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Kultur und Bildung Italien

Artikel

Stand: August 2017

Kultur

Italien ist wie Deutschland ein relativ junger Nationalstaat (1861). Seine kulturelle Tradition und die deutsch-italienischen Kulturbeziehungen reichen aber viel weiter in die Geschichte zurück. Aus den Glanzzeiten des Römischen Reiches, der Renaissance und des Barocks speist sich das kulturelle Selbstverständnis des heutigen Italien, das die meisten UNESCO-Welterbestätten vorweisen kann (insges. 51, davon 47 Kultur- und 4 Naturerbestätten).

Der vorgesehene Anteil der Ausgaben für Kultur und Kulturerhalt am italienischen Staatshaushalt sinkt seit Jahren und entspricht für das Jahr 2015 0,19%. Auch mit den zusätzlichen Beiträgen der Regionen und Kommunen liegen die öffentlichen Ausgaben Italiens für Kultur und Kulturerhalt deutlich unter dem EU-Durchschnitt. 2015 hat die Regierung einerseits steuerliche Anreize geschaffen, um private Mittel zur Förderung des Kulturerhalts einzuwerben, und andererseits den Kulturhaushalt der kommenden Jahre um zusätzliche Mittel für den Denkmalsschutz und große Kulturprojekte aufgestockt.

Die Zuständigkeit für die staatliche Kulturförderung hat das Ministerium für Kulturgüter, kulturelle Aktivitäten und Tourismus (Ministero dei Beni e delle Attività Culturali e del Turismo). Die Schwerpunkte der italienischen auswärtigen Kulturpolitik sind die kulturelle Programmarbeit (geleistet durch 83 staatliche Kulturinstitute weltweit) und die Förderung der italienischen Sprache (durch die weltweit 489 Zweigstellen der Dante-Alighieri-Gesellschaft, davon 401 im Ausland und 88 in Italien).

Bildungswesen

Die Zuständigkeit für das Bildungswesen in Italien liegt zentral beim Ministerium für Bildung, Universität und Forschung (Ministero dell’Istruzione, dell’Università e della Ricerca).

Das Schulwesen gliedert sich entsprechend Primarstufe und Sekundarstufe I in die „Scuola Primaria“ und die „Scuola Secondaria di Primo Grado“. In der Sekundarstufe II (ab dem 9. Schuljahr) besteht die Wahl zwischen verschiedenen Schultypen, die alle zur Hochschulreife führen können: das dem Gymnasium vergleichbare Liceo sowie die berufsvorbereitenden Istituti Tecnici bzw. Istituti Professionali. Im Tertiärbereich folgen die Universitäten dem System des Bologna-Prozesses.

Im Bereich des Fremdsprachenunterrichts an den Schulen ist in den letzten Jahren eine Konzentration auf das Englische feststellbar, zu Lasten anderer Fremdsprachen.

Wissenschaft und Forschung profitieren von zahlreichen internationalen Kooperationsbeziehungen und erbringen, wo diese für stabile Rahmenbedingungen sorgen, hervorragende Leistungen, insbesondere in einigen Exzellenzzentren. Dennoch erlebt Italien aufgrund der Arbeitsmarktsituation seit Jahren eine Abwanderung von Wissenschaftlern und Forschern, auch in Richtung Deutschland.

*Quellen: Ministero dei Beni e delle Attività Culturali e del Turismo, Ministero degli Affari Esteri e della Cooperazione Internazionale, Società Dante Alighieri

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