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Jemen: Möglichkeiten für einen neuen politischen Prozess Jemen

12.06.2015 - Artikel

Im Rahmen der internationalen Konferenz „The Indian Ocean - A Maritime Region on the Rise“ diskutierten Experten am 09.06. über Wege aus der Krise in Jemen.

Moderator Oliver Wils und die Politikerin Amatalim Al Soswa
Moderator Oliver Wils und die Politikerin Amatalim Al Soswa© AA

Im Rahmen der internationalen Konferenz „The Indian Ocean - A Maritime Region on the Rise“ diskutierten Experten am 9. Juni über Wege aus der Krise in Jemen. Zu der Podiumsdiskussion hatte das Auswärtige Amt gemeinsam mit der Berghof Foundation eingeladen.

Nur wenige Tage, bevor in Genf die Friedensgespräche für Jemen stattfinden sollen, kamen am 9. Juni in Berlin Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Interessensgruppen des Landes zusammen, um Möglichkeiten für einen politischen Prozess im Land zu erörtern. Moderiert wurde das Panel von Oliver Wils von der Berghof Foundation, einer unabhängigen Nichtregierungsorganisation, die sich für Friedensförderung und Konflikttransformation einsetzt.

Der frühere jemenitische Premierminister Abdulkarim Al-Iriany betonte gleich zu Beginn der Diskussionsrunde, dass er trotz der schlimmen Lage die Hoffnung noch nicht verloren habe. Die Gespräche in Genf dürften keinesfalls scheitern. Er rief alle Jemeniten auf, gleichberechtigte Partner statt Feinde zu sein.

Sorge um notleidende Bevölkerung

Die Politikerin und Diplomatin Amatalim Al Soswa zeichnete ein düstereres Bild der Lage. Jemen sei ein gescheiterter Staat. Das Hauptproblem sei die große Armut, von der weite Teile der Bevölkerung betroffen seien. Die Lage habe sich durch den Krieg verschlimmert, nicht zuletzt durch eine Millionen heimatlos gewordene Menschen. Die frühere Ministerin für Menschenrechte appellierte an alle Verantwortungsträger, den Blick auf die Bevölkerung zu richten, denn diese sei es, die unter dem andauernden Konflikt am meisten leide.

Saif Alwashaly, ein Vertreter der Bewegung „Ansar Allah“ - der sogenannten Huthi-Rebellen -, betonte hingegen, für die Entwicklung von Lösungen bedürfe es einer Diagnose des Konfliktes. Die Hauptprobleme seien überwiegend nicht im Land zu suchen, sondern auf die Luftschläge der von Saudi-Arabien geführten Koalition zurückzuführen.

Humanitäre Versorgung sicherstellen

Teilnehmer der Podiumsdiskussion
Teilnehmer der Podiumsdiskussion© AA

Der Journalist Lutfi Shatara betonte, der Krieg treffe vor allem den Süden des Landes. Die Bewegung „Ansar Allah“ forderte er auf, die ungehinderte Lieferung von Medizin und Essen an die notleidende Bevölkerung sicherzustellen.

Abdul Naser Almowadea, unabhängiger Schriftsteller und Wissenschaftler, wies nochmals auf die Armut des Landes hin. Schon unter normalen Bedingungen in Friedenszeiten könnten viele Bürger kaum überleben. Der Staat sei von Beginn an fragil gewesen. Der Krieg mache all dies noch schlimmer: Jemen könne es sich nicht erlauben, im Krieg zu sein. Solange die Anhänger von „Ansar Allah“ nicht verhandelten, könne der Krieg nicht beendet werden.

Abschließend fasste Frau Amatalim Al Soswa zusammen, wie ein politischer Prozess im Land gelingen könne: Jemen brauche einen Waffenstillstand, um während des Ramadan etwas Ruhe zu finden und humanitäre Hilfe zu ermöglichen. Sodann gelte es, schnellstmöglich einen politischen Prozess wiederaufzunehmen.

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