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Katar: Außenpolitik Katar

11.02.2019 - Artikel

Grundlinien der Außenpolitik

Katar verfolgt eine unabhängige und selbstbewusste Außenpolitik, ist jedoch durch die seit Juni 2017 anhaltende Katar-Krise zunehmend zu einer Neuausrichtung gezwungen. Für die äußere Sicherheit Katars sind bilaterale Vereinbarungen mit den USA, Großbritannien und Frankreich wesentlich.

Außenpolitik im multilateralen Rahmen 

Katar ist am 16. November 1971, bereits zwei Wochen nach Erklärung seiner staatlichen Unabhängigkeit, den Vereinten Nationen (VN) beigetreten und gehört mittlerweile zahlreichen internationalen und regionalen Organisationen an. 2006/07 war Katar für zwei Jahre nicht-ständiges Mitglied im VN-Sicherheitsrat.

Außenpolitik im regionalen Rahmen

Am 5. Juni 2017 haben Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Bahrain und Ägypten ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen, die saudisch-katarische Landgrenze geschlossen und ihren See- und Luftraum für Katar gesperrt. Katarische Staatsangehörige wurden aus den sogenannten Allianz-Staaten ausgewiesen. Die Allianz wirft Katar Unterstützung von Terrorismus vor und beharrt auf Erfüllung einer im Juni 2017 vorgelegten Liste mit 13 Punkten, die von Katar zurückgewiesen wird. Im Rahmen der Krise mit seinen Nachbarstaaten wurde Katar auch aus der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition im Jemen-Konflikt ausgeschlossen. Die Krise ist weiterhin ungelöst. Der Emir von Kuwait ist mit der Vermittlung im Rahmen des Golfkooperationsrats betraut. Es zeichnet sich bisher jedoch keine Annäherung zwischen den Kontrahenten ab. 

Katar unterhält traditionell Beziehungen zu Iran, vor allem im wirtschaftlichen Bereich (Katar teilt sich das weltgrößte Offshore-Erdgasfeld mit Iran). Grundsätzlich ist Katar bemüht, sich nicht von Teheran vereinnahmen lassen, andererseits ist Doha durch die wirtschaftlichen Boykottmaßnahmen der Allianz gezwungen, noch enger mit Iran zusammenzuarbeiten. Das Atomabkommen mit Iran hat die Regierung in Doha begrüßt. Den Ausstieg der USA und der von Präsident Trump im Mai 2018 verkündete harte Sanktionskurs gegen Iran bringen Katar in eine schwierige Lage, da das Emirat bei seiner Versorgung und internationalen Luftverkehrsanbindung weiterhin auf Iran angewiesen bleiben wird. Es verhandelt deshalb mit Washington über eine Ausnahmeregelung.

Die katarisch-iranischen Beziehungen wurden in den letzten Jahren durch unterschiedliche Positionen im Syrien-Konflikt belastet. Zwischen Januar 2016 bis August 2018 waren die diplomatischen Beziehungen in Folge eines Angriffes auf die saudi-arabischen Auslandsvertretungen in Iran auf Geschäftsträgerniveau herabgestuft. Die Rückkehr des katarischen Botschafters nach Teheran wurde auch mit der logistischen Unterstützung Irans (Lebensmittellieferungen und Nutzung des Luftraumes) im Rahmen der Katar-Krise mit seinen Nachbarstaaten begründet. 

Die Beziehungen zu Ägypten hatten sich seit Absetzung von Präsident Mursi deutlich abgekühlt und waren auf Geschäftsträgerniveau herabgestuft. Katar hatte die Regierung Mursi und die Muslimbruderschaft u.a. finanziell unterstützt. Eine Normalisierung der Beziehung  mit Ägypten liegt durch die Katar-Krise auf Eis. 

Seit 2012 hat die Hamas ein Auslandsbüro in Katar. 

Die Türkei unter Präsident Erdoğan ist der wichtigste regionale Partner und muslimische Verbündete. Die beiden Länder sind durch regional- und wirtschaftspolitische Interessen sowie eine ideologische Nähe eng miteinander verbunden. Es gibt einen regen politischen und wirtschaftlichen Austausch.

Beziehungen zu weiteren Staaten 

Die USA, Großbritannien und Frankreich sind die für Katar wichtigsten westlichen Partner. Sie garantieren aus Katars Sicht dessen Sicherheit und sind wirtschaftlich wie militärisch (u.a. größter Stützpunkt der US-Luftwaffe in der Region des Nahen und Mittleren Ostens mit über 10.000 stationieren US-Soldaten) stark im Land präsent. Im Zuge der Krise Katars mit seinen Nachbarn hat diese Überzeugung noch zugenommen, sodass Katar die politische und militärische Zusammenarbeit weiter intensiviert hat. Die USA kündigten 2018 an, ihren Luftwaffenstützpunkt in Katar weiter ausbauen zu wollen. 

Katar ist an einer vertieften Zusammenarbeit mit Deutschland interessiert. Weiterhin spielen Japan, Südkorea, Indien und China als Hauptabnehmer katarischen Flüssiggases eine bedeutende Rolle. Indien ist darüber hinaus als wichtiger Wirtschaftspartner und Hauptherkunftsland ausländischer Arbeitnehmer mit Katar verbunden.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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