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Weltkriegsvergangenheit gemeinsam aufarbeiten Italien

17.03.2014 - Artikel

Bei den Deutsch-Italienischen Regierungskonsultationen geht es um den Ausbau der bilateralen Beziehungen. Die Außenminister leisten durch die Aufarbeitung der Weltkriegsvergangenheit ihren Beitrag.

Bei den 30. Deutsch-Italienischen Regierungskonsultationen am 17. März geht es um den weiteren Ausbau der engen Beziehungen zwischen Berlin und Rom. Die Außenminister leisten durch die gemeinsame Aufarbeitung der Weltkriegsvergangenheit ihren Beitrag.

Deutsch-Italienische Regierungskonsultationen in Berlin
Deutsch-Italienische Regierungskonsultationen in Berlin© picture alliance / dpa

Zu Beginn der Regierungskonsultationen in Berlin begrüßte Bundeskanzlerin Andrea Merkel den italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi mit militärischen Ehren. Für Renzi ist es der erste Besuch als neugewählter Ministerpräsident in Berlin. Er wird bei seinem Antrittsbesuch von mehreren italienischen Ministern begleitet. Außenminister Frank-Walter Steinmeier und seine italienische Amtskollegin Federica Mogherini reisten sogar gemeinsam zu den Regierungskonsultationen an: Der deutsche Außenminister hatte Mogherini nach dem EU-Außenministerrat in Brüssel im deutschen Regierungsflugzeug mit nach Berlin genommen.

Enger deutsch-italienischer Austausch

Außenminister Steinmeier und seine italienischen Kollegin tauschten sich bereits auf dem Flug nach Berlin intensiv über die internationale Lage aus. Im Mittelpunkt stand hier der Konflikt um die Krim. Im Gespräch der beiden Außenminister war auch die Umsetzung der Ergebnisse der Deutsch-Italienischen Historikerkommission ein zentrales Thema. "Die Aufarbeitung der gemeinsamen Weltkriegsvergangenheit", erklärte der deutsche Außenminister bereits im Vorfeld des Treffens, sei "ein wichtiges gemeinsames Anliegen". Es handele sich dabei um das "schwierigste Kapitel der langen Geschichte Deutschlands und Italiens", so Steinmeier weiter.

Grundlagen für gemeinsame Erinnerungskultur schaffen

"Die Einsetzung der Deutsch-Italienischen Historikerkommission durch beide Regierungen war ein bedeutender erster Schritt", so Steinmeier. "In den kommenden Jahren wollen wir die vertrauensvolle Zusammenarbeit auch bei der Umsetzung zentraler Empfehlungen, die die Kommission vorgelegt hat, fortsetzen." Steinmeier erklärte weiter:

Wir bekräftigen unser Ziel, die Grundlagen für eine gemeinsame Erinnerungskultur Deutschlands und Italiens zu schaffen. Wir festigen die Partnerschaft unserer beider Länder mit dem Willen, gemeinsam den Blick auch auf schwierige Zeiten zu werfen.

Steinmeier und Mogherini am Rande der Libyen-Konferenz in Rom (06.03.)
Steinmeier und Mogherini am Rande der Libyen-Konferenz in Rom (06.03.)© photothek

Die von Bundesminister Steinmeier und seinem damaligen italienischen Amtskollegen Frattini 2008 eingesetzte Deutsch-Italienische Historikerkommission hat im Dezember 2012 ihren Abschlussbericht vorgelegt. Der Bericht enthält Empfehlungen an beide Regierungen zur Schaffung einer gemeinsamen deutsch-italienischen Erinnerungskultur. In diesem Sinne fördert das Auswärtige Amt in enger Abstimmung mit dem italienischen Außenministerium Erinnerungsprojekte, die auf die Ereignisse der Jahre 1943 bis 1945 bezogen sind, sowie weitere Forschungsarbeiten in beiden Ländern.

Dazu gehören eine Dauerausstellung zum Schicksal der italienischen Militärinternierten als Teil der Gedenkstätte für NS-Zwangsarbeit in Berlin-Niederschöneweide, ein Totengedenkbuch für die Opfer der Militärinternierung, ein „Atlas der Gewalt“ zu den Verbrechen von SS und Wehrmacht in Italien sowie weitere Erinnerungsprojekte der italienischen Opfergemeinden und Opferverbände.

Im Regierungsentwurf für den Haushalt 2014 sind für das Auswärtige Amt 1 Million Euro für den Deutsch-Italienischen Zukunftsfonds vorgesehen. Die Mittel sollen im Laufe der Legislaturperiode verstetigt werden.

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