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Besuch von der Insel: Steinmeier empfängt Boris Johnson in Berlin Großbritannien / Vereinigtes Königreich

04.11.2016 - Artikel

Brexit, Syrien, Türkei - viel zu besprechen hatten Außenminister Steinmeier und sein britischer Amtskollege Boris Johnson am 04.11. im Auswärtigen Amt. Johnson war zu seinem Antrittsbesuch nach Berlin gereist.

Brexit, Syrien, Türkei - zwischen London und Berlin gibt es viel zu besprechen. Außenminister Steinmeier hat darum heute (4.11.) seinen britischen Amtskollegen Boris Johnson ins Auswärtige Amt eingeladen.

Johnson und Steinmeier bei der Pressekonferenz im Auswärtigen Amt
Johnson und Steinmeier bei der Pressekonferenz im Auswärtigen Amt© photothek.net

Als Frank-Walter Steinmeier mit seinem Gast vor die Kameras tritt, will das Klicken und Blitzen gar nicht mehr aufhören. Es gibt viele Gründe, warum der Antrittsbesuch des Amtskollegen aus Großbritannien so große Aufmerksamkeit erregt: Nach dem Brexit-Votum muss das Verhältnis Großbritanniens mit der EU neu geregelt werden. Außerdem ist Großbritannien ein wichtiger Spieler in der globalen Außenpolitik. Ukraine, Syrien, die Entwicklungen in der Türkei – die zahlreichen Krisen machen es unverzichtbar, sich eng abzustimmen und gemeinsam zu planen.

Brexit darf keine Hängepartie werden

Die beiden Außenminister führten ein instensives Gespräch
Die beiden Außenminister führten ein instensives Gespräch© photothek.net

In Großbritannien hatte Johnson dafür geworben, die Europäische Union zu verlassen. „Ich will nicht verhehlen, dass ich davon nicht übermäßig begeistert war“, stellte Steinmeier klar. Damit das neue Verhältnis zwischen der EU und Großbritannien geregelt werden kann, baut Deutschland nun darauf, dass Großbritannien den formellen Austritts-Antrag möglichst bald stellt. Die britische Regierung müsse sich nun positionieren, so Steinmeier. Vorteile wie den Zugang zum Binnenmarkt wird es nicht ohne Gegenleistungen geben, machte der Außenminister klar. Sein britischer Kollege Johnson zeigte sich optimistisch, dass es keine weiteren Verzögerungen auf dem Weg zu den Austrittsverhandlungen geben werde.

Partner bei globalen Krisen

Steinmeier trifft seinen britischen Amtskollegen Johnson
Steinmeier trifft seinen britischen Amtskollegen Johnson© photothek.net

Steinmeier und Johnson waren sich einig: Auch jenseits des Brexits gibt es für Deutschland und Großbritannien viel zu tun. Nicht weit entfernt vom Europäischen Kontinent und der Insel flammen immer mehr Konflikte auf. „Wir wünschen uns und wir zählen darauf, dass Großbritannien auch zukünftig ein enger Partner bleibt, wenn es um den Umgang mit Krisen und Konflikten geht“, so Steinmeier. In ihrem Gespräch tauschten die beiden Außenminister intensiv Ideen und Konzepte aus, wie eine Verhandlungslösung für den blutigen Krieg in Syrien entwickelt werden kann. Im Zentrum stand dabei die Frage, wie die humanitäre Versorgung der Zivilbevölkerung verbessert werden kann.

Gleiche Sichtweise auf Entwicklungen in der Türkei

Auch die jüngsten Entwicklungen in der Türkei waren im Gespräch zwischen Johnson und Steinmeier Thema. Auch die britische Regierung sei über die Lage der Medien und politischen Parteien besorgt, sagte Johnson. „Der Kampf gegen den Terrorismus darf aber nicht Rechtfertigung dafür sein, die politische Opposition zum Schweigen oder gar hinter Gitter zu bringen“, sagte Steinmeier. Die politische Führung in der Türkei müsse sich überlegen, wohin sie ihr Land steuern wolle und welche Konsequenzen daraus für die Beziehungen zu Europa entstehen werden, machte der Außenminister deutlich.

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