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Jordanien: Kultur- und Bildungspolitik Jordanien

22.05.2019 - Artikel

Schulen und Hochschulen

Jordanien ist sich der Tatsache bewusst, dass es für die im Durchschnitt sehr junge Bevölkerung adäquate Bildungs- und Berufschancen eröffnen muss. Mit Programmen wie der „Education Reform for Knowledge Economy“ hat es Maßnahmen ergriffen, um die schulische Bildung und Infrastruktur, die Qualität von Lehre und beruflicher Bildung und die Aus- und Weiterbildung von Lehrern zu verbessern. Die internationalen Geber einschließlich Deutschland unterstützen Jordanien bei diesen Maßnahmen.

Die Analphabetenquote liegt in Jordanien bei ca. 2 Prozent. Englische Sprachkenntnisse sind verbreitet. Rund 98 Prozent aller Kinder besuchen die Schule. Im Alter von 6 bis 15 Jahren ist der Schulbesuch in Jordanien obligatorisch und kostenlos. Im jordanischen Schulsystem erlangen fast alle Schüler nach 12 Jahren Schulzeit die Hochschulreife.

Im Anschluss streben die meisten Jordanier*innen einen Universitätsabschluss an (zumeist B.A.). Selten haben sie die Möglichkeit zu einer Berufsausbildung („technical training“), die von der Bevölkerung auch nicht als qualitativ gleichwertige Alternative zum Hochschulstudium wahrgenommen wird.

Im Land gibt es 10 staatliche und 20 private Universitäten sowie 50 sogenannte Community Colleges. Die bekanntesten staatlichen Universitäten sind: University of Jordan (Amman) mit über 40.000, die Yarmouk University (Irbid) mit über 30.000 und die Jordan University of Science and Technology (Irbid) mit über 20.000 Studierenden. Die jordanischen Hochschulen sind stark an internationaler Zusammenarbeit und Austausch interessiert. Ein Beleg hierfür ist u.a. die Zahl der ausländischen Studenten an jordanischen Hochschulen, derzeit etwa 28.000.

Medien

Trotz einer relativ pluralistischen Presse bleibt die Pressefreiheit in Jordanien der staatlichen Kontrolle unterworfen. Jordanische Journalisten müssen Mitglied im staatlichen Presseverband, der Jordan Press Association (JPA), sein, um publizieren zu dürfen. Rechtliche Beschränkungen und Selbstzensur der Journalisten, so bei öffentlicher Kritik am Staat und seinen Organen, sowie der schwierige Zugang zu Informationen setzen der freien Debatte weiterhin erkennbare Grenzen.

Es gibt eine Vielzahl von Tages- und Wochenzeitungen sowie Magazinen, wobei sich letztere mit wenigen Ausnahmen auf Lifestyle-Themen konzentrieren. Die größte Zeitung Al Ra‘i ist  im Eigentum der Jordan Press Foundation und damit in öffentlicher Hand, an der zweitgrößten Ad-Dustur hat der Staat eine Mehrheitsbeteiligung. Andere sind vollständig in privater Hand, etwa die Tageszeitungen Al-Ghad, As-Sabil, Ad-Diyar und Al-Anbat oder die Wochenzeitung Al-Majd. Auch die englischsprachige Tageszeitung Jordan Times gehört zur Jordan Press Foundation. Seit einigen Jahren sind private Radiosender zugelassen.

Die internationalen arabischen Satellitenkanäle (Al-Dschasira, Al-Arabiyya, Abu Dhabi TV, MBC, etc.) erreichen in Jordanien den größeren Teil der Bevölkerung. Das staatliche Fernsehen hat es schwer, sich gegen diese Sender zu behaupten. Es gibt einige kleine Privatsender mit begrenzter Reichweite und kleinere arabische Satellitenfernsehkanäle, die von Amman aus produzieren.

Rund 63 Prozent der Bevölkerung hat Zugang zum Internet. Internet und digitale Medien unterliegen der staatlichen Regulierung. Seit der Novellierung des Presse- und Publikationsgesetzes 2012müssen alle elektronischen Nachrichtendienste registriert und zugelassen werden. Herausgeber elektronischer Nachrichtendienste sind für die Inhalte der Kommentare, die von Lesern eingestellt werden, verantwortlich.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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