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Auswärtiges Amt unterstützt Opfer und Vertriebene des Konflikts in Kolumbien Kolumbien

27.09.2016 - Artikel

Deutschland ist schon lange für das Wohl der Opfer dieses Konflikts in Kolumbien engagiert und wird sich nach dem historischen Friedensschluss weiter für die Stabilisierung einsetzen.

Das historische Friedensabkommen zwischen der kolumbianischen Regierung und den FARC-Rebellen vom 26.09.16 wurde beim anschließenden Referendum von einer knappen Mehrheit der Wähler abgelehnt. Für Außenminister Steinmeier ist das „eine böse Überraschung und eine große Enttäuschung.“ Aber er hoffe dennoch, „dass es gelingt, den Frieden zu gewinnen“ und so einen über 40-jährigen Konflikt zu beenden. Deutschland ist schon lange für das Wohl der Opfer dieses Konflikts in Kolumbien engagiert und wird auch weiterhin unterstützen - etwa bei Fragen der Übergangsjustiz und Versöhnung.

Räumung der zahllosen Landminen in Kolumbien
Räumung der zahllosen Landminen in Kolumbien© Halo

An der Seite der Opfer

Über 300.000 Tote und Millionen Vertriebene sind Opfer dieses brutalen Konflikts geworden. Deutschland hat den betroffenen Menschen in Kolumbien über die letzten zehn Jahre zur Seite gestanden – mit rund 370 Millionen Euro in der Entwicklungszusammenarbeit und darüber hinaus durch humanitäre Hilfe. Hier konnten allein im Jahr 2016 in Zusammenarbeit mit deutschen und internationalen Nichtregierungsorganisationen, dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz und dem Minenräumungsdienst der Vereinten Nationen UNMAS Hilfsprojekte in Höhe von 5 Millionen Euro gefördert werden. Daneben engagiert sich Deutschland seit zehn Jahren für den kolumbianischen Friedensprozess, seit letztem Jahr auch durch den eigens hierfür ernannten Beauftragten Tom Koenigs.

Bevölkerung leidet weiterhin

Trotz des derzeitigen Waffenstillstands bleiben die humanitären Herausforderungen in Kolumbien groß. Die Bevölkerung leidet weiterhin unter den Folgen des jahrzehntelangen Bürgerkrieges. Ihre Häuser wurden zerstört und die Grundlagen ihres Lebensunterhalts vernichtet. Die Wiederherstellung von sicheren und menschenwürdigen Lebensbedingungen ist einer der Schwerpunkte der humanitären Hilfe des Auswärtigen Amts in Kolumbien. So unterstützte das Auswärtige Amt etwa Gesundheitseinrichtungen, die Verteilung von Hilfsgütern und den Bau von Unterkünften für Vertriebene im Land.

Außenminister Steinmeier bei Präsident Santos (2015)
Außenminister Steinmeier beim Treffen mit dem kolumbianischen Präsidentes Juan Manuel Santos: der innerkolumbianische Friedensprozess steht im Mittelpunkt des Gesprächs.© Photothek/Köhler

Die Folgen des Konflikts werden zudem durch Faktoren verschärft, die nicht menschengemacht sind. Denn auch das Wetterphänomen El Niño hat Kolumbien schwer getroffen und zu gravierenden Ernteausfällen aufgrund von Dürren geführt. Nicht nur die Anbauflächen litten unter dem ausbleibenden Regen, auch für Mensch und Tier gab es nicht ausreichend Trinkwasser. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz unterstützt das Auswärtige Amt ein Projekt, dass die Folgen von extremen Wetterereignissen für die Betroffenen mildert.

Unter den vermintesten Ländern der Welt

Darüber hinaus gehört Kolumbien zu den am stärksten verminten Ländern der Erde. In den vier Jahrzehntes der Auseinandersetzung wurden zahllose Minen gelegt, die eine konstante Gefahr insbesondere für die Landbevölkerung darstellen und die landwirtschaftliche Nutzung großer Flächen unmöglich machen. Das Auswärtige Amt engagiert sich aktiv bei der Minenräumung und beteiligt sich an der Plattform „Global Demining Initiative for Colombia“, um eine möglichst breite Wirkung der Initiativen zu erzielen. Gefahrenaufklärung für die Landbevölkerung, Räumung von Minenfeldern und Opferfürsorge gehen dabei Hand in Hand.

Zunächst geht es jedoch darum, nach dem knappen Ergebnis des Referendums einen Weg zu finden, den Frieden in Kolumbien zu retten. Außenminister Steinmeier äußerte dazu die Erwartung: „Die politisch Verantwortlichen sind es den Opfern und ihren Familien jetzt schuldig, dass die gerade erst geschöpfte Hoffnung auf Frieden nun nicht wieder zerstört wird. Die Gewalt, das Morden und Töten dürfen auf keinen Fall von vorne beginnen. Präsident Santos und seine Verhandlungspartner der FARC müssen an ihrem Willen zum Frieden festhalten.“

Zum Weiterlesen

Außenminister Steinmeier zum Ausgang des Referendums in Kolumbien

Länderinformationen Kolumbien

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