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Iran: Kultur- und Bildungspolitik Iran

25.06.2019 - Artikel

Bildungs- und Wissenschaftspolitik

Seit der islamischen Revolution haben sich die Studentenzahlen vervielfacht. Heute gibt es an staatlichen und privaten Hochschulen insgesamt etwa 4,8 Millionen Studierende in Iran. Der Frauenanteil liegt bei rund 45,8 Prozent.

Insbesondere in den 1960er und 1970er Jahren studierten viele Iranerinnen und Iraner in Deutschland. Heute sind bereits wieder über 8.000 iranische Studierende in Deutschland immatrikuliert, mit zunehmender Tendenz. Fast alle iranischen Universitäten besitzen Kontakte ins westliche Ausland. Dies hat auch dazu geführt, dass wieder mehr Studierende aus Deutschland Auslandssemester in Iran absolvieren. Auch die Präsenz des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in Teheran trägt dazu bei, dass sich der Wissenschaftsaustausch intensiviert.

Kulturpolitik

Die iranische Kulturlandschaft ist zentralistisch organisiert. Der Oberste Rat der Kulturrevolution mit seinem Vorsitzenden, dem Staatspräsidenten, trägt die Verantwortung für die Umsetzung der „Kulturrevolution“. Er koordiniert die Islamisierung des Kulturbetriebes. Das Ministerium für Kultur und islamische Führung (Erschad), überwacht die Medien, das Internet, Publikationen, Theatervorstellungen, Musikveranstaltungen, Kunstausstellungen sowie kulturelle und zivilgesellschaftliche Organisationen. Trotz auferlegter Restriktionen ist die iranische Kulturszene sehr kreativ und vielfältig. Das Kulturleben in der Hauptstadt Teheran ist einer großen Metropole entsprechend mit einer großen Auswahl an Galerien, Museen, Theaterhäusern und Kinos sehr lebhaft. Es finden in jedem Jahr große, auch internationale Festivals in fast allen Kunstrichtungen statt.

Medien, Soziale Medien

Journalisten und Medienunternehmen sind in ihrer Berichterstattung zahlreichen Beschränkungen durch geschriebene wie ungeschriebene „rote Linien“ unterworfen. Im Bereich von Funk und Fernsehen verfügt die staatliche Rundfunkagentur „IRIB“ über ein gesetzliches Monopol. Der Empfang von ausländischen Satellitensendern ist ohne Sondergenehmigung verboten, illegale Satellitenantennen sind dennoch gerade in der Hauptstadt weit verbreitet. Zahlreiche ausländische Nachrichtenseiten im Internet sind gesperrt, ebenso wie gängige soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter etc. Gleichwohl nutzen Millionen iranische Nutzer diese Seiten durch VPN-Server. Seit Ende April 2018 ist auch der weitverbreitete Messenger-Dienst Telegram im Land gesperrt. Die Liberalisierung im Medienbereich war 2013 und 2017 eines der wesentlichen Wahlkampfversprechen von Staatspräsident Rohani. Bislang sind hier jedoch keine spürbaren Verbesserungen zu beobachten. Im Pressefreiheits-Index von „Reporter ohne Grenzen“ aus dem Jahr 2018 befindet sich Iran auf Platz 170 von 180 Staaten.

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