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Guinea: Kultur- und Bildungspolitik Guinea

28.06.2019 - Artikel

Bildung

Die Schulpolitik ist angesichts der hohen Analphabetenrate (etwa 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung) auf eine Erhöhung der Schülerzahlen und auf eine Verbesserung der Unterrichtsqualität ausgerichtet. Eine Steigerung mit zusätzlichen Investitionen in den Schulbau und die Einstellung von Lehrkräften wurde begonnen. Mehrere Lehrerstreiks 2018 mit monatelangem Unterrichtsausfall wirken sich negativ auf die Bildungsanstrengungen aus.

Das Ausbildungsniveau an den öffentlichen Universitäten des Landes ist gleichfalls niedrig. Die indirekte Förderung von Privatuniversitäten hat aufgrund mangelnder Fachaufsicht nur gemischte Erfolge gebracht. Weiterhin streben viele Guineer ein Studium im Ausland an, zunehmend auch in Deutschland. Selbst bei abgeschlossener Ausbildung bleibt die Perspektive der Absolventen für den Arbeitsmarkt getrübt: Während Studienabgänger früher quasi automatisch in den Staatsdienst übernommen wurden, sind heute viele arbeitslos. Die schwach entwickelte Privatwirtschaft bietet nur Wenigen eine Alternative. Entsprechendes gilt für Berufsbildungsabsolventen, wobei allerdings qualifizierte Facharbeiter und Handwerker überall gesucht werden.

Kultur

Die guineische Gesellschaft ist von ihren afrikanischen Traditionen sowie vom Islam geprägt und lebt eine große Toleranz gegenüber Andersgläubigen. Die ethnische Diversität des Landes impliziert ein vielfältiges kulturelles Erbe. Berühmt ist Guinea im Bereich Tanz, Akrobatik (viele Künstler des Musikfestivals Afrika ! Afrika ! stammen aus Guinea) und Kunsthandwerk. Zudem hat das Land eine große Musiktradition. Die speziellen Rhythmen guineischer Percussions-Instrumente haben Guinea zu einem Pilgerort für Trommler aus der ganzen Welt gemacht.

Medien

Das wichtigste Medium ist das Radio. Neben dem öffentlichen, regierungsgelenkten Rundfunk der RTG (Radio Television Guinéenne) gibt es teilweise populäre private Radiosender. Auch das frühere Fernsehmonopol von RTG ist mittlerweile von privaten TV-Stationen durchbrochen, deren Ausstrahlung bleibt jedoch auf die Hauptstadt und einzelne Ort im Landesinneren beschränkt.

Deutlich zurückgegangen ist die Bedeutung der Schriftpresse. Neben der staatlichen Tageszeitung „Horoya“ gibt es eine ganze Reihe privaten Zeitungen. Die aktuelle Berichterstattung von teils regierungskritischen Medienredaktionen verlegt sich mehr und mehr in das Internet. Die Mobilfunk-Abdeckung erfasst jetzt alle Gebiete mit höherer Bevölkerungsdichte. 2015 wurde mit einem chinesischen Partner die Einrichtung eines landesweiten Glasfaser-Netzwerks gestartet.

Die Pressefreiheit ist grundsätzlich gewahrt, Eingriffe durch staatliche Zensur finden im Ausnahmefall statt, wurden bisher aber nach scharfer Kritik der Zivilgesellschaft wieder zurückgenommen.

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