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Zentraler Akteur in der Region: iranischer Außenminister zu Gast Iran

27.06.2017 - Artikel

Außenminister Sigmar Gabriel traf am Dienstag (27.06.) seinen Amtskollegen Javad Zarif, um die vielen Konflikte im Nahen und Mittleren Osten zu besprechen.

Die Lage in der Region ist unübersichtlich: Katar-Krise, humanitäre Katastrophe in Jemen und Syrien-Konflikt. Umso entscheidender, den Dialog auch mit Iran zu suchen. Außenminister Sigmar Gabriel traf am Dienstag (27.06.) seinen Amtskollegen Javad Zarif, um die vielen Konflikte im Nahen und Mittleren Osten zu besprechen.

Außenminister Sigmar Gabriel trifft iranischen Amtskollegen
Außenminister Sigmar Gabriel trifft iranischen Amtskollegen© Trutschel/photothek.net

Es war auch Gelegenheit für den deutschen Außenminister Iran dazu aufzurufen, mit einer konstruktiven Haltung zu einer Entschärfung der Krisen in der Region beizutragen. Gabriel machte bei dem Treffen noch einmal deutlich, dass das Existenzrecht Israels nicht verhandelbar ist.

"Hoffnungsschimmer in der Welt"

Pressekonferenz mit dem iranischen Außenminister Zarif
Pressekonferenz mit dem iranischen Außenminister Zarif© Trutschel/photothek.net

"Seit dem Atomabkommen 2015 hat sich ein historisches Fenster geöffnet", attestiert Gabriel. Das zeigt sich auf vielfältige Weise: Die politischen Kontakte sind intensiv wie lange nicht. Besuche und Reisen haben stark zugenommen. Die wirtschaft­lichen, aber auch die kulturellen Kontakte haben sich intensiviert. Die Nuklearvereinbarung hat zu verbesserten Beziehungen geführt.

Für Gabriel ist das Abkommen von 2015 auch ein "Hoffnungsschimmer in der Welt". Es habe gezeigt, dass eine drohende militärische Auseinandersetzung verhindert werden konnte durch diplomatisches Verhandeln. Beide Außenminister würdigten den erfolg bei der Umsetzung des Abkommens und forderten: Alle Seiten müssten sich weiterhin an sämtliche Verpflichtungen aus dem Nukleardeal halten.

Diplomatie statt Eskalation

Auch für die derzeitige Lage in der Region wären direkte Gespräche zwi­schen allen Beteiligten wünschenswert, damit etwa die Blockade Katars überwunden werden kann. "Je länger die Krise um Katar andauert, desto schärfer und tiefer werden die Konfliktlinien", warnte Außenminister Gabriel nach dem Gespräch mit seinem Amtskollegen. Er appellierte daher an alle Beteiligten, jetzt den Konflikt nicht weiter anzuheizen und die Krise zu verschärfen. "An einer weiteren Eskalation kann keiner der Beteiligten ein Interesse haben."

Iran ist ein zentraler Akteur in der Region, deshalb mahnte Gabriel auch mit Blick auf die anderen Konflikte im Nahen und Mittleren Osten: "Iran muss eine konstruktive Rolle finden, sowie die Nachbar­schaft in der Region auch."

Zum Weiterlesen:

Die Wiener Nuklearvereinbarung mit Iran
Beziehungen zu Deutschland

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