumsrate. Die ohnehin äußerst geringe Kaufkraft der breiten Masse verliert durch Inflation und Wechselkursverfall weiter.

Der Haushalt 2018 in Höhe von ca. 5 Mrd. USD wurde am 8. Dezember 2017 vom Paralment verabschiedet und am 14. Dezember 2017 vom Kabinett beschlossen. Die Kürzung von 10 Prozent in kongolesischen Franc (35 Prozent in US-Dollar) spricht für anhaltende Haushaltsdisziplin, allderings geht man von einem Wachstum von 4,4 Prozent in 2018 aus.

Der Franc Congolais ist frei konvertibel. Der Kurs ist im vergangenen Jahr im Verhältnis zur Parallelwährung US-Dollar drastisch gefallen. Die nominell unabhängige Zentralbank (BCC) hat die früheren Stützungskäufe aufgegeben. Im Vergleich zu den Vorjahren hat die Inflationsrate 2017deutlich angezogen; für 2018 werden 44 Prozent vom IWF prognostiziert. Zur Eindämmung der Inflation hat die Zentralbank im Juni den Leitzins von 14 auf 20 Prozent erhöht.

89-90 Prozent der Wirtschaftsleistung spielen sich im Bereich Schattenwirtschaft ab. Ein erheblicher Teil der lebenswichtigen Rohstoffexporte erfolgt in der Grauzone des Schmuggels.

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