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Wirtschaft Haiti

Artikel

Stand: März 2018

Volkswirtschaftliche Situation

Haiti ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre: Das Bruttoinlandsprodukt (GNI) pro Kopf lag 2016 bei etwa 740 USD. Etwa 80% der Haitianer müssen allerdings von weniger als 2 USD am Tag leben, die Hälfte der Bevölkerung muss mit weniger als 1 USD pro Tag auskommen. Die meisten Menschen leben von der Landwirtschaft/ Subsistenzwirtschaft. Auf dem Human Development Index der Vereinten Nationen wird Haiti im Jahr 2016 auf Platz 16 von 188 Ländern geführt. Das Land ist in hohem Maße abhängig von humanitärer, finanzieller und technischer Hilfe aus dem Ausland, sowie von den Überweisungen der Auslandshaitianer an Familienangehörige. Der Klima-Risiko-Index von German Watch führt Haiti auf Platz 2 der langfristig am meisten gefährdeten Länder. Im Index der fragilen Staaten liegt Haiti auf dem 11. Platz von 178 Ländern. 
Überschwemmungen und Wirbelstürme, von denen das Land regelmäßig heimgesucht wird, sowie das schwere Erdbeben vom Januar 2010 haben dazu beigetragen, dass sich die Lage in Haiti nicht wesentlich verbessert hat. Durch die Abholzung des Baumbestands und die resultierende Erosion ist das Land ausgesprochen anfällig für Naturkatastrophen.
Das Wirtschaftswachstum liegt hinter den ursprünglichen Erwartungen. 2015/2016 lag es bei einem Höchstwert von nur 1.4% (ca. 8 Mrd USD) und für das Jahr 2017/2018 wird lediglich ein Wachstum von ca. 0.7-1.2 % prognostiziert (Banque de la République D´Haiti).
Einen wichtigen Faktor stellen die Transferzahlungen der im Ausland lebenden Haitianer und der internationalen Spenden dar, die zusammen auf 27,5% des BIP für 2016/17 geschätzt werden (ohne Berücksichtigung der informellen Transfers).
Die Nationalwährung, Gourde (HTG), hat sich nach Jahren des Abstiegs 2017 etwas stabilisiert, seit Anfang 2018 allerdings geht der Kurs wieder zurück. Lag der Wechselkurs im März 2015 noch bei 47 Gourdes für einen US-Dollar, mussten im März 2017 69 Gourdes für einen US-Dollar gezahlt, im weiteren Lauf des Jahres 2017 pendelte er sich auf 62 HDG ein und liegt im März 2018 bei 64,3 HDG zum US-Dollar.. Die Geldpolitik der Zentralbank ist daher von begrenztem Einfluss. Die Inflation steigt und betrug 2017 14,7%.  Die haitianische Wirtschaft ist stark 'dollarisiert', über 50% aller Einlagen und Kredite sind in US-Dollar gehalten. Die Regierung versucht der Dollarisierung entgegenzutreten und hat 2018 verfügt, dass alle Rechnungen nur noch in HTG ausgestellt und beglichen werden dürfen. Kontenführung in US-Dollar bleibt erlaubt.

Mitgliedschaft in internationalen Wirtschaftsabkommen

Haiti ist Mitglied unter Anderen folgender internationaler Wirtschaftsorganisationen und –abkommen:

  • IWF
  • Weltbank
  • WTO
  • GATT
  • CARICOM
  • ACS (Verbund karibischer Staaten)
  • Cotonou
  • CARIFORUM

Außenhandel

Die Handelsbilanz Haitis ist stark defizitär: 2016 standen Importe im Wert von 3,5 Mrd. Exporten von 1Mrd. US-Dollar gegenüber. 
Hauptausfuhrgüter sind vor allem Textilien, in geringerem Maße Agrarerzeugnisse wie Öle, Kakao, Mangos und Kaffee. Wichtige Importgüter sind Nahrungsmittel, Ölprodukte, Fertigwaren und Maschinen.
Die USA bleiben Haitis wichtigster Handelspartner: Etwa ein Drittel seiner Importe bezieht das Land aus den USA und etwa 83% seiner Exporte (vor allem in Haiti verarbeitete Textilien) gingen in der Vergangenheit in die USA. Inzwischen ist die Dominikanische Republik der zweitwichtigste Handelspartner mit einem Handelsvolumen von über 1 Mrd. US-Dollar. Venezuela liefert über das Petrocaribe-Abkommen kreditvergünstigte Erdölprodukte. 
Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 

Weitere Informationen

Haiti: Fischerboote an der Küste
Haiti: Fischerboote an der Küste © picture alliance / DUMONT Bildarchiv
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