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Kenia: Regionaler Stabilitätsanker in Afrika Kenia

06.02.2014 - Artikel

Außenminister Steinmeier und seine kenianische Amtskollegin Mohamed sprachen in Berlin über Krisen und Chancen auf dem afrikanischen Kontinent.

Frank-Walter Steinmeier und Amina Mohamed
Frank-Walter Steinmeier und Amina Mohamed© photothek/Gottschalk

Die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Kenia reichen weit zurück: Als Kenia 1963 unabhängig wurde, war Deutschland das erste Land, das den jungen Staat anerkannte. Und auch heute sind Deutschland und Kenia politisch, wirtschaftlich und kulturell eng miteinander verbunden - darauf wies Außenminister Frank-Walter Steinmeier nach dem Gespräch mit der kenianischen Amtskollegin Amina Mohamed hin.

Vor allem die wirtschaftliche Entwicklung in Kenia sei ein Anker für Stabilität: Europäische und deutsche Unternehmen würden oftmals von einem Hauptquartier in Kenia aus in ganz Ostafrika operieren. Noch in diesem Jahr solle außerdem eine Wirtschaftsdelegation unter Leitung des ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler weitere deutsche Unternehmen nach Kenia locken. Auch Außenministerin Mohamed bekräftigte, dass Kenia verstärkt deutsche Unternehmer und Investoren anwerben wolle. Auch bei der Entwicklung ihres Landes und der Region hoffe man auf deutsche Unterstützung und Partnerschaft.

Außenminister Steinmeier sieht in Kenia einen Beleg dafür, dass man Afrika nicht nur mit Krisen und Konflikten in Verbindung bringen dürfe:

Kenia ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich Afrika schneller wandelt als der Blick der Europäer auf den Kontinent: Für uns ist Afrika immer noch der Kontinent der Krisen und Konflikte. Und die gibt es auch reichlich, aber das ist kein ganz vollständiges Bild: Gerade der Blick auf große Teile Ostafrikas zeigt, dass sich dort Stabilitätsanker entwickeln wie Kenia, die wir brauchen, um mit den Konfliktherden umzugehen.

Weitere Themen: Somalia und Südsudan

Mohamed: Wir brauchen einen frischen Blick auf Afrika
Mohamed: "Wir brauchen einen frischen Blick auf Afrika."© photothek/Gottschalk

So bemühe sich Kenia beispielsweise, auf Somalia einzuwirken, um die Stabilität des Landes zu fördern. Auch über die Entwicklungen im Südsudan habe man sich unterhalten. Steinmeier und Mohamed brachten ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass die in Addis Abeba getroffenen Vereinbarungen zu einer dauerhaften Beruhigung in dem noch jungen Staat führen würden. Als größte Herausforderung in diesem Zusammenhang bezeichnete Mohamed die angespannte humanitäre Situation: Es sei wichtig, humanitäre Korridore zu schaffen, um eine rasche Heimkehr von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen zu ermöglichen.

Abschließend bekräftigte der deutsche Außenminister, das gemischte Bild des afrikanischen Kontinents zeige, dass auch die Bundesregierung ihren Blick auf das heutige Afrika neu schärfen müsse. Ein erster Schritt soll schon in der übernächsten Woche unternommen werden: Dann nämlich wollen sich verschiedene Ministerien im Auswärtigen Amt treffen, um sich mit der Vielfalt des heutigen Afrika auseinanderzusetzen - mit den aktuellen Krisenherden, aber auch mit regionalen Stabilitätsankern wie Kenia.

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