Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Iran: Kultur- und Bildungspolitik Iran

15.02.2019 - Artikel

Stand: Februar 2019

Bildungs- und Wissenschaftspolitik

Seit der islamischen Revolution haben sich die Studentenzahlen vervielfacht. Heute gibt es an staatlichen und privaten Hochschulen insgesamt etwa 4,8 Millionen Studierende in Iran. Der Frauenanteil liegt bei rund 45,8 Prozent.

Insbesondere in den 1960er und 1970er Jahren studierten viele Iraner und Iranerinnen in Deutschland. Heute sind bereits wieder über 8.000 iranische Studierende in Deutschland immatrikuliert, mit zunehmender Tendenz. Fast alle iranischen Universitäten haben an Auslandskontakten  ins westliche Ausland großes Interesse. Dies hat auch dazu geführt, dass wieder mehr Studierende aus Deutschland Auslandssemester in Iran absolvieren. Auch durch die 2014 eröffnete Präsenz des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in Teheran hat sich der Wissenschaftsaustausch intensiviert.

Kulturpolitik

Die iranische Kulturlandschaft ist zentralistisch organisiert. Die Verantwortung für die Umsetzung der „Kulturrevolution“ liegt beim Obersten Rat der Kulturrevolution, dem der Staatspräsident vorsitzt. Der Rat koordiniert die Islamisierung des Kulturbetriebes. Das Ministerium für Kultur und islamische Führung (Erschad), überwacht die Medien, das Internet, Publikationen, Theatervorstellungen, Musikveranstaltungen, Kunstausstellungen sowie kulturelle und zivilgesellschaftliche Organisationen. Trotz auferlegter Restriktionen ist die iranische Kulturszene sehr kreativ und vielfältig. Das Kulturleben in der Hauptstadt Teheran ist einer großen Metropole entsprechend mit einer großen Auswahl von Galerien, Museen, Theaterhäusern und Kinos sehr lebhaft. Es finden in jedem Jahr große, auch internationale Festivals in fast allen Kunstrichtungen statt.

Medien, Soziale Medien

Journalisten und Medienunternehmen sind in ihrer Berichterstattung zahlreichen Beschränkungen durch geschriebene wie ungeschriebene „rote Linien“ unterworfen. Im Bereich von Funk und Fernsehen verfügt die staatliche Rundfunkagentur „IRIB“ über ein gesetzliches Monopol. Der Empfang von ausländischen Satellitensendern ist ohne Sondergenehmigung verboten, illegale Satellitenantennen sind dennoch gerade in der Hauptstadt weit verbreitet. Zahlreiche ausländische Nachrichtenseiten im Internet sind ebenso wie gängige soziale Netzwerke (Facebook, Twitter etc.) gesperrt, gleichwohl nutzen Millionen iranische Nutzer diese Seiten durch VPN-Server. Seit Ende April 2018 ist auch der weitverbreitete Messenger-Dienst Telegram im Land gesperrt. Die Liberalisierung im Medienbereich war 2013 und 2017 eines der wesentlichen Wahlkampfversprechen von Staatspräsident Ruhani, bislang sind hier jedoch keine spürbaren Verbesserungen zu beobachten. Im Pressefreiheits-Index von „Reporter ohne Grenzen“ aus dem Jahr 2017 befindet sich Iran auf Platz 165 von 180 Staaten.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Weitere Informationen

Verwandte Inhalte

Schlagworte

nach oben