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Wirtschaftspolitik Irak

Artikel

Stand: März 2017

Aktuelle wirtschaftliche Lage

Der Reichtum an fossilen Brennstoffen bildet die Basis der irakischen Wirtschaft: Mit geschätzten 150 Milliarden Fass verfügt das Land über die fünftgrößten Öl-, mit 3,6 Milliarden Kubikmeter über die zwölftgrößten Erdgasreserven der Welt.

Das irakische Bruttoinlandsprodukt lag 2016 bei geschätzten 143 Milliarden Euro. Das Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahr 2016 geschätzt 3961 Euro. Zum Vergleich: Im Jahr 2003 betrug dieser Wert mit ca. 390 Euro rund ein Zehntel davon.

Waren die Wirtschaftsprognosen bis zum Frühjahr 2014 noch vergleichsweise gut, hatten der fallende Ölpreis und die Besetzung großer Landesteile im Nordwesten durch IS seitdem gravierende Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung des Landes.

Der Ölpreisverfall hat die Staatseinnahmen sinken lassen. Die Staatsverschuldung ist von geschätzt ca. 39 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2014 auf rund 77 Prozent Ende 2016 gestiegen.

Die schwierige politische und wirtschaftliche Lage hat auch Auswirkungen auf Investitionen in die Infrastruktur des Landes. Dringender Investitionsbedarf besteht u.a. im Bereich der Gesundheitsfürsorge, der Elektrizitäts- und Wasserversorgung und der Ölindustrie. Die Umsetzung vieler Projekte verläuft jedoch nur schleppend bzw. wurde ganz eingestellt.

Zur Überwindung der massiven Liquiditätskrise wurden im Jahr 2015 bereits z.T. projektgebundene Kredite, u.a. von IWF und Weltbank i.H.v. über 2 Mrd. USD gewährt. Mitte 2016 bewilligte der IWF ein Beistandsabkommen, welches Irak in den kommenden drei Jahren weitere IWF-Kredite sowie zusätzlich Budgethilfen der Weltbank ermöglicht. Deutschland stellt Irak außerdem einen ungebundenen Finanzkredit i.H.v. 500 Millionen Euro zur Stabilisierung IS-befreiter Gebiete zur Verfügung.

Wirtschaftssektoren: Ölsektor

Der Ölsektor bestimmt die irakische Volkswirtschaft. Aus dem Ölgeschäft speisen sich aktuell rund 90 Prozent der Staatseinnahmen und 99 Prozent der Exporterlöse. Obwohl die Ölexporte seit Anfang 2015 um 25 Prozent auf 4 Millionen Barrel pro Tag erhöht wurden und trotz zwischenzeitiger leichter Erholung des Ölpreises, konnte der Einnahmeausfall durch den Ölpreisverfall nicht kompensiert werden

Deutsche Wirtschaftsbüros in Bagdad und Erbil

Seit Anfang 2009 gibt es in Bagdad ein Deutsches Wirtschaftsbüro, das deutschen und irakischen Firmen ermöglichen soll, in einem nach wie vor schwierigen Umfeld gemeinsame Geschäftsinteressen zu entwickeln und Möglichkeiten der Kooperation zu eruieren. Seit Februar 2010 steht ein weiteres Büro im Norden Iraks, in Erbil, für Interessenten zur Verfügung.

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