Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Antrittsbesuch des katarischen Außenministers Katar

28.03.2014 - Artikel

Im Gespräch von Außenminister Steinmeier mit seinem katarischen Amtskollegen Khalid Al Attiyah ging es den neben bilateralen Beziehungen auch um den Nahostkonflikt, die Lage in Syrien und in Ägypten.

Im Vordergrund des Gesprächs von Außenminister Steinmeier und seinem katarischen Amtskollegen Khalid Al Attiyah am Freitag (28.03.) in Berlin stand die Lösung internationaler Konflikte, z.B. im Nahen Osten und in Syrien. Auch die bilateralen Beziehungen Deutschlands und Katars sollen eine breitere Basis bekommen.

Der katarische Außenminister Al Attiyah zu Besuch in Berlin
Der katarische Außenminister Al Attiyah zu Besuch in Berlin© AA

Ein wichtiger Akteur in der Golfregion „mit Bedeutung und Einfluss in der gesamten arabischen-muslimischen Welt und darüber hinaus“ sei Katar - das betonte Außenminister Steinmeier zur Begrüßung seines Amtskollegen Al Attiyah in Berlin. Es war das erste Treffen der beiden Minister im Auswärtigen Amt, zuletzt hatten sie sich bei der Münchener Sicherheitskonferenz Anfang Februar 2014 getroffen.

In einem ausführlichen Vier-Augen-Gespräch tauschten sich die beiden Minister über eine Vielzahl bilateraler und internationaler Themen aus.

Unterstützung der Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten

Deutschland und Katar bekräftigten noch einmal ihre Unterstützung für die intensiven Friedensbemühungen von US-Außenminister John Kerry im Nahen Ostern. Man hoffe auf eine „faire, gerechte Lösung auf der Basis der zwei Staaten Lösung“, so Außenminister Al Attiyah. Außenminster Steinmeier bekräftigte, „dass diese Initiative von Kerry jeden Erfolg“ verdiene.

Weiter dramatische Situation Syrien

Gemeinsame Pressekonferenz mit katarischem Außenminister Al Attiyah
Gemeinsame Pressekonferenz mit katarischem Außenminister Al Attiyah© AA

Die Lage in Syrien bleibt weiter äußerst kritisch. Die Anstrengungen, einen Weg zu einer Friedenslösung zu finden, gehen in Deutschland und Katar weiter und man suche nach „weiteren, breiteren Ansätzen“. Bisher habe es wenig Fortschritte gegeben, so Steinmeier: „Unsere Hoffnungen, dass die Vereinbarung über die Chemiewaffenvernichtung vielleicht den Weg öffnen würde, in weitere gemeinsame erfolgreiche Bemühungen, die Lage zu deeskalieren - diese Hoffnungen haben sich leider nicht erfüllt, im Gegenteil“, so Steinmeier. Nach wie vor gebe es viel zu viele Tote - zum Teil durch militärische Aktivitäten, zum Teil, weil sie „schlicht und einfach verhungern“,

Sorge um Entwicklungen in Ägypten

„Wir wünschen Ägypten einen Weg, der ein Weg zur Demokratie und Rechtsstaatlichkeit wird“, sagte Außenminister Steinmeier. Die kürzlich erfolgte Verurteilung hunderter Änhänger der Muslimbruderschaft sei, so Steinmeier, „schon jetzt eine große Bürde für das, was kommen mag.“ Auf Dauer könne es aus deutscher Sicht nicht gutgehen, wenn ein „großer Prozentteil der Bevölkerung aus jeder Beteiligung und Repräsentation in der Politik ausgeschlossen bleibt.“

Breitere Basis für bilaterale Beziehungen

Steinmeier und Al Attiyah begrüßen sich im Auswärtigen Amt
Steinmeier und Al Attiyah begrüßen sich im Auswärtigen Amt© AA

Die deutsch-katarischen Beziehungen seien „vielfältig und lebendig“, derzeit jedoch dominiert von wirtschaftlichen Interessen, so die beiden Außenminister. Man sei sich einig, so Steinmeier, „dass wir die Basis dieser Beziehungen in den nächsten Jahren verbreitern sollten.“ Für das Jahr 2017 ist ein gemeinsames deutsch-katarisches Kulturjahr geplant. „Das wird eine gute Gelegenheit sein, der Bevölkerung in unseren beiden Ländern zu zeigen, dass Wirtschaft wichtig ist, aber eben auch nicht alles, was in unseren bilateralen Beziehungen zählt“, betonte Steinmeier.

Aufklärung zur Lage ausländischer Arbeitskräfte in Katar

Auch über die Debatte mit Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar und die Behandlung ausländischer Arbeitskräfte habe man gesprochen, bestätigte Steinmeier. Außenminister Al Attiyah unterstrich, dass ein internationales Unternehmen beauftragt worden sei, die Lage zu untersuchen. In der Verfassung Katars sei eine „positive und menschenwürdige Behandlung“ verankert. Der Bericht werde bald vorgelegt.

Verwandte Inhalte

Schlagworte

nach oben