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Europa mit Engagement voranbringen: Steinmeier trifft irischen Außenminister Flanagan Irland

08.07.2016 - Artikel

Außenminister Steinmeier und sein irischer Amtskollege Flanagan tauschten sich bei einem Treffen am Freitag intensiv über die Zukunft der Europäischen Union nach dem britischen „Leave“-Votum aus. Für Irland hat der mögliche Brexit besondere Folgen.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier und sein irischer Amtskollege Charlie Flanagan tauschten sich bei einem Treffen am Freitag (08.07.) intensiv über die Zukunft der Europäischen Union nach dem britischen „Leave“-Votum aus. Für Irland hat der mögliche Brexit besondere Folgen.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier und sein irischer Amtskollege Charlie Flanagan
Außenminister Frank-Walter Steinmeier und sein irischer Amtskollege Charlie Flanagan© AA

Charles Flanagan war am Freitag bei weitem nicht der einzige Ire in Berlin: Mehr als 1500 seiner Landsleute leben in der deutschen Hauptstadt und kurbeln in der Start-up-Szene kräftig die Kreativwirtschaft an. Ein typisches Beispiel dafür, wie sich europäische Errungenschaften wie die Freizügigkeit für die Bürger auszahlen, waren sich die beiden Außenminister einig.

Steinmeier und Flanagan sprachen ausgiebig über die Fragen, die nach dem Brexit-Votum die Menschen in ganz Europa bewegen: Wie können die vielen Fortschritte, die in der EU erarbeitet wurden, nicht nur verteidigt, sondern auch erneuert und weiterentwickelt werden? Wie sollen die Mitgliedsstaaten dem Austrittskandidaten Großbritannien gegenübertreten?

„Das ist nicht die Zeit in der wir in Hysterie oder in Schockstarre verfallen dürfen, sondern wir müssen uns geduldig auf die Verhandlungen vorbereiten und unseren nationalen Bevölkerungen zeigen, dass die Europäische Union handlungsfähig ist“, sagte Steinmeier im Anschluss an das Gespräch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem irischen Kollegen.

Besondere Situation für Irland

Irland stellt der mögliche Austritt Großbritanniens vor eine ganz besondere Herausforderung. Die Mitgliedschaft beider Staaten in der EU hat die Grenze zwischen Irland und Nordirland im Alltag fast bedeutungslos gemacht. Menschen aus beiden Teilen der Insel können sich ungehindert begegnen und täglich über die Grenze zur Arbeit pendeln. Steinmeier wies auf die möglichen Folgen für den Friedensprozess in Nordirland hin:

Man darf die Folgen dieses Referendums nicht nur unter wirtschaftlichen oder europapolitischen Gesichtspunkten sehen. Die Tatsache, dass das Vereinigte Königreich und Irland beide in der Europäischen Union sind, hat dazu geführt, dass die Grenze auf der Insel zwischen Irland und Nordirland eine unsichtbare Grenze geworden ist. Das könnte sich nun ändern, mit dem Risiko, dass alte Konflikte wieder aufflammen.

Außenminister Flanagan betonte nachdrücklich, wie wichtig die europäische Einigung für den Friedensprozess in Nordirland war. Auch weil der Zugang zum europäischen Binnenmarkt und der Euro dem Land sein beeindruckendes Wirtschaftswachstum ermöglicht haben, sei die Unterstützung der Iren für das europäische Projekt ungebrochen, so Flanagan.

Auf den Zusammenhalt kommt es an

Nach dem Austausch war für Steinmeier und Flanagan klar: die Europäische Union muss engagiert, aber auch mit Verständnis für die unterschiedlichen Situationen der Mitgliedsstaaten weiterentwickelt werden. Auf den Zusammenhalt der 27 komme es nun an, so das Plädoyer der Außenminister.

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