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Mit anpacken für den Frieden: Steinmeier in Kolumbien Kolumbien

12.01.2017 - Artikel

Kolumbien ist auf der Zielgeraden, um den jahrzehntwährenden Konflikt mit der FARC-Guerilla zu beenden. Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat am Freitag (13.01.) das südamerikanische Land besucht, um die deutsche Unterstützung im Friedensprozess weiter auszubauen. Dabei hat er auch eine Entwaffnungszone im Konfliktgebiet besichtigt und das Deutsch-Kolumbianische Friedensinstitut eröffnet.

Steinmeier in der Entwaffnungszone
Steinmeier in der Entwaffnungszone© Photothek / Gottschalk

Diese Wochen und Monate haben historische Bedeutung für Kolumbien und weit darüber hinaus. Denn der jahrzehntelange Krieg zwischen Regierung und linksgerichteten Guerillas hat hunderttausende das Leben gekostet. Entsprechend tief sind die Narben, die dieser Konflikt in der Gesellschaft hinterlässt, und entsprechend schwierig gestaltete sich der Friedensprozess. Nachdem in langwierigen Verhandlungen im September 2016 der Durchbruch gelungen und ein Abkommen unterzeichnet war, gab es kurz darauf einen herben Rückschlag: Das Abkommen wurde in einer Volksabstimmung von einer knappen Mehrheit abgelehnt.

Beharrlich in Richtung Frieden

Diese Zelte teilen sich Vertreter von Regierung, FARC und UN
Diese Zelte teilen sich Vertreter von Regierung, FARC und UN© Photothek / Gottschalk

Doch der kolumbianische Präsident und Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos ließ nicht locker und startete eine zweite Verhandlungsrunde. Inzwischen ist das nachverhandelte Abkommen unter Dach und Fach und es läuft die Umsetzungsphase. Allerdings ist es nach einem so langen Konflikt alles andere als einfach, die Kämpfer zu entwaffnen und in die politischen Institutionen des Landes zu integrieren und schnell in allen ehemals umkämpften Gebieten staatliche Ordnung herzustellen. Auch die Vergangenheitsbewältigung ist eine wichtige und große Herausforderung.

Bitte um deutsche Unterstützung

In dem Friedensabkommen wird ausdrücklich der Wunsch geäußert, dass Deutschland diesen Prozess im Bereich Versöhnung und Übergangsjustiz unterstützen möge. Deutschland leistet schon seit Langem humanitäre Hilfe in Kolumbien und hatte den Friedensprozess mit Tom Koenigs als eigens dafür ernannten Sondergesandten des Außenministers unterstützt. Bereits seit Oktober läuft die Gründung des Deutsch-Kolumbianischen Friedensinstitutes (DKFI), das die Konsolidierung des Friedens wissenschaftlich begleiten und die Akteure politisch beraten wird.

Besuch in der Entwaffnungszone

Steinmeier eröffnet das Deutsch-Kolumbianische Friedensinstitut
Steinmeier eröffnet das Deutsch-Kolumbianische Friedensinstitut© Photothek / Gottschalk

„Wer Frieden will, braucht Mut“ – das war das Motto der Auftaktveranstaltung des DKFI. Außenminister Steinmeier sagte bei der Eröffnung: „Kolumbien sendet mit diesem Friedensschluss ein Signal aus an andere schier unlosbäre Konflikte: Frieden ist möglich!“. Außerdem nutzte er den Besuch auch für politische Gespräche mit seiner Amtskollegin Holguín und dem Staatspräsidenten Santos.

Am Freitagnachmittag hat sich der deutsche Außenminister auch direkt in das Konfliktgebiet begeben. In einer der 26 Sonderzonen, in denen sich derzeit tausende FARC-Kämpfer sammeln sollen, um die Waffen niederzulegen, hat er sich ein eigenes Bild von der Umsetzung des Friedensabkommens gemacht. Besonders beeindruckt zeigte er sich davon, dass Vertreter von Regierung, FARC und Vereinten Nationen dort sogar gemeinsam in einem Zelt schlafen.

Steinmeier: Mit dem Friedensprozess hat Kolumbien Geschichte geschrieben. Hier mit seiner Amtskollegin Holguin.
Steinmeier: Mit dem Friedensprozess hat Kolumbien Geschichte geschrieben. Hier mit seiner Amtskollegin Holguin.© Gottschalk/photothek.net

Gelingt Kolumbien die Herkulesaufgabe, den langwierigsten Konflikt der ganzen westlichen Hemisphäre nachhaltig zu beenden – es würde ein starkes Signal des Friedens in die krisengeplagte Welt senden. Deutschland steht bereit, dabei nach Kräften zu unterstützen.

Zum Weiterlesen

Rede von Außenminister Steinmeier zur Eröffnung des DKFI

Deutsche Stabilisierungsarbeit in Kolumbien

Länderinformationen Kolumbien

Offizielle Webseite des DKFI / Instituto CAPAZ

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