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Außenpolitik Kolumbien

Artikel

Stand: April 2018

Lateinamerika – Ausbau der regionalen Kooperation

Ein Schwerpunkt der kolumbianischen Außenpolitik ist die regionale Integration. Ein besonders enges Verhältnis unterhält Kolumbien zu den Partnerländern der Pazifik-Allianz (Chile, Peru und Mexiko), die in kurzer Zeit deutliche Integrationsfortschritte erzielt hat. Seit 1. Juli 2017 hält Kolumbien die einjährige pro-tempore Präsidentschaft dieser Organisation. Der asiatisch-pazifische Raum ist für Kolumbien politisch und wirtschaftlich zunehmend von Interesse. Kolumbien ist darüber hinaus Mitglied der Andengemeinschaft (CAN), der Vereinigung Karibischer Staaten (AEC) und der Union Südamerikanischer Staaten (UNASUR).
Mit dem Ziel einer verstärkten regionalen Zusammenarbeit hat die Regierung Santos das Verhältnis zu den Nachbarstaaten deutlich verbessert. Das Verhältnis zu Venezuela hat sich allerdings seit Mitte 2015 sukzessive verschlechtert. Die kolumbianische Regierung sieht die aktuelle Entwicklung in Venezuela sehr kritisch und ist zudem in zunehmendem Maße von venezolanischer Einwanderung betroffen.

Enges Verhältnis zu den USA

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind, gefolgt von den Staaten der Region, wichtigster Partner. Im Oktober 2011 hat der amerikanische Kongress ein Freihandelsabkommen mit Kolumbien verabschiedet, das im Frühjahr 2012 in Kraft trat. Die seit 1998 über den „Plan Colombia“ geleistete US-Unterstützung wurde im Februar 2016 in das „Peace Colombia“-Programm überführt, mit einem Umfang von 450 Mio. USD im Jahr. Das gute Verhältnis wird zunehmend überschattet vom massiven Wiederanstieg der Kokainproduktion in Kolumbien seit 2015. 

Ausbau der Beziehungen zur Europäischen Union

Der Ausbau der Beziehungen zur EU hat hohe Bedeutung. Die EU unterstützt die Bemühungen der kolumbianischen Regierung zur Überwindung des Binnenkonflikts und fördert Maßnahmen zur Armutsbekämpfung. Die EU und Kolumbien führen einen regelmäßigen Dialog zu Menschenrechtsfragen. Am 12. Dezember 2016 wurde im Beisein von Präsident Santos in Brüssel der EU-Treuhandfonds für Kolumbien gegründet, ein gemeinsam von EU und Mitgliedstaaten finanzierter Fonds in Höhe von 95 Mio. EUR zur Unterstützung des Friedensprozesses.
Am 1. August 2013 ist das Freihandelsabkommen zwischen der EU sowie Kolumbien und Peru vorläufig in Kraft getreten. Mit Wirkung zum 1. Januar 2017 ist auch Ecuador diesem Abkommen beigetreten. Die kolumbianische Seite erhofft sich ein stärkeres wirtschaftliches Engagement der Europäer sowie Entgegenkommen beim Zugang kolumbianischer Produkte zum europäischen Markt.

Vereinte Nationen

Kolumbien spielt als Gründungsmitglied eine aktive Rolle in den Vereinten Nationen: 1996 stimmte es als erstes Land der Einrichtung eines Büros des Hochkommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte zu. Teil des multilateralen Engagements Kolumbiens ist die Beteiligung an internationalen Friedenseinsätzen (Haiti, Nahost). Kolumbien war 2011/2012 nichtständiges Mitglied im VN-Sicherheitsrat. Die VN spielen mit dem Sondergesandten des Generalsekretärs, Jean Arnault, eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung des Friedensabkommens mit den FARC und bei den Friedensgesprächen mit der zweiten großen Guerilla des Landes, der ELN.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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