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Jordanien: Unterstützung in der Flüchtlingskrise Jordanien

08.10.2014 - Artikel

Außenminister Steinmeier hat am 08.10. seinen jordanischen Amtskollegen Judeh in Berlin empfangen. Im Mittelpunkt ihrer Gespräche stand die Hilfe für syrische Flüchtlinge in Jordanien.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat am 08.10. seinen jordanischen Amtskollegen Nasser Judeh in Berlin empfangen. Im Mittelpunkt ihrer Gespräche stand die Hilfe für syrische Flüchtlinge in Jordanien.

Gemeinsame Pressekonferenz von Steinmeier und Judeh
Gemeinsame Pressekonferenz von Steinmeier und Judeh© AA

Dass sie sich in den letzten Monaten so häufig gesehen haben, sei leider nicht nur Ausdruck der engen deutsch-jordanischen Beziehungen: Das betonte Außenminister Steinmeier bei der Begrüßung seines jordanischen Amtskollegen Judeh in Berlin. Vielmehr seien ihre regelmässigen Treffen auch ein Hinweis auf die "besorgniserregende Dichte der internationalen Krisen, insbesondere die große Krise im Mittleren Osten."

Jordanien steht im Brennpunkt dieser Krisen: Das Königreich hat in den vergangenen Monaten über eine Million syrische Flüchtlinge aufgenommen - das entspricht mehr als 20% der Einwohnerzahl und bedeutet eine immense wirtschaftliche und gesellschaftliche Belastung. Steinmeier sprach Judeh seine Anerkennung für das große Engagement Jordaniens bei der Unterbringung und Versorgung der geflüchteten Familien aus.

Flüchtlingskonferenz in Berlin

Respekt allein reiche jedoch nicht aus, so der Außenminister: Jenseits der notwendigen Versorgung der Flüchtlinge müsse es auch einen Beitrag zur Stabilisierung der Nachbarländer geben. Koordiniert werden solle dies unter anderem auf der internationalen Flüchtlingskonferenz am 28. Oktober in Berlin, für die bereits zahlreiche Staaten ihre Teilnahme bestätigt hätten.

Über die Lage in der syrischen Stadt Kobane, die derzeit von der islamistischen Terrorgruppe ISIS eingekesselt ist, zeigte sich Steinmeier bestürzt: "Wir müssen bekennen, dass wir das geeignete Mittel noch nicht gefunden haben, um den lang andauernden Krieg und Bürgerkrieg in Syrien dem Ende zuzuführen." Der Außenminister fügte hinzu:

Die Gründung einer internationalen Allianz war eine notwendige Voraussetzung dafür, den Kampf gegen ISIS zu führen. Sie ist aber noch keine Garantie dafür, dass wir überall in gleichem Maße erfolgreich sind und sich das Kriegsgeschehen nun schnell ändert.

Enge Beziehungen

Der jordanische Außenminister Judeh dankte Steinmeier auf deutsch für die freundliche Begrüßung in Berlin. Deutschland und das Königreich Jordanien würden sehr gute, historisch gewachsene Beziehungen verbinden.

Bezüglich des Kampfes gegen die Terrormiliz ISIS erklärte Judeh, Jordanien wolle "diesen Krieg auf verschiedenen Ebenen führen": Neben militärischen Mitteln sei es in der Auseinandersetzung mit ISIS wichtig, auch gegen diejenigen vorzugehen, "die versuchen, das Bild des Islam zu schädigen. Denn der Islamische Staat ist weder ein Staat, noch repräsentiert er den Islam."

Zudem sprachen die beiden Minister mit Blick auf die internationale Wiederauf-Konferenz für Gaza, die am kommenden Sonntag (12.10.) in Kairo stattfinden wird, über die jüngsten Entwicklungen im Nahost-Konflikt.

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