Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Zielgerade zum Friedensschluss: Deutsche Unterstützung für Kolumbien Kolumbien

08.07.2016 - Artikel

Nach über 50 Jahren und mehr als 340.000 Todesopfern nähert sich der Konflikt in Kolumbien seinem Ende. Das Auswärtige Amt engagiert sich dort schon seit Langem für die Opfer des Konflikts.

Ana Perfol mit ihrer kleinen Tochter
Ana Perfol mit ihrer kleinen Tochter© Caritas International / Escher

Nach über 50 Jahren und mehr als 340.000 Todesopfern nähert sich der Konflikt zwischen kolumbianischer Regierung und FARC-Guerillas seinem Ende. Das Auswärtige Amt ist schon seit vielen Jahren in Kolumbien engagiert. Seit der Ernennung von Tom Koenigs zum deutschen Beauftragten für den kolumbianischen Friedensprozess durch Außenminister Steinmeier wurde die Zusammenarbeit weiter ausgebaut. Dazu gehört sowohl die Unterstützung für die politische Verhandlungslösung als auch Maßnahmen im Bereich humanitäre Hilfe, Stabilisierung und Konfliktnachsorge.

Hilfe für die Opfer des Konflikts

Ana Perfol ist mit 26 Jahren bereits zweifache Mutter und Dorfvorsteherin im ländlichen Raum Kolumbiens. Sie berichtet:

Ich habe schon mehrere Vertreibungen erlebt. Das letzte Mal sind wir vor sieben Monaten zurückgekehrt. Neben der Angst vor neuer Gewalt, macht uns vor allem das illegale Goldschürfen große Sorgen. Der Fluss wird immer mehr verunreinigt, wir können hier nicht mehr fischen, sondern müssen dafür raus aufs Meer. Die Caritas hat uns geholfen einen Gemeindesaal zu bauen. Hier treffen wir uns regelmäßig und sprechen über alles, was die Gemeinde betrifft. Zusammen wollen wir versuchen, die Probleme Schritt für Schritt anzugehen. Es sind viele, aber es ist ein Anfang.

Das deutsche Engagement in Kolumbien kommt Menschen wie Ana Perfol zugute. Seit 2005 hat Deutschland rund 28 Millionen Euro an humanitärer Hilfe zur Verfügung gestellt, davon fünf Millionen Euro im Jahr 2016. Die Hilfe dient der Verbesserung der Lage für Binnenvertriebene und die vom Konflikt betroffene Bevölkerung. Zu den geförderten Maßnahmen gehören etwa:

  • Hilfs- und Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Menschen,
  • Gesundheitszentren,
  • Hilfsgüterverteilung,
  • Wasserversorgung und Sanitäreinrichtungen,
  • Unterkünfte für Vertriebene
  • Minenräumung
Außenminister Steinmeier bei Präsident Santos (2015)
Außenminister Steinmeier beim Treffen mit dem kolumbianischen Präsidentes Juan Manuel Santos: der innerkolumbianische Friedensprozess steht im Mittelpunkt des Gesprächs.© Photothek/Köhler

Gegen die Rekrutierung Minderjähriger

Um einen dauerhaften Frieden zu erreichen, müssen auch die Gesetzespakete zu Opferentschädigung und Landrückgabe effektiv umgesetzt werden. Sowohl die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit als auch die Max Planck Stiftung führen daher mit Unterstützung des Auswärtigen Amts Maßnahmen zur Stärkung des Rechtsstaats durch. Insbesondere sollen Minderheiten Zugang zu staatlichen Leistungen erhalten. Weitere Unterstützungsmaßnahmen richten sich an zivilgesellschaftliche Organisationen, die wichtige Präventionsarbeit gegen die Rekrutierung Minderjähriger leisten und an der Konzeption lokaler Konfliktlösungsmechanismen mitarbeiten.

Mit der Unterzeichnung eines dauerhaften Waffenstillstands zwischen Regierung und Rebellen in Havanna am 23. Juni ist der Friedensschluss greifbar nahe. Außenminister Steinmeier sichert Kolumbien für den anstehenden Weg deutsche Unterstützung zu:

Deutschland wird Kolumbien wie in den vergangenen 10 Jahren auch künftig mit aller Kraft in den Bemühungen um den lang ersehnten Frieden unterstützen. Zusätzlich werden wir uns deshalb am humanitären Minenräumen beteiligen, ein deutsch-kolumbianisches Friedensinstitut mit Sitz in Kolumbien einrichten und das neu geschaffene Ministerium für Post-Konflikt und Menschenrechte mit einem Umweltberater personell verstärken.

Zum Weiterlesen

Erklärung von Außenminister Steinmeier zur Waffenstillstandsvereinbarung

Erklärung von Außenminister Steinmeier zum kolumbianischen Friedensprozess

Länderinformationen Kolumbien

Deutsches Engagement für Krisenprävention

Deutsche Humanitäre Hilfe

Verwandte Inhalte

nach oben