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Gabriel in Italien: Mehr Mut für Europa Italien

28.02.2017 - Artikel

Der Antrittsbesuch in Rom war nicht nur wegen der besonderen Beziehungen zwischen Deutschland und Italien bedeutend.

Nach seinem Besuch in Wien flog Gabriel am Montag über die Alpen noch weiter Richtung Süden: In Rom warteten der italienische Premierminister Paolo Gentiloni und Außenminister Angelino Alfano auf ihn. Die Gespräche in Rom waren nicht nur wegen der besonderen Beziehungen zwischen Deutschland und Italien bedeutend.

Außenminister gabriel mit seinem Amtskollegen Alfano.
Außenminister gabriel mit seinem Amtskollegen Alfano.© photothek.net

Vor 60 Jahren wurden im Palazzo dei Conservatori auf dem Kapitolshügel im Herzen von Rom Verträge unterzeichnet, die die Grundlage für die Europäische Union legen würden. Vertreter der Benelux-Staaten, Frankreichs, Italiens und Deutschlands gründeten in dem Renaissancepalast mit den sogenannten „Römischen Verträgen“ die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft und die Europäische Atomgemeinschaft.

Auf der Agenda der Gespräche zwischen Gabriel und seinen italienischen Gesprächspartnern stand am Montag darum ein Thema ganz oben: Wie sieht die Zukunft der Europäischen Union aus? Der Austritt Großbritanniens, wachsender Populismus und Kontroversen um Themen wie Migration und Finanzpolitik: Die Herausforderungen für eine gemeinschaftliche europäische Politik sind groß.

Gabriel und Alfano im italienischen Außenministerium.
Gabriel und Alfano im italienischen Außenministerium.© photothek.net

Im Palazzo della Farnesina, dem größten Gebäude Italiens, sitzt das Italienische Außenministerium. Zwischen antiken Sarkophagen und Wandteppichen aus der Zeit der Renaissance sind in dem Monumentalbau aus den dreißiger Jahren Licht und Schatten der gemeinsamen europäischen Geschichte eindrucksvoll zu spüren. Hier tauschten sich Gabriel und sein Amtskollege Angelino Alfano intensiv darüber aus, wie die Europäische Union weiterentwickelt werden kann.

„Europäer dürfen sich nicht alleine lassen“

Außenminister Gabriel mit Ministerpräsident Gentiloni.
Außenminister Gabriel mit Ministerpräsident Gentiloni.© photothek.net

Beide Außenminister waren sich einig: Europa braucht Solidarität und muss engagiert verteidigt werden. „Europäer dürfen sich nicht allein lassen – das gilt für Jugendarbeitslosigkeit genauso wie für Migration“, sagte Gabriel bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Alfano. Die schwierige wirtschaftliche Situation in vielen südeuropäischen Ländern müsse von den europäischen Partnern genauso gemeinschaftlich angegangen werden, wie die Herausforderungen, die durch die Flucht von hunderttausenden Menschen nach Europa entstanden sind, so Gabriel.

Mit Blick auf die Römischen Verträge, die vor 60 Jahren in Rom unterzeichnet wurden, rief Gabriel zu mehr Optimismus und Entschlossenheit auf. Für die Politiker der vom Krieg verwüsteten Staaten sei es damals noch viel schwieriger gewesen, für die Zusammenarbeit mit den bis vor kurzem noch verfeindeten Nachbarn zu werben. „Es gibt keinen Grund, heute weniger Mut zu haben“, sagte Gabriel. Entschlossen für die europäische Zusammenarbeit zu werben, sei wichtiger denn je: „In der Welt von morgen werden auch große Länder wie Deutschland oder Italien alleine nicht mehr Gehör finden“, so Gabriel.

„Es gibt keinen Grund, heute weniger Mut zu haben“

Nach dem Gespräch mit Angelino Alfano machte sich Gabriel auf den Weg auf die andere Seite des Tibers zum Palazzo Chigi, dem Amtssitz des italienischen Ministerpräsidenten. In dem Palast aus dem sechzehnten Jahrhundert führte Gabriel ein Vieraugengespräch mit Ministerpräsident Paolo Gentiloni. Auch hier standen Fragen der Zusammenarbeit in der Europäischen Union im Vordergrund.

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