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Kolumbien: Wirtschaft Kolumbien

12.03.2019 - Artikel

Wirtschaftsstruktur und Wirtschaftslage

Seit Beginn der 90er Jahre verfolgt Kolumbien eine Wirtschaftspolitik, die sich an marktwirtschaftlichen Grundsätzen orientiert und bemüht ist , ausländische Investitionen ins Land zu holen.
Das Bruttoinlandsprodukt Kolumbiens betrug 2017 314,5 Milliarden US-Dollar, das Pro-Kopf-Einkommen lag 2017 bei 6.912 US-Dollar. Die Schätzungen für das Bruttoinlandsprodukt 2018 liegen bei 336,4 Milliarden US-Dollar und für das Pro-Kopf-Einkommen bei 7.393 US-Dollar.
Kolumbiens Wirtschaft wuchs zwischen 2004 und 2007 durchschnittlich um 6,2%. Im Zuge der internationalen Wirtschaftskrise sank das Wachstum kurzzeitig, konnte aber 2010 (4,4%) und 2011 (6,6%) wieder an die dynamische Entwicklung der Vorjahre anschließen. 2016 sank das Wachstum in kolumbianischen Peso gemessen auf 2,3%, insbesondere wegen der sinkenden Rohstoffpreise. Aufgrund einer massiven Abwertung des Peso zum US-Dollar sank das Bruttosozialprodukt in US-Dollar 2015 und 2016. Trotzdem ist Kolumbien unter den großen lateinamerikanischen Volkswirtschaften das Land mit den historisch höchsten Wachstumsraten. Wachstumstreiber sind die Bauwirtschaft, der öffentliche Dienst sowie Immobilien und Finanzdienstleistungen. 2017 betrug das Wachstum 1,8% und für 2018 gehen die Schätzungen von 2,8% aus, wozu auch die gestiegenen Erdölpreise beigetragen haben. Für 2019 wird ein geschätztes Wachstum von über 3% erwartet.
Kolumbien hat in den letzten Jahren einen deutlichen Rückgang der Armutsquote auf jetzt 23% erreichen können. Gleichwohl bestehen erhebliche Ungleichgewichte in der Einkommens- und Vermögensverteilung fort. Die offizielle Arbeitslosenquote lag 2017 bei 9,38%, die Schätzungen für 2018 liegen bei 8,8%. Ein erheblicher Teil der Beschäftigten - ca. 48% - ist im informellen Sektor tätig; die Unterbeschäftigung wird auf über 25% geschätzt. Das Defizit des Gesamthaushalts lag 2017 bei 3,3% und 2018 bei 2,7% (geschätzt). 
Kolumbien ist dem freien Welthandel verpflichtet. Die internationalen Wirtschaftsbeziehungen basieren auf einem Netz von Handelsabkommen (mit Staaten Südamerikas, mit den USA, Kanada und der EU); weitere werden derzeit verhandelt (Japan, Australien, Neuseeland). Defizite sind vor allem unzureichende Infrastruktur und teilweise fehlende Transparenz staatlicher Entscheidungen.

Die Inflationsrate lag 2017 bei 4,3% und 2018 bei 3,18%.

Wichtige Wirtschaftszweige

Wichtige Wirtschaftszweige sind Landwirtschaft und Industrie, Dienstleistungen und Tourismus, Öl- und Erdgasförderung sowie Bergbau. Die Landwirtschaft hat sich mit 6,3% bereits 2017 zum Wachstumsmotor entwickelt. In den vergangenen Jahren hat vor allem die Bauindustrie an Gewicht gewonnen. Die Öl- und Erdgasförderung hat an Bedeutung eingebüßt, sie dominiert aber nach wie vor den Außenhandel.

Außenhandel

Die Ausfuhren Kolumbiens lagen 2017 bei 37,8 Milliarden US-Dollar (2016: 31,757 Mrd. US-Dollar), während die Einfuhren 2017 46,076 Milliarden US-Dollar betrugen (2016: 44,889 Milliarden US-Dollar). Wichtigste Ausfuhrgüter Kolumbiens sind Erdöl, Steinkohle, Edelsteine, Kaffee, Schnittblumen, Bananen, Nickel und Lebensmittel. Wichtigste Einfuhrgüter sind Maschinen, Kraftfahrzeuge, Telekommunikationsausrüstung und elektrische Geräte, chemische Produkte, Eisen- und Stahlprodukte sowie Kunststoffe.
Bedeutendster Handelspartner im Jahr 2017 waren weiterhin die USA (27,9% des kolumbianischen Exports), gefolgt von der EU (14,4%). Die Ausfuhren nach China, die 2014 noch 10% der kolumbianischen Exporte ausmachten, sind 2017 mit einem Anteil von 5,3% deutlich zurückgegangen, während die Importe etwa gleich hoch blieben (2014: 18,4%, 2017: 19,0%). Deutschland war innerhalb der EU der wichtigste Handelspartner Kolumbiens. Weltwirtschaftlich ist Deutschland nach den USA, China, Mexiko und Brasilien fünftwichtigster Importeur. Die Einfuhren aus Deutschland lagen 2017 mit 1,874 Milliarden US-Dollar rund ein Drittel unter ihrem bisherigen Rekord aus dem Jahr 2014. 

Mitgliedschaft in regionalen und internationalen Wirtschaftsorganisationen

Kolumbien gehört mit Chile, Mexiko und Peru der Pazifik-Allianz an und ist Mitglied der Andengemeinschaft (CAN). Am 30. Mai 2018 unterzeichnete der damalige Präsident Santos den Beitritt Kolumbiens zur OECD. Die noch ausstehende Ratifizierung der OECD-Mitgliedschaft Kolumbiens ist im parlamentarischen Bereich im Herbst 2018 erfolgt und soll nach verfassungsrechtlicher Prüfung durch das Verfassungsgericht im August 2019 abgeschlossen sein.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.


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