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Kirgisistan: Wirtschaft Kirgisistan

06.03.2019 - Artikel

Wirtschaftsstruktur

Für 2018 weist das Nationale Statistikkomitee Kirgisistans ein BIP von nominal 8,08 Mrd. USD aus, die Regierung spricht von einem Wirtschaftswachstum von 3,5%. Tendenziell ist der Norden des Landes, insbesondere auch die Hauptstadt Bischkek, wohlhabender als der stärker landwirtschaftlich geprägte Süden.

Die Wirtschaft des Landes ist wenig diversifiziert. Zu den wichtigsten Sektoren gehört der Bergbausektor, Gold ist das wichtigste Einzelexportgut. Kirgisistan ist stark abhängig von der mit Abstand größten ausländischen Investition, der Goldmine Kumtor. Diese hat einen erheblichen Anteil am BIP (um 10%) und an der Industrieproduktion (um 40%). Kirgisistan verfügt daneben über weitere Rohstoffe, etwa Kupfer und Kohle. Die Gas- und Erdölvorkommen Kirgisistans sind dagegen unbedeutend.
Von erheblicher Bedeutung für die Wirtschaft sind die Überweisungen kirgisischer Gastarbeiter aus dem Ausland, insbesondere aus Russland in der Größenordnung von über 2 Mrd. US-Dollar jährlich. Diese Überweisungen waren im Zuge der Wirtschaftskrise in Russland zurückgegangen, steigen inzwischen aber wieder an. Im langjährigen Mittel stellen die Rücküberweisungen einen BIP-Anteil von etwa 30% dar. Damit gehört Kirgisistan zu den weltweit am stärksten von individuellen Auslandsüberweisungen abhängigen Ländern. 
Zahlreiche Arbeitsplätze hängen vom Handel mit China, Russland und Kasachstan ab..
Dagegen findet Wertschöpfung in Kirgisistan nur in beschränktem Umfang statt; das Land verfügt nur in Maßen über eigene Produktion. In der verarbeitenden Industrie sind vor allem die Hersteller von Baustoffen (Zement, Glas, Ziegelsteine) und die Textil- und Bekleidungsindustrie von einiger Bedeutung.
Die Landwirtschaft bleibt ein wichtiger Wirtschaftszweig mit einem Anteil am BIP von durchschnittlich 15% und einer Absorptionskraft von ca. 30% aller Arbeitnehmer. Vor allem in den ländlichen Regionen und im Süden des Landes ist sie Existenzgrundlage für viele Familien. Aufgrund der kleinen Betriebsgrößen und der geringen Kapitalausstattung sind die Investitionen in der Landwirtschaft gering. Die Folgen sind ein geringer Mechanisierungsgrad und das Fehlen einer verarbeitenden Industrie im Agrarbereich. Hinzu kommen Engpässe bei Qualitätssicherung und Standardisierung zur Förderung des Agrarexports.

Außenwirtschaft

Die Auslandsverschuldung nimmt zu und lag Ende 2018 bei 4,4 Mrd. USD. Mit Abstand größter bilateraler Schuldner ist die staatliche chinesische Export-Import Bank (ca. 1,7 Mrd. USD). Kirgisistan ist stark auf Kredite und Zuschüsse aus dem Ausland angewiesen, insbesondere bei großen Infrastrukturprojekten, Sanierungen und Modernisierungen. Dies erhöht die Bedeutung von Schuldenumwandlungen als Element der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
Der Außenhandel Kirgisistans betrug 2018 6,6 Mrd. USD, das Handelsbilanzdefizit erhöhte sich  auf 3,1 Mrd. USD. Importen von hauptsächlich Erdöl, Maschinen, Ausrüstungen, Kraftfahrzeugen und Lebensmitteln stehen Exporte von in erster Linie Gold (knapp ein Drittel der Gesamtexporte) sowie Nahrungsmitteln, mineralischen Produkten und Textilien gegenüber.
Die wichtigsten bilateralen Handelspartner  sind China , Russland , Kasachstan und die Türkei. Der Handelsaustausch mit Deutschland lag 2018 bei etwa 74 Mio. Euro.. 
Kirgisistan ist im August 2015 der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU - weitere Mitglieder: Russland, Belarus, Armenien, Kasachstan) beigetreten, wobei Russland und Kasachstan finanzielle Anpassungshilfen leisten. Vorzugszollregime erleichtern den durch den EAWU-Beitritt tendenziell erschwerten Handel mit China. Unverändert werden in Kirgisistan jedoch große Mengen an Waren aus China umgeschlagen und vor allem in die Nachbarländer und Russland exportiert. Der Austausch mit den EAWU-Partnern macht dagegen nur etwa ein Drittel des kirgisischen Gesamtaußenhandels aus,. 
Ausländische Direktinvestitionen in Kirgisistan schwanken stark und lagen im Jahr 2018 bis September bei 345 Mio. USD (2017 Gesamtjahr 616 Mio. USD). Die Hauptherkunftsländer sind im langjährigen Mittel China, Russland, Kasachstan, Kanada, Großbritannien, die Türkei, die Niederlande und Deutschland.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.



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