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Von Bruchkanten und Wunden: Deutsch-israelische Gesprächsreihe Israel

03.11.2015 - Artikel

In der dritten Veranstaltung der Gesprächsreihe zum 50. Jubiläum der deutsch-israelischen Beziehungen diskutierte Außenminister Steinmeier mit Filmemachern und Autoren beider Länder.

Die Gesprächsreihe zum 50. Jubiläum der deutsch-israelischen Beziehungen ist am Dienstag (03.11.) in die dritte und vorletzte Runde gegangen. Außenminister Steinmeier diskutierte dabei mit namhaften Filmemachern und Autoren unter dem Titel „Von Bruchkanten und Wunden“ im Berliner Kino Babylon.

Wie wirkt sich Gewalt auf Gesellschaft und Kunst aus?

Außenminister Steinmeier diskutierte mit namhaften Filmregisseuren und Autoren
Außenminister Steinmeier diskutierte mit namhaften Filmregisseuren und Autoren© Photothek / Gottschalk

2015, das Jubiläumsjahr der deutsch-israelischen Beziehungen neigt sich dem Ende zu - und daher gehen die Festivitäten in den Endspurt. Die Lese- und Gesprächsreihe, die das Auswärtige Amt gemeinsam mit dem Berliner Künstlerprogramm des DAAD durchgeführt hat, gehört zu den Leuchtturmprojekten der deutsch-israelischen Freundschaft in diesem Jahr. Die Auftaktveranstaltung fand im Januar im Weltsaal das Auswärtigen Amtes statt. Bei der Folgeveranstaltung unter dem Titel „Zersprengtes zusammenfügen“ war die kurz danach zur Literaturnobelpreisträgerin gekürte Autorin Swetlana Alexijewitsch der Ehrengast.

Die dritte Veranstaltung der Reihe widmete sich am Dienstag (03.11.) dem Thema „Von Bruchkanten und Wunden“. Dabei diskutierte Außenminister Steinmeier mit dem israelischen Filmregisseur Ari Folman (u.a. „Waltz with Bashir“), dem deutschen Dokumentarfilmer Andres Veiel (u.a. „Der Kick“) sowie den Autoren Esther Dischereit (u.a. „Blumen für Othello“) und Sherko Fatah (u.a. „Der letzte Ort“). Dabei gingen die Gäste auf dem Podium auf die aktuelle Welle von Gewalt und Konflikten im Nahen Osten ein, insbesondere der Frage, wie sie sich auf Gesellschaften und Kunst auswirken.

Außenminister Steinmeier stellte das Thema des Abends in den Zusammenhang mit der aktuellen Flüchtlingskrise:

Über 60 Millionen Menschen sind heute weltweit auf der Flucht – so viele wie noch nie seit dem Ende des 2. Weltkriegs. Viele von ihnen fliehen vor dem Bürgerkrieg in Syrien, den mörderischen Horden des sogenannten Islamischen Staats, dem Zerfall staatlicher Ordnung wie in Libyen. Viele der Flüchtlinge tragen Wunden – am eigenen Leib und an der eigenen Seele- Erfahrungen von Krieg, Gewalt und Leid. Sie lassen uns spüren, welche Bruchkanten Krieg und Gewalt reißen.

„Träume und Traumata besser verstehen“

Die Veranstaltung war Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten zu 50 Jahren deutsch-israelischer Beziehungen
Die Veranstaltung war Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten zu 50 Jahren deutsch-israelischer Beziehungen© Photothek / Gottschalk

Steinmeier lobte die Arbeiten der Podiumsgäste als wichtigen Beitrag dazu, auch die Natur aktueller Konflikte besser zu durchdringen: „In Ihren Arbeiten ist es Ihnen gelungen, das oftmals Ungreifbare ein wenig fassbar zu machen. Dadurch helfen Sie uns, die Traumata und Träume des Anderen besser zu verstehen. Das allein löst nicht die gewaltigen Krisen, vor denen wir heute außenpolitisch stehen. Aber es ist doch ein erster Schritt – und zwar ein unverzichtbarer“, so der Außenminister.

Zum Weiterlesen

Rede von Außenminister Steinmeier im Wortlaut

Länderinformationen Israel

Webseite zum 50. Jubiläum der deutsch-israelischen Beziehungen

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