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Guinea: Wirtschaft Guinea

21.03.2019 - Artikel

Wirtschaftliche Grundlagen

Guinea gehört trotz großer natürlicher Ressourcen (größte Bauxitvorkommen der Welt, reiche Vorkommen an Eisenerz, Nickel, Gold, Diamanten, Wasserkraft, großes landwirtschaftliches Anbaupotenzial) zu den ärmsten Ländern der Welt. Ursächlich dafür ist das unter dem langjährigen Staatspräsidenten Sekou Touré (1958-1984) durchgeführte Experiment einer sozialistisch orientierten Staats- und Planwirtschaft, das scheiterte und bestehende Wirtschaftsstrukturen (z.B. durch zeitweisen Verbots von informellem Handel sowie Brüchen im Bildungssektor) tiefgreifend –und zum Teil heute noch nachwirkend - beeinträchtigte. Unter Präsident Lansana Conté (1984 – 2008) kam es zu einer teilweisen, aber unvollständigen Liberalisierung (keine echte Förderung privater Initiative) und einer letztlich - auch aufgrund schwankender internationaler Rohstoffpreise – weitgehend erfolglosen Strukturanpassung.

Seit 2010 geht die Politik unter der Regierung von Präsident Alpha Condé den Weg einer verstärkten Investition in die Infrastruktur (Energie und Transport) und der Suche nach internationalen Partnern. Das Werben um ausländische Investoren vor allem im Bergbaubereich wird teilweise konterkariert durch wieder verfallende Rohstoffpreise. Defizite des Rechtsstaates, schwache staatliche Strukturen und unzureichende Ausbildungssysteme verschlechtern zusätzlich die Investitionsbedingungen. Der Ausbruch der Ebola-Epidemie führte in den Jahren 2014 und 2015 zu einem empfindlichen Rückgang in der binnenmarktorientierten landwirtschaftlichen Produktion und zu ausbleibenden Investitionen. Zudem beeinträchtigen mangelhafte Regierungsführung, Vetternwirtschaft und die nach wie vor hohe Korruption (Transparency International Corruption Perception Index 2018, Guinea: Platz 138 von 180) das Investitionsklima. Umfangreiche Wirtschaftsreformmaßnahmen der Regierung trugen aber zu einer verbesserten Wahrnehmung Guineas in internationalen Rankings bei (Guinea: Platz 152 von 190 im Doing-Business-Index 2018 der Weltbank). Die Gesamtwirtschaft wuchs 2016 und 2017 aufgrund einer gewissen Erholung nach Ebola um 10% bzw. 8% und auch 2018 um über 6%.

Die wichtigsten Handelspartner Guineas sind China sowie die Europäische Union bzw. ihre Mitgliedsländer. Nur ein geringerer Teil entfällt bisher auf den Handel mit den Ländern der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS/CEDEAO). Französische Unternehmen dominieren neben chinesischen unter den internationalen Anlegern.

Bergbau

Das Rückgrat der guineischen Außenwirtschaft wie überhaupt der Wirtschaft in Guinea ist der Bergbau, auf den wertmäßig über 80 Prozent der Exporterlöse und über 20 Prozent der Staatseinnahmen entfallen. Guinea exportiert fast ausschließlich Rohstoffe, vor allem Bauxit (Rohstoff für Aluminium), Gold und Diamanten. Aufgrund der Aktivitäten neuer Unternehmen wurde die Bauxitproduktion auf zuletzt 60 Mio. Tonnen (2018) gesteigert; damit ist Guinea der drittgrößte Bauxitproduzent  der Welt. Da neue Minen erschlossen und bestehende Minen weiter ausgebaut werden, kann Guinea in 2020 zum Weltmarktführer  werden. Bedeutende Eisenerzvorkommen wie die weltweit größte einzelne Lagerstätte in Simandou sind dagegen noch nicht erschlossen. Das Haupthindernis dabei sind die niedrigen Weltmarktpreise für Eisen sowie die fehlende verkehrsmäßige Anbindung.

Energie

Durch das 2015 eingeweihte 240-MW-Wasserkraftwerk in Kaleta hat Guinea seine Stromerzeugungskapazität verdoppelt. Im Großraum Conakry ist seitdem eine weit verbesserte, aber weiterhin nicht ausreichende Stromversorgung gegeben. Ländliche Regionen leiden nach wie vor unter erheblichem Strommangel.

Weitere, v.a. von China finanzierte Investitionen in Kraftwerke stehen an. Guinea verfügt über ein enormes Potential an Wasserkraft. Alle großen westafrikanischen Flüsse (Senegal, Gambia, Niger) entspringen auf seinem Staatsgebiet. Guinea ist bereit, seinen Anteil in die regionale Stromversorgung einzubringen (Kraftwerk Kaleta, 450-MW-Kraftwerk Souapiti, voraussichtliche Fertigstellung 2020). Anfang 2017 wurden die Arbeiten an einer 1677 km langen Übertragungsleitung begonnen, die Guinea mit den Nachbarn Senegal, Gambia und Guinea-Bissau verbinden wird; das Vorhaben wird von mehreren internationalen Partnern, darunter von Deutschland, finanziert. Weitere Übertragungsleitungen sollen Guinea demnächst mit Mali, Côte d’Ivoire sowie den anderen Nachbarn verbinden und damit den Anschluss an das gemeinsame Westafrikanische Stromnetz (West African Power Pool) herstellen.

Staatshaushalt

Die guineische Regierung steht vor der politischen Herausforderung, neben den chronisch unterfinanzierten Sektoren Gesundheit und Bildung auch in anderen Bereichen nachhaltige öffentliche Investitionen zu tätigen (insbesondere Straßenbau, Infrastruktur, Stromversorgung). Aufgrund der nur beschränkten Eigeneinnahmen ist Guinea wesentlich auf internationale Zusammenarbeit angewiesen.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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