Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Guinea: Außenpolitik Guinea

28.06.2019 - Artikel

Grundlagen der Außenpolitik

Traditionelle außenpolitische Grundpositionen Guineas waren seit der Unabhängigkeit 1958 die Blockfreiheit und eine panafrikanische Perspektive. Guinea gehört zu den Gründungsmitgliedern der Afrikanischen Union (AU). Im Rahmen seines sicherheitspolitischen Engagements in der AU und bei Friedensmissionen der Vereinten Nationen (z.B. MINUSMA in Mali) hat Guinea wiederholt Kontingente gestellt.

Wichtig für die Außenbeziehungen sind die zahlreichen Guineer im Ausland, vor allem in den afrikanischen Nachbarländern (Senegal, Mali, Côte d’Ivoire). Ihre Gesamtzahl dürfte mehrere Millionen betragen. Migration nach Europa und Nordamerika, wenn auch in deutlich geringeren Dimensionen, gibt es schon seit Jahrzehnten. Neuerdings wächst auch die Migration in Länder Asiens und des Nahen Ostens. Die Guineer im Ausland sind offiziell organisiert und in Guinea politisch repräsentiert.

Beziehungen zu anderen Staaten

Während der ersten Republik (1958 – 1984) orientierte sich Guinea an der Sowjetunion, pflegte aber aus wirtschafts- und entwicklungspolitischen Gründen ebenfalls die Kontakte zu den USA und anderen westlichen Staaten.

Nach dem Ende des Ost-West-Konflikts richtete sich die Außenpolitik stärker auf die eigene Subregion und auf wirtschafts- und entwicklungspolitische Interessen aus. Diese Politik wurde seit 2010 unter der Regierung von Staatspräsident Condé noch verstärkt, vor allem durch das Werben um internationale Investoren. Enge Partner sind auch Marokko, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Türkei.

Die Europäische Union ist mit ihren Mitgliedstaaten wichtigster Partner der allgemeinen und der Entwicklungszusammenarbeit. Unter den EU-Mitgliedern spielt Frankreich in allen Bereichen der Zusammenarbeit die mit weitem Abstand wichtigste Rolle.

Die Beziehungen zu den USA, Kanada und Russland sind traditionell aus rohstoffpolitischen Gründen ausgeprägt. Deutlich verstärkt hat sich in den letzten Jahren die Präsenz Chinas in Guinea. Dies betrifft sowohl die Nutzung der Bodenschätze wie den Bereich der Infrastruktur.

Die Ebola-Epidemie von 2014/15 war mit einer zwischenzeitlichen Einschränkung internationaler Kontakte in verschiedenen Bereichen verbunden, nicht zuletzt durch die Ausreise von zahlreichen ausländischen Experten. Mittlerweile hat sich die Lage wieder normalisiert.

Weitere Informationen

Schlagworte

nach oben