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Jordanien: Kultur- und Bildungspolitik Jordanien

15.03.2019 - Artikel

Schulen und Hochschulen

Die Bildungs- und Hochschulpolitik hat eine hohe Priorität für den jordanischen Staat. Die Regierenden sind sich der Verantwortung der Politik bewusst, für die im Durchschnitt sehr junge Bevölkerung adäquate Bildungs- und Berufschancen zu eröffnen. Im Rahmen der zweiten Phase des Programms „Education Reform for Knowledge Economy“ wurden deshalb in den Jahren 2009 bis 2016 Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der schulischen Bildung und Infrastruktur, der Qualität von Lehre und beruflicher Bildung und nicht zuletzt der Lehreraus- und Weiterbildung mit Hilfe internationaler Geber, darunter auch die Bundesrepublik Deutschland, umgesetzt.

Die Analphabetenquote liegt in Jordanien bei ca. 2 Prozent. Englische Sprachkenntnisse sind verbreitet. Rund 98 Prozent aller Kinder besuchen die Schule. Im Alter von 6 bis 15 Jahren ist der Schulbesuch in Jordanien obligatorisch und kostenlos. Das jordanische Schulsystem führt fast alle Schüler nach 12 Jahren Schulzeit zur Hochschulreife.

Im Anschluss an die Hochschulreife streben die meisten Jordanierinnen und Jordanier einen Universitätsabschluss an (zumeist B.A.). Die Möglichkeiten einer Berufsausbildung („technical training“) sind rar und werden von der Bevölkerung auch nicht wirklich als eine qualitativ gleichwertige Alternative zum Hochschulstudium wahrgenommen.

Im Land gibt es 10 staatliche und 19 private Universitäten sowie 51 sogenannte Community Colleges. Die bekanntesten staatlichen Universitäten sind: University of Jordan (Amman) mit über 40.000, die Yarmouk University (Irbid) mit über 30.000 und die Jordan University of Science and Technology (Irbid) mit über 20.000 Studierenden. Die jordanischen Hochschulen sind stark an internationaler Zusammenarbeit und Austausch interessiert. Ein Beleg hierfür ist u.a. die Zahl der ausländischen Studenten an jordanischen Hochschulen, die derzeit bei etwa 28.000 liegt.

Kultur

In der Archäologie ist die kulturelle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Jordanien seit vielen Jahrzehnten eng und vertrauensvoll. Eine Niederlassung des Deutschen Evangelischen Instituts für die Altertumskunde im Heiligen Land (DEIAHL), zugleich Forschungsstelle des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI), koordiniert gemeinsame Grabungen mit dem jordanischen Antikendienst vor allem im Norden des Landes (Jerash, Gadara, Tell Zirā’a bei Um Quais, Tell Usher bei Irbid). Das Auswärtige Amt hat über sein Kulturerhalt-Programm und gemeinsam mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft über mehrere Jahre hinweg bautechnische Untersuchungen und die Wiederherstellung prägender Stilelemente an der Ruine des Wüstenschlosses Mshatta unterstützt, dessen originale Südfassade zu den Beständen des Pergamon-Museum in Berlin gehört.

Medien

Die jordanische Medienlandschaft hat in den vergangenen Jahren an Vielfalt und Qualität gewonnen. Seit dem Frühjahr 2011 hat sich die Berichterstattung in den Medien spürbar liberalisiert. Trotz einer relativ pluralistischen Presse bleibt die Pressefreiheit in Jordanien jedoch der staatlichen Kontrolle unterworfen. Jordanische Journalisten müssen Mitglied im staatlichen Presseverband, der Jordan Press Association (JPA), sein, um publizieren zu dürfen. Rechtliche Beschränkungen und Selbstzensur der Journalisten, so bei öffentlicher Kritik am Staat und seinen Organen, setzen der freien Debatte weiterhin erkennbare Grenzen.

Es gibt eine Vielzahl von Tages- und Wochenzeitungen sowie Magazinen, wobei sich letztere mit wenigen Ausnahmen auf Lifestyle-Themen konzentrieren. Die größte Zeitung ist zu 100 Prozent im Eigentum der öffentlichen Hand (Al Ra’i), an der zweitgrößten hat der Staat eine Mehrheitsbeteiligung (Ad-Dustur), andere sind vollständig in privater Hand, etwa die Tageszeitungen Al-Arab al-Yawm, Al-Ghad, As-Sabil, Ad-Diyar und Jordan Times (engl.) oder Wochenzeitungen wie Al-Majd, Al-Urdun, Al-Hilal, Al-Hadath und The Star (engl.). Die seit einigen Jahren zugelassenen privaten Radiosender berichten teilweise über politische Themen und sind sonst wegen ihrer modernen Moderation und Musikausrichtung vor allem bei jungen Hörerinnen und Hörern beliebt.

Die meistgesehenen Fernsehprogramme sind die internationalen arabischen Satellitenkanäle (Al-Dschasira, Al-Arabiyya, Abu Dhabi TV, MBC, etc.). Das staatliche Fernsehen hat es schwer, sich gegen diese Sender zu behaupten. Es gibt einige kleine Privatsender mit begrenzter Reichweite und einige kleinere arabische Satellitenfernsehkanäle produzieren von Amman aus.

Immer größere Bedeutung erlangt das Internet. Rund 63 Prozent der Bevölkerung haben Zugang zum Internet. In den letzten Jahren sind einige Internetzeitungen und viele Blogs entstanden, die von vielen als Informationsquelle auch für politische Themen genutzt werden.

Internet und digitalen Medien unterliegen ebenfalls der staatlichen Regulierung. Anfang 2010 wurde gerichtlich entschieden, dass auch elektronische Medien dem Presse- und Publikationsgesetz zu unterwerfen sind. Gemäß der2012 in Kraft getretenen Novellierung des Presse- und Publikationsgesetzes (die Gesetzesänderungen betreffen explizit Nachrichtenseiten im Internet) müssen alle elektronischen Nachrichtendienste registriert und zugelassen werden. Herausgeber elektronischer Nachrichtendienste sind für die Inhalte der Kommentare, die von Lesern eingestellt werden, verantwortlich.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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