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Guinea: Wirtschaft Guinea

28.06.2019 - Artikel

Wirtschaftliche Grundlagen

Guinea besitzt eine Vielzahl an natürlichen Ressourcen: größte Bauxitvorkommen der Welt, reiche Vorkommen an Eisenerz, Nickel, Gold, Diamanten, und großes landwirtschaftliches Anbaupotenzial. Dennoch gehört es zu den ärmsten Ländern der Welt. Die von Staatspräsident Sekou Touré (1958-1984) durchgeführte sozialistisch orientierten Staats- und Planwirtschaft schwächte die Wirtschaftsstrukturen tiefgehend. Unter Präsident Lansana Conté (1984 – 2008) kam es zu einer teilweisen Liberalisierung, aber nur unzureichenden Strukturanpassung.

Seit 2010 geht die Politik unter der Regierung von Präsident Alpha Condé den Weg einer verstärkten Investition in die Infrastruktur und der Suche nach internationalen Partnern. Defizite des Rechtsstaates, schwache staatliche Strukturen und unzureichende Ausbildungssysteme verschlechtern die Investitionsbedingungen neben mangelhafter Regierungsführung, Vetternwirtschaft und der nach wie vor weit verbreiteten Korruption. Umfangreiche Wirtschaftsreformmaßnahmen der Regierung trugen aber zu einer verbesserten Wahrnehmung Guineas in internationalen Rankings bei (Guinea: Platz 152 von 190 im Doing-Business-Index 2018 der Weltbank).

Die wichtigsten Handelspartner Guineas sind China sowie die Europäische Union bzw. ihre Mitgliedsländer. Nur ein geringerer Teil entfällt bisher auf den Handel mit den Ländern der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS/CEDEAO).

Wichtigste Wirtschaftssektoren

Das Rückgrat der guineischen Wirtschaft ist der Bergbau, auf den wertmäßig über 80 Prozent der Exporterlöse und über 20 Prozent der Staatseinnahmen entfallen. Guinea exportiert fast ausschließlich Rohstoffe, vor allem Bauxit (Rohstoff für Aluminium), Gold und Diamanten. Aufgrund der Aktivitäten neuer Unternehmen wurde die Bauxitproduktion auf zuletzt 60 Mio. Tonnen (2018) gesteigert; damit ist Guinea der drittgrößte Bauxitproduzent der Welt. Da neue Minen erschlossen und bestehende Minen weiter ausgebaut werden, kann Guinea in 2020 zum Weltmarktführer  werden. Weitere Rohstoffvorkommen (v.a. Eisen) sind aufgrund der niedrigen Weltmarktpreise bisher nicht erschlossen.

Durch das 2015 eingeweihte 240-MW-Wasserkraftwerk in Kaleta hat Guinea seine Stromerzeugungskapazität verdoppelt. Ländliche Regionen leiden nach wie vor unter erheblichem Strommangel. Weitere, v.a. von China finanzierte Investitionen in Kraftwerke (Souapiti) stehen an. Mehrere internationale Partner, darunter Deutschland, fördern den Ausbau des Westafrikanischen Stromnetzes (West-African Power Pool) mit Übertragungsleitungen zwischen den Ländern der Region (1677 km zwischen Senegal, Gambia, Guinea-Bissau und Guinea, weitere über Côte d’Ivoire nach Mali).

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