Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Beziehungen zu Deutschland Guinea

Artikel

Stand: September 2018

Politische Beziehungen

Die Bundesrepublik Deutschland gehörte zu den ersten Staaten, die mit Guinea nach der Unabhängigkeit (1958) diplomatische Beziehungen aufgenommen haben. Das bilaterale Verhältnis unterlag in den ersten Jahrzehnten allerdings Schwankungen; Guinea brach die Beziehungen 1970 ab, sie wurden erst 1975 wieder aufgenommen. In dieser Zeit entwickelte Guinea auch eine enge Kooperation mit der DDR. Die Beziehungen Deutschland-Guinea waren in den Folgejahren, vor allem nach 1990, stets freundlich, trübten sich aber ab 2000 wegen der schlechten Regierungsführung unter Präsident Lansana Conté und besonders nach dem Militärputsch vom 23.12.2008 ein. Nach den ersten demokratischen Präsidentschaftswahlen 2010 und den Parlamentswahlen 2013 haben sich die Beziehungen völlig normalisiert. Deutschland genießt einen sehr guten Ruf in Guinea. 

Wirtschaftsbeziehungen

Der Umfang der Wirtschaftsbeziehungen ist ausbaufähig. Einige wenige deutsche Firmen sind derzeit in Guinea aktiv. Der Außenhandel 2017 mit Guinea belief sich laut Zahlen des Statistischen Bundesamts auf 209,4 Millionen Euro, das ist Platz 120 in der Liste der Außenhandelspartner; Deutschland führte dabei Waren aus Guinea im Wert von 85,5 Millionen Euro ein. Hauptimportgut ist Bauxit, und Guinea ist für diesen Grundstoff der Aluminiumproduktion mit weitem Abstand das wichtigste Herkunftsland für Deutschland. Demgegenüber standen Exporte (hauptsächlich Maschinen und Fahrzeuge) mit einem Wert von 123,9 Millionen Euro. Ein am 14.07.2014 ratifizierter Investitionsschutz- und Förderungsvertrag bildet eine wichtige Voraussetzung für mehr privatwirtschaftliches Engagement deutscher Unternehmen. Im Rahmen der sogenannten Compact with Africa-Initiative der Bundesregierung, die ein Ausbau von privatwirtschaftlichen Investitionen dt. Firmen in Afrika vorsieht, gibt es erste Ansätze der Umsetzung.

Entwicklungszusammenarbeit

Die aktuelle bilaterale Entwicklungszusammenarbeit mit Guinea konzentriert sich auf den Schwerpunkt „Soziale Grunddienste“ und umfasst - in technischer wie auch in finanzieller Zusammenarbeit - Aktivitäten in den Bereichen Grundbildung und Basisgesundheitsversorgung (vor allem Reproduktive und Familiengesundheit). Dies ist Deutschlands konkrete Hilfe im Rahmen des Wiederaufbaus Guineas und der Stärkung der öffentlichen Versorgung nach der Ebola-Epidemie. Die Maßnahmen konzentrieren sich auf mehrere Regionen im zentralen Teil Guineas.

Weitere Projekte der Zusammenarbeit gelten der Förderung von guter Regierungsführung im Bergbau, der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft über öffentlich-rechtliche Partnerschaften (PPP) zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen, der Förderung der Landwirtschaft durch verbesserte Nutzung der Wasserressourcen im Nigereinzugsgebiet, der Förderung einer effektiven Zusammenarbeit in Grenzfragen zwischen Guinea und Mali, und der Unterstützung von Menschenrechtsorganisationen. Hinzu kommt eine steigende Zahl von Partnerschaften zwischen deutschen und guineischen Kliniken und Instituten im Gesundheitsbereich.

Darüber hinaus gibt es einige Nichtregierungsorganisationen, die sich mit öffentlichen Geldern aus Deutschland in Guinea engagieren. Der Deutsche Volkshochschulverband führt Programme der Erwachsenenalphabetisierung durch, der Weltfriedensdienst Projekte zur Überwindung von Konflikten. Eine Reihe von privaten deutschen Initiativen ist zudem mit konkreten Einzelmaßnahmen (zum Beispiel Schulbau, Hilfe bei der Gesundheitsversorgung, landwirtschaftlicher Sektor) vor Ort tätig.

Ein Blick zurück: Nach der Unabhängigkeit war Guinea zunächst einer der wichtigsten Empfänger deutscher Entwicklungskooperation. Die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit war dann im Zuge des Abbruchs der politischen Beziehungen zwischen 1971 und 1979 unterbrochen. Als LDC (Least Developed Country) erhält Guinea ab 1979 nicht-rückzahlbare Zuschüsse. Eine weitere Unterbrechung gab es durch die Suspendierung der Zusammenarbeit aufgrund des Militärputsches vom 23.12.2008 bis zur Wiederaufnahme nach den erfolgreichen Parlamentswahlen Ende 2013.

Kulturelle Zusammenarbeit

Das Deutschlandbild in Guinea ist durchweg positiv, allerdings ist der Bekanntheitsgrad deutscher Kultur niedrig. Das Deutschlandbild ist vor allem geprägt von der Wahrnehmung einer politisch und wirtschaftlich führenden Nation in Europa mit großem internationalem Engagement, auch in Afrika. Der Fußball in Deutschland wird in der guineischen Öffentlichkeit zunehmend verfolgt, spätestens seit dem Engagement des guineischen Nationalspielers Naby Keita bei RB Leipzig.

Das guineische Deutschlandbild wird noch stark von den positiven Eindrücken guineischer Gaststudenten geprägt, die im Rahmen der Aus- und Fortbildungsprogramme Deutschlands und in größerer Zahl auch der DDR in deutschen Universitäten graduiert wurden. Diese Generation hat mittlerweile jedoch überwiegend das Rentenalter erreicht.

In den letzten Jahren nimmt das Interesse von Guineern an einem Studium in Deutschland wieder deutlich zu. Vor diesem Hintergrund unterstützt Deutschland das guineische Hochschulwesen vor allem im Bereich Deutsch als Fremdsprache. Eine formalisierte Universitätspartnerschaft besteht aktuell aber nur zwischen der Universität Gamal Abdel Nasser zu Conakry und der Universität Bremen.

Guineische Sportlehrer nehmen zudem regelmäßig an Fortbildungsprogrammen der Universitäten Leipzig und Mainz teil.

Im Rahmen des seit 1981 bestehenden Programms zum Erhalt des kulturellen Erbes in Entwicklungsländern hat Deutschland zuletzt 2014 ein Projekt zum Schutz der Kunstwerke des Regionalmuseums Boké gefördert.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Verwandte Inhalte

nach oben