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Kultur und Bildung Kanada

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Stand: April 2018

Kanada ist stolz auf sich und seine Kultur; es sieht sich als moderne, multikulturelle, aufgeschlossene, kreative und innovative Nation. Das große Schlagwort heißt "Diversität" und meint Kanadas Bilingualität, seinen Multikulturalismus, die gelungene Integration neuer Einwanderergruppen und den Einfluss der Ureinwohner.

Kanada versteht sich ausdrücklich - anders als der südliche Nachbar USA - nicht als Schmelztiegel ("melting pot"), in dem Minderheitskulturen in einer Mehrheitskultur aufgehen, sondern legt Wert darauf, dass hier ein friedliches Miteinander verschiedener Bevölkerungsgruppen möglich ist. Allerdings wird die Integration der sogenannten "visible minorities" in die kanadische Gesellschaft zunehmend schwieriger, da diese Minderheiten in den Ballungsgebieten schon einen hohen Anteil an der Gesamtbevölkerung haben.

Kanada ist ähnlich föderal strukturiert wie Deutschland; es gibt kein Bildungsministerium auf Bundesebene und kein einheitliches nationales Bildungssystem. Der kanadischen Verfassung entsprechend liegt die Zuständigkeit für alle Bildungsfragen bei den zehn Provinzen und drei Territorien. Einfluss übt die Bundesregierung jedoch dadurch aus, dass sie den einzelnen Ministerien bestimmte Zielvorgaben zur selbständigen Umsetzung macht. Durch den Council of Ministers of Education Canada wird ähnlich wie bei der deutschen Bildungsministerkonferenz Austausch und Zusammenarbeit gewährleistet.

Viele Kommunen bieten für Kinder im Alter von vier oder fünf Jahren eine Vorschulerziehung (pre-elementary/pré-scolaire) an. Grundschule (elementary oder primary school/école élémentaire oder primaire) und Sekundarstufe dauern in den meisten Provinzen zwölf Jahre; davon beansprucht die Grundschule sechs Jahre (in British Columbia sieben Jahre, in Ontario und Manitoba acht Jahre). Darauf folgt der jeweils zwei- oder dreijährige Besuch der junior high school und der senior high school bzw. der combined junior/senior high school (in Ontario secondary school genannt).

Im Allgemeinen sind die weiterführenden Schulprogramme zweizügig. Ein Zweig führt zum Studium an einer Universität, der andere bereitet auf eine weiterführende Ausbildung an einem community college/ collège communautaire, auf eine technische Studienrichtung (institute of technology/ institut de technologie) oder auf den Arbeitsmarkt vor.

Ziel der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik ist in erster Linie das Werben der kanadischen Bildungseinrichtungen um ausländische Studenten sowie die Beziehungspflege zu Akademikern, die den kanadischen Werten und dem "Canadian Way of Life" positiv gegenüberstehen. Zu diesem Zweck werden Programme für Kanadastudien gefördert und internationale Stipendien vergeben. Durch deutlich höhere Studiengebühren als für einheimische Kommilitonen sorgt eine hohe Anzahl ausländischer Studenten so für einen nicht unerheblichen Anteil an der Finanzierung der Bildungsausgaben in Kanada.

Auf Bundesebene hat das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und wirtschaftliche Entwicklung die Zuständigkeit für Wissenschaft und Forschung.
Nach innen ist die im Innovationsministerium angesiedelte Staatsministerin für Wissenschaft und Technologie verantwortlich, gegenüber dem Ausland übernimmt dies das kanadische Außenministerium.

Kanada hat seine seit 2007 geltende Hightech-Strategie 2014 aktualisiert. Die als prioritär identifizierten Bereiche sind Umwelt und Landwirtschaft, natürliche Ressourcen und Energie, Gesundheit und Lebenswissenschaften, Informations- und Kommunikationstechnologien sowie moderne Fertigungstechnologien.

Mit der Neuauflage der Hightech-Strategie hat Kanada als neues Instrument einen „First Research Excellence Fund“ in Höhe von 1,5 Mrd. CAD über die nächsten 10 Jahre eingerichtet. Mit dem Fonds, der durch die deutsche Exzellenzinitiative inspiriert ist, wird exzellente Forschung an Hochschulen in den oben genannten Schwerpunktbereichen gefördert. In den letzten Jahren hat Kanada seine Forschungsförderung immer mehr in Richtung anwendungsorientierte, industrienahe Forschung ausgerichtet.

Unter der aktuellen Regierung von PM Trudeau wurde der rückläufige Trend der Ausgaben für Forschung und Entwicklung seit 2004 gestoppt. Die Regierung legt einen Schwerpunkt auf Forschungsinfrastruktur und deren Ausbau. Für deren Förderung standen im Haushaltsplan 2016-2017 bereits 500 Mio. CAD zur Verfügung,  im Haushaltsplan 2017-2018 sind es sogar 1,25 Mrd. CAD. 

Mit dem Haushalt 2017-2018 wird ein neuer „Impact Canada Fund“ aufgelegt, der Projekte in den Bereichen nachhaltige Technologien mit 75 Mio. CAD über zwei Jahre und Projekte im Bereich Smart Cities mit 300 Mio. CAD über elf Jahre fördern soll. Darüber hinaus soll die Entwicklung von Innovations-Superclustern mit 950 Mio. CAD ab 2017 gefördert werden.

Deutschland und Kanada haben 1971 ein Regierungsabkommen zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit abgeschlossen. Die bilaterale Kommission zur wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit trifft sich etwa alle zwei Jahre. Das letzte Treffen fand im März 2018 in Berlin statt. .

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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