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Europa-Staatsminister Michael Roth in Italien: Bewältigung der Flüchtlingskrise ist „Operation am offenen Herzen“ Italien

29.10.2015 - Artikel

Beim Rom-Besuch des Europa-Staatsministers standen die Flüchtlingskrise und der 60. Jahrestag des deutsch-italienischen Anwerbeabkommens im Mittelpunkt.

Europa-Staatsminister Michael Roth hat am 29. Oktober Rom besucht. Dbei ging es sowohl um die Flüchtlingskrise und das Thema Migration als auch um den 60. Jahrestag des deutsch-italienischen Anwerbeabkommens für sogenannte „Gastarbeiter“.

Zum sechzigsten Mal jährt sich am 20. Dezember 2015 das deutsch-italienische Anwerbeabkommen, mit dem etwa vier Millionen italienische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach Deutschland kamen. In einer Feierstunde des italienischen Abgeordnetenhauses erinnerten Parlamentarier zusammen mit dem deutschen Staatsminister für Europa, Michael Roth, an dieses Ereignis. Daneben stand das Thema Flüchtlinge im Mittelpunkt des Italien-Besuchs des deutschen Europa-Staatsministers. In Gesprächen mit Vertretern von Hilfsorganisationen, mit Politikern, Studierenden und bei einem Besuch im Hauptquartier der EU-Mission SOPHIA (früher: EUNAVOR MED) konnte sich Roth einen konkreten Eindruck über die Lage in Italien verschaffen.

Italienische Lebensart hat Deutschland bereichert

Michal Roth mit Abgeordneten beim Jubiläum des Anwerbeabkommens
Michal Roth mit Abgeordneten beim Jubiläum des Anwerbeabkommens© AA

Als vor sechzig Jahren Italien und Deutschland in einem gemeinsamen Vertrag die Zuwanderung italienischer Arbeitnehmer nach Deutschland regelten, ahnte noch niemand, wie sehr damit das damalige Westdeutschland in der Folge sein Gesicht verändern würde.

Aus Arbeitskräften wurden Nachbarn, Kollegen und oft auch Freunde, hob Roth in seiner Rede hervor, die er auf Einladung der Vorsitzenden der italienisch-deutschen Parlamentariergruppe, Laura Garavini, hielt. Italienische Lebensart sei heute ein selbstverständlicher Teil unserer Lebenskultur. Dennoch dürfe man auch nicht die Fehler mangelnder Integration übersehen, die damals gemacht wurden, so Roth weiter, der damit an die vor Europa liegenden Aufgabe der Integration der zahlreichen Flüchtlinge anknüpfte.

„Heute haben wir gelernt, dass Sprache und Bildung die entscheidenden Schlüssel gelingender Integration sind“, betonte er.

„Aufnahme von Flüchtlingen ist Operation am offenen Herzen“

Diskussionsrunde mit Studentinnen und Studenten der SIOI (Akademie für Internatinoale Beziehungen)
Diskussionsrunde mit Studentinnen und Studenten der SIOI (Akademie für Internatinoale Beziehungen)© AA

Als „Operation am offenen Herzen“ beschrieb Staatsminister Roth bei seinen Gesprächen mit seinem Amtskollegen, Staatssekretär Sandro Gozi, dem Vorsitzenden des Untersuchungsausschusses für die Aufnahme von Flüchtlingen, Gennaro Migliore, und Studierenden an der SIOI (Akademie für Internationale Beziehungen), die gewaltigen Aufgaben angesichts der zu bewältigenden Migrationsströme:

„Wir müssen unser Asylsystem komplett überarbeiten und sind gleichzeitig in der Pflicht, alle zu uns kommenden Flüchtlingen anständig zu versorgen. Das schafft Italien nicht allein, das schafft Deutschland nicht allein. Das ist eine gemeinsame europäische Aufgabe.“

Soldaten retten Menschenleben

Beim Besuch des Hauptquartiers der europäischen Mission SOPHIA bedankte sich Staatsminister Roth für den engagierten Einsatz der Soldatinnen und Soldaten, die Menschenleben im Mittelmeer retten und nun in einer neuen Phase darüber hinaus auch mutmaßliche Schleuserschiffe in internationalen Gewässern anhalten und durchsuchen.

Ohne Ihren Beitrag hätten viele tausende Menschen mehr auf der Flucht ihr Leben verloren. Wir brauchen auch in Zukunft Ihre Unterstützung für Politik und Diplomatie. Für Ihre Mission haben Sie nicht nur den breiten Rückhalt von Parlamentarierinnen und Parlamentariern, sondern auch viel Zuspruch in der deutschen Gesellschaft.

Zum Weiterlesen:

„60 Jahre Anwerbeabkommen italienischer Arbeitskräfte“ - Rede von Europa-Staatsminister Michael Roth vor der Abgeordnetenkammer des italienischen Parlaments

Deutschland und Italien: bilaterale Beziehungen

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