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Deutschland und Israel: „Zersprengtes zusammenfügen“ Israel

05.05.2015 - Artikel

Der zweite Teil der deutsch-israelischen Lesereihe hat Fragen zu Aufarbeitung von Traumata und Tabus in den Fokus genommen.

Die Paneldiskussion „Zersprengtes zusammenfügen“ im Maxim Gorki-Theater bildet den zweiten Teil der deutsch-israelischen Lesereihe. Die Veranstaltung fand am Dienstagabend (5. Mai) statt und stellte Fragen zu Aufarbeitung von Traumata und Tabus in den Mittelpunkt.

Podiumsgespräch
Podiumsgespräch© Photothek/Grabowsky

Der erste Teil der Veranstaltungsreihe („Zweierlei Heimaten“), fand am 15.01. im „Weltsaal“ des Auswärtigen Amts mit Außenminister Steinmeier, Meir Shalev und Edgar Reitz statt. Er bildete den Auftakt der Veranstaltungen anlässlich des 50. Jahrestags der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel. Fragen nach Heimat, Identität und Emigration vor dem Hintergrund der Shoa standen im Mittelpunkt der Diskussion. Mehr

Der zweite Teil „Zersprengtes zusammenfügen“ baute chronologisch darauf auf und hat die Aufarbeitung von Traumata und Tabus in den Mittelpunkt gestellt. Konkret ging es um die Frage, wie eine Gesellschaft verfasst sein muss, damit jenseits des offiziellen Erinnerns individuelle Schicksale angesprochen werden können, um Gemeinschaft zu stiften und ein Ganzes herzustellen.

Lesereihe schreitet chronologisch voran

Musik von Semer reloaded
Musik von „Semer reloaded“© Photothek/Grabowsky

Mit ihrer Arbeit geht Ursula Krechel dabei vor allem auf den Umgang mit der Vergangenheit in Nachkriegs-Deutschland ein. Swetlana Alexijewitsch beschäftigt sich in ihren Bücher und vor dem Hintergrund der Katastrophen des 20. Jahrhunderts mit der Frage, warum eine Gesellschaft sich die Zukunft verbaut, wenn sie die Geschichten der Einzelnen verdrängt. Der israelische Videokünstler Dani Gal hingegen erforscht das Spannungsfeld zwischen einer gewählten Form von Geschichtsschreibung und der damit einhergehender Definition bestimmter Sichtweisen von Ereignissen.

Die Veranstaltung wurde moderiert vom deutsche Journalisten und Literaturkritiker Lothar Müller. Den musikalischen Bogen des Abends bildeten zwei Auftritte der bekannten Klezmer-Formation „Alan Bern and the Semer Label Reloaded Project“. Das 2012 für das Jüdische Museum Berlin ins Leben gerufene Ensemble hat dazu Stücke jüdischer Musiker, die zwischen 1933 und 1938 für das Berliner jüdische Schallplattenlabel „Semer“ aufgenommen wurden, modern interpretiert.

Jubiläumsjahr 2015 in Deutschand und Israel

Blick in den Saal im Maxim-Gorki-Theater
Blick in den Saal im Maxim-Gorki-Theater© Photothek/Grabowsky

Veranstaltung ist Teil des Jubiläumsjahres zum fünfzigjährigen Bestehen der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel im Jahr 1965. Mit einer dichten Folge von Veranstaltungen, die in beiden Ländern von verschiedenen Ministerien, aber vor allem auch von zivilgesellschaftlichen Organisationen ausgerichtet werden, wird über das ganze Jahr 2015 hinweg der Geschichte dieser besonderen Beziehungen gedacht.

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