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Italien: Wirtschaft Italien

08.05.2019 - Artikel


Allgemeine Wirtschaftslage

Italiens Volkswirtschaft erlebte nach einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um ca. 9 Prozent gegenüber dem Vorkrisenhoch 2008 seit 2015 wieder positives Wachstum, zuletzt 1,6 Prozent in 2017. Das Wachstum schwächte sich zuletzt jedoch deutlich ab und wies für das 3. Quartal 2018 sogar ein Nullwachstum aus. Italien bildet somit 2018 Schlusslicht der EU.
Als Exportnation ist Italien von der globalen konjunkturellen Eintrübung besonders betroffen. Für 2018 und 2019 wurden die Wachstumsprognosen seit Regierungsantritt kontinuierlich herunterkorrigiert (2018: 1,0-1,3 Prozent, 2019: 0,9-1,5 Prozent). Der Haushaltsentwurf 2019 soll Wachstum generieren, ist aber eine Herausforderung für den Staat.
Im Außenhandel konnte 2018 sowohl ein Wachstum der Exporte um 3,0 Prozent (Prognose für  für 2019: 3,4 Prozent) als auch der Importe um 5,4 Prozent (Prognose für 2019: 3,7 Prozent) gegenüber dem Vorjahr erzielt werden. Der bereits bestehende Handelsbilanzüberschuss ist gegenüber 2017 zurückgegangen und lag 2018 bei 39,8 Mrd. Euro. Deutschland ist wichtigster Handelspartner Italiens mit einem Anteil von 12,5 Prozent an den italienischen Exporten und 16,4 Prozent an den italienischen Importen ( ISTAT 2019). Die Inflationsrate lag 2018 bei 1,3 Prozent (2017: 1,3 Prozent; 2016: -0,1 Prozent).
Bedingt durch die krisenhafte Entwicklung ist die italienische Schuldenquote im Jahr 2018 bei 132,1 % des BIP gestiegen, die Prognose für 2019 liegt bei 130,7 %, für 2020 bei 129, 2 %. Das jährliche strukturelle Haushaltsdefizit sollte 2018 auf 1,6 Prozent des BIP sinken, beläuft sich derzeit realistisch jedoch auf 1,9 Prozent (2017: 1,3 Prozent: 2016: 1,1 Prozent). Nach einem turbulenten Haushaltsaufstellungsverfahren seit Ende September 2018 konnten sich beide Regierungsparteien letztlich doch untereinander und mit Brüssel einigen. So wurde das Haushaltsgesetz am 30. Dezember einen Tag vor Ablauf der gesetzlichen Frist verabschiedet und die vormals für 2019 vorhergesagte Neuverschuldung von 2,4 Prozent auf 2,04 Prozent gesenkt. Ein EU-Defizitverfahren konnte abgewendet werden.
Die Arbeitslosenquote geht leicht zurück: 2018 beläuft sie sich auf 10,5 %,  2017 waren es 11,2 % und 2016 11,7 % (ISTAT). Gleichzeitig bleibt auch die Beschäftigtenquote mit zuletzt 58,7 % (Januar 2018) weiterhin niedrig. Auf besorgniserregendem hohem Niveau verharrt auch die Jugendarbeitslosigkeit, wenngleich sie von noch 40,3 Prozent im Jahr 2015 auf 33,0 % Prozent im Jahr 2018 sank (2017: 34,7 Prozent; 2016: 37,8 Prozent). Zudem bestehen weiterhin starke regionale Ungleichgewichte, der Süden ist von der (Jugend-)Arbeitslosigkeit deutlich stärker betroffen als der Norden.
Die Energieversorgung Italiens ist durch eine sehr hohe Importabhängigkeit gekennzeichnet, ca. 79 Prozent des Energiebedarfs wird importiert. Mit dem Referendum vom 12./13. Juni 2011 hat sich Italien gegen die Wiedereinführung der Nuklearenergie ausgesprochen. Die Nachfrage nach Energie wird zu ca. 36 Prozent durch Erdöl, zu 35 Prozent durch Gas, zu 15 Prozent durch erneuerbare Energien, zu 9 Prozent durch feste Brennstoffe und zu 5 Prozent durch importierte Elektrizität gedeckt. Bei den erneuerbaren Energien ist in den nächsten Jahren bei Solar- und Windenergie weiterhin mit einem – wenn auch verlangsamten - Wachstum zu rechnen. Der Biomasse- und Biogas-Bereich gewinnt langsam an Bedeutung, jedoch auf niedrigem Niveau. Eine neue Gesetzgebung drosselt seit Juni 2014 die Subventionen für erneuerbare Energien.
Quellen: ISTAT, GTAI

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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